(openPR) 20 Jahre Deutsche Einheit kosteten Dresden nunmehr schon 80 Bäckereien. Würde dieser Trend so anhalten, müssten die Dresdner ab dem Jahr 2035 nur noch Fabrikbrötchen essen. In Hamburg (1,8 Millionen Einwohner) gibt es noch 40 Bäcker-Innungsbetriebe, so dass es da noch viel eher Brötchen aus China geben würde.
Was ist passiert? Gab es diese Tendenz schon früher?
Mit der Industrialisierung Deutschlands kamen die ersten Brotfabriken. Die netten Tante-Emma-Läden wurden nach und nach durch Kaufhallen abgelöst. Im zweiten Weltkrieg wurden dann auch in Dresden viele Bäckereien ausgebombt, von denen dann später die meisten nie wieder errichtet wurden. Die Backkapazität in den Handwerksbäckereien reichte nun nicht mehr aus und es wurden in der DDR „Konsumbäckereien“ gebaut.
Mit der Wende 1989 war dann alles, was aus dem Westen kam, gerade gut genug, und die Bäcker aus dem Osten fingen natürlich erst mal genauso an, aus der Tüte zu backen wie die West-Kollegen. Plötzlich gab es Bo-Frost, Family-Frost, eingeschweißte „frische“ Brötchen im Supermarkt, ewig haltbares Schnittbrot (angeblich ohne Konservierungsstoffe), gefrostete Brötchen, Müsli und Cornflakes und so weiter. Langsam aber sicher änderten sich die Verzehrgewohnheiten der Menschen. Die Leute aßen auf dem Weg zur Arbeit, achteten teilweise weder auf Frische noch auf Qualität. Hauptsache, es passte schnell in den Einkaufswagen im Supermarkt.
Es kam, wie es kommen musste…
Weit mehr als die Hälfte der Menschen vermisste schnell (innerhalb von drei bis fünf Jahren) die ursprüngliche Qualität der Bäcker und es begann ein langsamer Wandel zurück zum handwerklichen Ursprung. Es sind vor allem die Kunden, die besonderen Wert auf ihre Lebensqualität und gesunde Ernährung legen, die die den „Einheitsbrei“ aus den Brotfabriken und Großbäckereien nicht schlucken wollen.
Bäckermeister Matthias Walther aus Dresden hat immer wieder beobachten können, dass bei seinen Kunden gerade die Aspekte der gesunden Ernährung und des hohen Genusses im Vordergrund stehen. Schon deshalb wird ihm um die Bäcker-Zukunft nicht bange. Immer mehr Menschen beschäftigen sich nämlich mit den Ursachen ihrer kleinen Fettpölsterchen und suchen nach Alternativen zu Fast Food.
Ernährung: Genuss und Gesundheit
Auch die Bäckerei Matthias Walther ist sind der Meinung, dass bei der Ernährung nicht nur der Geschmack, sondern auch der gesundheitliche Aspekt nicht zu kurz kommen darf. Aus diesem Grund absolvierte Katrin Walther im vergangenen Jahr die Ausbildung zur Ernährungsberaterin des Bäckerhandwerks in der Sächsischen Bäckerfachschule. Mit diesem Wissen kreierte das Ehepaar Katrin und Matthias Walther einige neue Produkte unter dem Aspekt der gesunden Ernährung wie zum Beispiel Vollkornprodukte, Schrotbrot (100 % Schrot) sowie fett- und zuckerreduzierte Naschereien.
Rückkehr zur Bäckertradition
Pressestimme der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in der back.intern. Ausgabe 11/2010:
„Das harte Geschäft mit frischen Brötchen
Aufbackbrötchen aus der Aldi-Backmaschine oder der SB-Bäckerei sind geschmacklich kaum noch von denen zu unterscheiden, die ein durchschnittlicher Handwerksbetrieb produziert. Das traditionelle Handwerk geht dabei immer mehr verloren: Oft wissen die Bäcker selbst nicht mehr, was im Brot drin ist. Um den Niedergang abzuwenden, besinnen sich einige wieder auf die alte Tugend, dass hervorragendes Brot eben auch einen hervorragenden Bäckermeister braucht. Und zwishen exzellentem Handwerk und durchschnittlicher Industrieware liegen dann doch Welten. Wer das richtig macht, kann sich damit gut auf dem Markt behaupten. Retro-Betriebe, die wieder backen wie zu Großmutters Zeiten, besetzen im Moment noch eine kleine Nische. Doch sie liegen im Trend.“
Gibt es in Dresden wirklich noch durchschnittliche Bäckereien? Meister Walther und seine Frau glauben das kaum. Die meisten Handwerksbetriebe haben den Weg zurück zum echten Backen zumindest schon begonnen.
Matthias Walther kann für sich mit Stolz behaupten, dass er für das Tun seiner Bäckerei ganz klare Maßstäbe setzt. So zum Beispiel verwenden sie Mehl aus kontrolliertem Anbau („Sachsens Ährenwort“). Das Getreide wird in Sachsen nach strengen Richtlinien angebaut und auch hier vor Ort vermahlen. Das Obst sucht die Bäckerei ebenfalls nach Möglichkeit unter dem Gesichtspunkt regionaler Nähe aus. Mit ihren traditionellen Rezepturen setzt die Familienbäckerei auf Geschmack, Gesundheit und Genuss. So wird zum Beispiel für die Brote stets handgefertigter, selbst gezogener Sauerteig verwendet. Die Brötchenteige reifen zum Teil bis zu 15 Stunden, so dass sie geschmacklich nahezu unübertroffen sind. Die zahlreichen großen Erfolge bei Brot- und Brötchenprüfungen (in diesem Jahr mit zehn Mal Gold und zwei Mal Silber ausgezeichnet) sowie Kunden-Feedbacks geben Katrin und Matthias Walther diesbezüglich Recht.
Im Kuchenbereich arbeitet die Bäckerei Walther mit dem typischen sächsischen Hefeteig, frischen Früchten wie z.B. Pflaumen, Kirschen und Rhabarber sowie super leckeren Butterstreuseln und Dresdner Eierschecke. Seit drei Jahren backen sie ihre Donauwelle und den Bratapfelkuchen auch wieder nach traditionellen eigenen Rezepten. Den Backmischungen haben sie „Adieu“ gesagt und können so für ihre Kunden mit Stolz von ihrer echten Backtradition berichten.
Auch in Walthers KeXerei (www.kexerei.de), der einzigartigen Keksmanufaktur in Dresden, und natürlich bei den echten Dresdner Christstollen werden von der Traditionsbäckerei ebenfalls nur ausgewählte hochwertige und natürliche Zutaten (keine Vormischungen oder andere Zusatzstoffe) verwendet.
Probieren Sie doch selbst einmal die Brötchen, Brote, Kuchen, Dresdner Stollen, Kekse usw. der Bäckerei Matthias Walther aus Dresden aus (www.baecker-walther.de). Für Nicht-Dresdner gibt es ja die Möglichkeit, die leckeren Naschereien im Online Shop (www.kexerei.de bzw. www.dresdnerchriststollen.de) zu bestellen.
Übrigens: In den letzten Monaten bzw. Jahren machen sich in ganz Dresden (ein Beispiel: Dresden Pieschen) immer mehr Bäcker-Filialisten breit. Wenn diese Bäckereien dann ihre Backwaren von weiter als 50 km Entfernung anliefern, bekommen sie 50 % der Investitionskosten vom Staat (Steuergelder) erstattet. Manche sind gekommen, um auch den Dresdner Christstollen herstellen zu dürfen, andere wollen ihre Fabriken auslasten. Schaffen diese wirklich Arbeitsplätze in der Dresdner Region und wo gehen eigentlich die Steuergelder hin?
Oft haben eben solche Betriebe urplötzlich eine 100jährige Tradition, wobei es diese Firmen erst ein paar Jahre gibt. Kann man sich die gute alte handwerkliche Tradition (sprich: einen Namen) also auch kaufen? Deshalb: Augen auf beim Brötchenkauf!
Um nochmals auf die eingangs gestellte Frage „Gibt es ab 2035 nur noch Fabrikbrötchen in Dresden?“ aufzugreifen: Katrin und Matthias Walther sind sich sehr sicher, dass dies nicht geschehen wird, denn dafür gibt es gerade in Dresden zu gute Bäcker und deren Kunden wissen, was sie an den Bäckern haben. Selbstgemacht schmeckt schließlich am besten und Walthers Backwaren sind zu 100 % selbstgemacht.













