(openPR) Die von der Klimaschutz-Initiative CO2NTRA geförderte Berufs- und Technikerschule in Butzbach bildet Fachkräfte im Bereich Biomasse und solare Energietechniken aus.
Ludwigshafen / Butzbach, Oktober 2010. „Mein Lieblingsfach ist ‚Biomasse anbauen und gewinnen’“, sagt Maikel Dern, Schüler des in Deutschland einzigartigen Ausbildungsgangs Assistent für Biomasse und nachwachsende Rohstoffe. „Wir lernen hier, wie wir unser Energieproblem lösen, ohne die Erde zu zerstören“, berichtet Jan Georg Enders, ebenfalls Azubi an der Berufs- und Technikerschule im hessischen Butzbach. Gemeinsam mit ihren 22 Mitschülern haben die beiden Jugendlichen gerade das erste Jahr ihrer Ausbildung absolviert. Die Butzbacher Schule ist bekannt für ihr Engagement im Bereich zukunftsfähiger Energietechniken. Seit 2008 gibt es die zwei neuen Ausbildungsgänge mit Fokus auf den Zukunftsmarkt erneuerbare Energien: Assistent für Biomasse und nachwachsende Rohstoffe sowie Assistent für solare Energietechniken. Für die Entwicklung der Ausbildungsgänge wurde die Schule im Jahr 2009 von der Klimaschutz-Initiative CO2NTRA des Dämmstoffherstellers SAINT-GOBAIN ISOVER G+H AG ausgezeichnet. „Zwischen 2004 und 2008 ist die Nachfrage nach Arbeitsplätzen im Bereich erneuerbare Energien um über 70 Prozent gestiegen“, erklärt Dr. Ursula Weller, die Verantwortliche für den Ausbildungsgang in Butzbach, warum die Branche neue Ausbildungsgänge braucht. „An gut ausgebildeten Fachkräften herrscht jedoch ein großer Mangel. Das haben uns hessische Unternehmen und Betriebe bei einer von uns durchgeführten Umfrage bestätigt.“ Grund genug für die fortschrittliche Schule, die beiden Ausbildungen Assistent für Biomasse und nachwachsende Rohstoffe sowie Assistent für solare Energietechniken ins Leben zu rufen.
Biomasse: Energie, die an Bäumen und auf Feldern wächst
Photovoltaik und Solarthermie sind derzeit in aller Munde. Beim Thema nachwachsende Rohstoffe sieht es da schon anders aus. „Der Bereich Biomasse ist riesengroß und für viele nicht wirklich greifbar, daher ist es für uns viel schwieriger, Schüler für diesen Ausbildungsgang zu gewinnen als für die Solartechnik“, erklärt Dr. Weller die noch geringe Zahl der Azubis im Bereich Biomasse. Dabei sind die jetzigen Schüler total begeistert von der Vielfalt an Themen und Perspektiven, die diese Ausbildung bietet. In mehreren Praktikumsphasen sammeln die Schüler betriebliche Erfahrung in einem von ihnen ausgewählten Betrieb. Ob beim Heizungsmonteur, in der Forstwirtschaft oder bei Landwirten, die Schüler haben eine große Auswahl an Fachbetrieben, die für ihre Praxiserfahrung infrage kommen. Praxisbezug sowie selbstständiges Lernen und Arbeiten sind besonders wichtige Bestandteile der Ausbildung. „Ich durfte in meinem Praktikumsbetrieb schon nach kurzer Zeit viele Aufgaben selbstständig machen und die Kollegen haben mir viel beigebracht“, berichtet Jan Gregor Enders stolz. Für die Schüler ist aber nicht nur die praktische Erfahrung wichtig. Den Wechsel zwischen Theorie und Praxis empfinden die Schüler als sehr positiv und abwechslungsreich. Ganz besonders begeistert sind sie aber vom praktischen Schulprojekt: In Eigenregie planten und bauten die Schüler eine voll funktionsfähige Biogasanlage im Miniaturformat. „Ich finde es sehr gut, dass unsere Klasse die Biogasanlage ohne Vorgaben der Lehrer planen durfte“, sagt Maikel Dern. „Für mich selbst und für die Klassengemeinschaft war das ein tolles Projekt“, bestätigt Jan Gregor Enders. „Wir haben eine Menge gelernt und viel Selbstvertrauen dazu gewonnen.“ Innerhalb von vier Wochen mussten die Schüler die Anlage planen und bauen. Die Anlage dient nach der Fertigstellung vor allem Demonstrationszwecken: „Schließlich wollen wir die Bioenergie auch anderen Menschen näher bringen“, so Maikel Dern.
Arbeiten mit der Sonnenenergie
„Die Berufs- und Technikerschule bildet bereits seit 1994 Studierende mit abgeschlossener Facharbeiterausbildung im Berufsfeld Metall- oder Elektrotechnik zum Techniker für nachhaltige Energietechnik aus“, berichtet Jens Voß, Lehrer für solare Energietechniken an der Schule. „Dabei merkten wir schnell, dass den Studierenden vor allem eine spezifische Erstausbildung für die Bereiche Solarthermie und Photovoltaik fehlt. Um diese Ausbildungslücke zu schließen, haben wir den neuen Ausbildungsgang zum Assistenten für solare Energietechniken entwickelt.“ Gewerkeübergreifende Kenntnisse sind im Bereich Heizungsbau heute sehr gefragt, da die Anwendungsfelder im Wärmebereich zunehmend verschwimmen und ein Heizungsbauer die Techniken unterschiedlichster Wärmequellen beherrschen muss. Der erste Jahrgang der Assistenten für solare Energietechniken hat im Juni 2010 den Abschluss gemacht. „Mit der Ausbildung in der Tasche haben die Schüler viele Möglichkeiten: Sie können in einem Betrieb im Bereich Solarthermie und Photovoltaik anfangen oder sie studieren mit ihrem Fachabitur an einer Fachhochschule weiter“, berichtet Jens Voß von den Plänen seiner ersten Schützlinge.
Für das kommende Schuljahr gibt es vor allem für die Ausbildung im Bereich solare Energietechniken wieder zahlreiche Anmeldungen. Bewerbungen für das Schuljahr 2011/2012 sind der Berufs- und Technikerschule jederzeit willkommen.
Informationen zu den neuen Ausbildungsgängen
Ausbildung: Bei beiden Ausbildungsgängen handelt es sich um zweijährige, vollschulische Ausbildungen mit Praxiseinheiten in Betrieben. Die Ausbildungen werden abgeschlossen mit dem Titel „Staatlich geprüfter Assistent für Biomasse und nachwachsende Rohstoffe“ bzw. „Staatlich geprüfter Assistent für solare Energietechnik“. Parallel dazu erwerben die Schüler die Fachhochschulreife, was ihnen zusätzliche Perspektiven eröffnet.
Bewerbung: Bewerben kann sich jeder, der einen mittleren Bildungsabschluss hat. Die Bewerbung kann entweder über die allgemeinbildende Schule laufen, an der die Mittlere Reife erlangt wird, oder direkt an die Schule gerichtet werden: Berufliche Schule des Wetteraukreises in Butzbach, Emil-Vogt-Str.8, 35510 Butzbach, Tel: 06033-9 24 60 30, Internet: www.tsb.wetterau.de
Wohnen: In Butzbach bestehen genügend Wohnmöglichkeiten bei Privatleuten, die Zimmer und Wohnungen vermieten. So können auch interessierte Jugendliche, die aus anderen Bundesländern kommen, die Ausbildung in Butzbach absolvieren.














