(openPR) "Und was sie ist, das wage sie zu scheinen!“ – Mit diesem Satz fordert Maria Stuart in Schillers gleichnamigem Drama ihre Gegenspielerin Königin Elisabeth auf, alles „Gaukelspiel“ zu beenden und endlich dem Volk ihre wahre Identität zu enthüllen.
Das Streben nach dieser wahren Identität – oder besser: die Untersuchung, ob diese nicht doch nur Lug und Trug sein kann – steht im Mittelpunkt der Arbeiten von Bettina Cohnen. Unter Einbeziehung ihrer eigenen Person entwirft sie fotografische Szenenfolgen, in denen der Prozess der Ich-Werdung als fragile Konstruktion zwischen Fremdbestimmung und Erfindung kenntlich wird. So auch in der Serie „Nebenschauplätze“, die im Mittelpunkt der Ausstellung „LIBRETTO“ steht. In den Bildsequenzen dieser Arbeit, die wie Filmstills wirken, spielt die Künstlerin mit verschiedenen weiblichen Maskeraden und Frauenbildern. In Cohnens Inszenierungen schwingt immer der Versuch mit, Rollenbilder als konstruierte Identitätsbehauptungen zu entlarven.
Im Rahmen des Monats der Fotografie zeigt der Kronenboden ab dem 29.10.2010 Bilder von Bettina Cohnen.
Bettina Cohnen, geboren 1973 in Bielefeld, studierte von 1996 - 2001 Bildende Kunst an der Fachhochschule Hannover und war dort bis 2002 Meisterschülerin bei Prof. Ulrich Eller.
2002 - 2003 studierte sie Fotografie am California Institute of the Arts in Los Angeles und erhielt 2008 das New York-Stipendium für Bildende Kunst vom Land Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung. 2009 ist ihr erster Einzelkatalog Reality Is Overrated im Bielefelder Kerber-Verlag erschienen.












