(openPR) In Berlin startet in diesen Tagen ein kulturelles Austauschprojekt mit Istanbul. Selim Eyuboglu und Sevgi Ortac stellen ihre cinematischen Fotografien im Kronenboden von Karen Stuke aus, während türkische Künstler mit der Camera obscura arbeiten.
Unter Nachbarn – klingt vertraut, klingt sympathisch, und das soll es auch. Jeweils 18 Künstler aus Berlin-Wedding und Istanbul-Cihangir lernen sich gegenseitig kennen. Drei Wochen lang erleben die Türken, wie die deutschen Künstler leben und arbeiten, bevor sich dann die Deutschen mit der türki•schen Lebensweise auseinandersetzen. Die Fotografin Karen Stuke hat dazu ein Projekt entwickelt, bei dem die türkischen Kolleginnen und Kollegen sich mit ihrem Instrument, der Camera obscura, beschäftigen. Ähnlich ihrer Serie „Sleeping Sister“, bei der eine schlafende Frau im fremden Umfeld in Langzeitbelichtungen fotografiert wird, sollen sich auch die türkischen Künstler aufnehmen. „Das hat schon in den ersten Tagen für spannende Effekte gesorgt“, erzählt Stuke. So brach ein Kollege den ersten Selbstversuch ab, weil er Schlafstörungen bis hin zu Alpträumen bekam. Erst nachdem er Stukes Werke gesehen hatte, war er bereit weiterzumachen. „Selbstverständlich sind alle Beteiligten in die Camera obscura eingewiesen worden“, berichtet Stuke weiter. Ob die Künstler auch verstanden haben, wie das Gerät funktioniert, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen. Die wertvollen Kameras sowie das zugehörige Filmmaterial werden von Monochrom Mono-c, einem Berliner Fotodienstleister, gesponsert. Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Agentur, die für die Ausrichtung des Kulturhauptstadtjahres 2010 in Istanbul verantwortlich ist und vom Berliner Senat. Den Hauptteil der Kosten aber tragen die Künstler selbst.
Aus Kunst entsteht Neues. So nutzt auch Stuke das Projekt, um eine Ausstellung im Kronenboden, ihrem künstlerischen Veranstaltungsort in Berlin-Wedding, zu initiieren. Selim Eyuboglu und Sevgi Ortac zeigen „Roommates“, cinematische Fotografien zweier Frauen, die sich gemeinsam ein Appartment teilen, in ihrem täglichen Leben. Indem sie die Optik des narrativen Kinos einsetzen, verfremden die Künstler so den Alltag und entheben ihn seiner Gewöhnlichkeit. Eyuboglu promovierte in den Filmwissenschaften an der Universität Kent, Ortac studierte Film und Foto an der Bilgi Universität in Istanbul.
Die Vernissage „Roommates“ findet am Freitag, 24.4.2009, ab 19 Uhr im Kronenboden statt.
Die Ausstellung ist im Mai jeweils freitags von 15 bis 18 Uhr oder nach Anmeldung im Kronenboden zu
sehen.
weitere Informationen unter www.kronenboden.de












