(openPR) „Freundlich, übersichtlich und informativ“: Die Personal Austria 2010 am neuen Standort Messe Wien kam gut an. Auf Österreichs neuntem HR-Gipfel informierten sich am 22. und 23. September insgesamt 2.431 Besucher bei 181 Ausstellern über Trends und Entwicklungen im Personalmanagement. Mit der zweiten Professional Learning Austria, Fachmesse für Personalentwicklung, Training und E-Learning, und der Austrian eLearning Conference erhielten die Themen betriebliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen besonderes Gewicht. Im nächsten Jahr bezieht die Jubiläumsausgabe des HR-Events wieder die Messe Wien, dann am 19. und 20. Oktober.
Vielleicht lag es an der neuen Messe-Location, vielleicht trug auch der strahlende Wiener Sonnenschein dazu bei, dass sich die neunte Personal Austria so voller Schwung präsentierte. Den Blick auf die Herausforderungen der Zukunft richten, lautete offenbar das Motto des diesjährigen HR-Branchengipfels. So standen Personalentwicklung und lebenslanges Lernen, Talent Management, Mitarbeiterrekrutierung und bindung im Zentrum vieler Vorträge und Diskussionsrunden. Weitere zentrale Themen waren die Rolle von HR im Unternehmen, insbesondere bei Changeprozessen, Mitarbeiterführung und Motivation, neue Lern- und Recruitingtechnologien, Arbeitskräfteüberlassung sowie die Integration von MitarbeiterInnen mit Behinderungen in den ersten Arbeitsmarkt.
Stimmungsvoller Höhepunkt der Personal Austria 2010 war der Keynote-Vortrag von Prof. Dr. Harald Pill, bei dem der Musiker, Management- und Kommunikationsberater im Umgang mit seinem Publikum unmittelbar vorführte, wie das Führen einer trägen Masse gelingt: Am Ende sang das gesamte Auditorium stehend alle Strophen von „Freude schöner Götterfunken“ aus Beethovens Neunter Symphonie. Gute Schwingungen reißen gemäß dem Gesetz der Resonanz mit: „Eine Führungskraft, die gute Stimmung verbreitet, ist sensationell!“, betonte Pill. Die Partitur in der Musik entspreche dem Projektplan im Betrieb: Der Dirigent müsse wie die Führungskraft oder Projektleitung die Partitur lesen können, genau kennen – und begeistert sein. Denn Begeisterung bei Veränderungsprozessen, die alle Mitarbeitenden betreffen, verhindere, dass ein Misston das Gesamtbild störe.
Um die Bedeutung und den Einsatz von HR-Kennzahlen drehte sich eine Podiumsdiskussion der „Presse“. Prof. Dr. Wolfgang Elšik, merkte an, Personalisten hätten sich lange davor gedrückt, qualitative Sachverhalte in Zahlen auszudrücken. „Wenn ich jedoch von der Geschäftsleitung etwas haben will – von Ressourcen bis hin zu Anerkennung – dann muss ich mich so ausdrücken, dass das Management mich versteht“, erklärte der Vorstand des Instituts für Personalmanagement der WU Wien. Und die Sprache des Managements sei nun einmal die Sprache der Zahlen und des Geldes. Elšik warnte in dem gut besuchten Praxisforum vor einer allzu einseitigen Interpretation von Kennzahlen: „Sie sind sinnvolle, entscheidungsrelevante Verdichtungen und Reduktionen von Komplexität.“ Wichtig sei nur, dass die Reduktion nicht dazu führe, dass Personalisten aufgrund von falschen Annahmen falsche Entscheidungen träfen. „Unternehmen erheben unglaublich viele Kennzahlen, aber die Frage ist, was man damit macht“, gab Evelin Mayr zu bedenken. HR müsse Hand in Hand mit dem Business die Zukunft gestalten und Kennzahlen als Stellhebel benutzen, so die Personaldirektorin bei HP Österreich. Anhand der Zahlen könnten Personalisten den Business Impact darstellen, so etwa die Folgen für das Unternehmen, wenn die besten Verkäufer abwanderten oder Nachwuchstalente nicht gefördert würden.
Mit einigen gängigen Vorurteilen gegenüber dem Thema Zeitarbeit aufzuräumen, war ein Ziel der Diskutanten einer Podiumsdiskussion der „Kleinen Zeitung“ zur Frage „Zeitarbeit - Modell der Zukunft?“. Arbeitskräfteüberlassung sei heute ein integraler Bestandteil der Wirtschaft, auf den nicht mehr verzichtet werden könne, lautete das Fazit der Runde. Erich Pichorner, Geschäftsführer der Manpower GmbH äußerte jedoch den Wunsch, dass das Wort „Zeitarbeit“ aus dem allgemeinen Sprachschatz verschwinden möge. Zudem solle eine intelligentere Dienstleistung an ihre Stelle treten, bei der die Mitarbeiter und ihre Gleichberechtigung als Arbeitnehmer mehr im Fokus stünden. Kontinuierliche Verbesserungen in der Branche, eine bessere Akzeptanz und eine positivere Berichterstattung in den Medien wünschte sich Mag. Michael Lorenz, Regionaler Geschäftsleiter der Trenkwalder Personaldienste GmbH. Vielleicht lese man in einigen Jahren in der Zeitung: „Durch den Einsatz von Zeitarbeitnehmern konnte ein Großauftrag erfolgreich abgewickelt werden“, regte Lorenz an. Dr. Robert Zinkanell, Geschäftsführender Gesellschafter von arcus Personalmanagement, prognostizierte dem Bereich Arbeitskräfteüberlassung in den nächsten Jahren weiteres Wachstum. Die Bedeutung der Betreuung durch einen seriösen Arbeitskräfteüberlasser für Unternehmen und Mitarbeiter werde aus seiner Sicht zunehmen.
Vielleicht könnte die Flexibilisierung der Belegschaften in Unternehmen aber auch ganz anders vonstattengehen. Keynote-Speaker Manfred Füllsack inspirierte die Fachbesucher mit einem Gedankenexperiment, wie Arbeit und Einkommen in Zukunft gleichmäßiger verteilt werden könnten. Mithilfe einer Smartphone-Anwendung, die derzeit im Rahmen eines Forschungsprojekts getestet werde, könnten sich zum Beispiel fünf Mitarbeiter vier Arbeitsplätze teilen und An- und Abwesenheiten untereinander ohne Zutun der Geschäftsleitung organisieren. Ähnlich wie die handelbaren Quoten bei der CO2-Emission könnten die Mitarbeiter jeden Morgen Anrechtsscheine auf Arbeit per Auktion über ihr Handy kaufen oder verkaufen, wobei diejenigen, die an einem Tag nicht arbeiteten, eine Grundsicherung erhielten. Möglich machten diese Selbstorganisation jetzt Anwendungen wie das im Projekt erforschte „Jobsharing-Doodle“. Das System eigne sich zwar nicht für alle Berufsgruppen, könne es aber beispielsweise Lkw-Fahrern, Zugbegleitern oder auch Servicepersonal in der Gastronomie ermöglichen, ihre Arbeit und Freizeit eigenständig einzuteilen.
Ein begeistertes Fazit von der Personal Austria 2010 und ihren Parallelveranstaltungen zog Projektleiterin Anna Julia Nägele. „Die Messen und insbesondere die Premiere der Austrian eLearning Conference waren sehr erfolgreich und wir freuen uns bereits auf die Jubiläumsausgabe der Personal Austria am 19. und 20. Oktober 2011 in der Messe Wien.“
Weitere Informationen sind im Internet unter www.personal-austria.at, www.professional-learning.at und www.aelc.at verfügbar.













