(openPR) 27. September 2010. „Innovationen live“ – unter diesem Motto lud die Geis-Gruppe am 21. September Führungskräfte ein, sich in Theorie und Praxis ein Bild von innovativer Kontraktlogistik machen. Zunächst besuchten die 25 Teilnehmer das TAPA-zertifizierte Logistik- und Technologiezentrum von Avaya in Dietzenbach, danach referierten drei Experten im Schlosshotel Kronberg. Wichtigste Themen: Prozessintegration, Bestandsfinanzierung und Netzoptimierung.
„Wir haben für Avaya hier in Dietzenbach umfassende technische Lösungen zur Prozess-Optimierung und -Sicherheit installiert. Zum Beispiel wird der Inhalt jedes einzelnen Behälters, der das Lager verlässt, per Kamera dokumentiert und mit der Sendungsnummer verknüpft“, erklärte Geis-Geschäftsführer Dr. Johannes Söllner im Europa-Distributionszentrum von Avaya. Das Logistikzentrum betreibt die Geis-Gruppe seit 2001 für das Telekommunikationsunternehmen Avaya. Aufgrund der hohen Sicherheitsstandards ist es von der Transported Asset Protection Association (TAPA) zertifiziert worden. „Die Sendungsdokumentation per Kamera bietet ein Höchstmaß an Sicherheit bei Kundenreklamationen“, erklärte Dr. Söllner. „Wir können damit genau überprüfen, welche Produkte in welchem Behälter versandt worden sind.“ Gleiches gilt für die rund 13.000 Retouren, die pro Monat im Logistikzentrum eingehen: Auch sie werden mit einem Videosystem dokumentiert.
Avaya: Kosten gesenkt, Qualität und Service gesteigert
Einen genauen Einblick in die Entwicklung der Logistikprozesse bei Avaya gab anschließend Michael Storch, Leiter EMEA Logistik bei Avaya: „Über eine Million Kunden weltweit vertrauen auf Avaya. Unser Ziel ist es, ihnen allen Best-in-Class-Kundenservice zu bieten. Und das können wir nur erreichen, indem wir alle an der Supply Chain beteiligten Partner optimal in die Prozesse integrieren.“ Auf dem Weg zu diesem Ziel hat Avaya in den vergangenen zehn Jahren gemeinsam mit Geis als Logistikpartner drei wesentliche Schritte gemacht: Die Integration des physischen Netzwerkes durch Zentralisierung verschiedener regionaler Läger und Servicecenter an einem Standort. Zweitens die Vereinheitlichung und Vereinfachung der internen Prozesse nach der Devise „aus zwei mach eins“ mit einem einheitlichen Lagerverwaltungssystem. Und drittens die Komplexitätsreduzierung der unternehmensübergreifenden IT-Systeme inklusive Integration logistischer Leistungen.
Speziell dafür hat die Geis-Gruppe ein Web-Tool programmiert, das alle Beteiligten per Internet nutzen können und mit dem sämtliche Prozesse abgebildet und automatisiert werden – von Retouren über Reparaturen bis zur Transportsteuerung. „Zusätzlich zur Integration aller Partner haben wir damit optimale Transparenz der Warenströme geschaffen“, erklärte Michael Storch. „Dadurch konnten wir die Servicebestände allein in den vergangenen vier Jahren um mehr als ein Drittel senken. Alle Schritte zusammen haben zu einer kontinuierlichen Senkung unserer Logistikkosten um über 40 Prozent in zehn Jahren geführt – und das bei deutlich höherem Qualitäts- und Servicelevel.“
Innovative Bestandsfinanzierung
Um reduzierte Bestände und geringere Kosten ging es auch im zweiten Teil der Expertenvorträge beim Thema Bestandsfinanzierung. Hier präsentierte Dr. Uwe-Peter Hastedt, Geschäftsführer der MHB-Gruppe, eine innovative Off-Balance-Sheet-Lösung für Lagerbestände. Einige Unternehmen haben den Wunsch, auch die Bestände auszulagern und in die Logistikleistungen der Geis-Gruppe einzubinden. „Durch das Outsourcing der Lagerbestände erweitert die Geis-Gruppe ihre Logistikleistungen um einen wichtigen Bilanzentlastungseffekt für ihre Kunden“, betonte Dr. Hastedt.
„Metropolen-Same-Day“ für Nordeuropa
Wie Logistiker ihr Netzwerk in Nordeuropa serviceorientiert optimieren können, referierte anschließend Thorsten Gensmer, Partner und Mitglied der Geschäftsleitung der Unternehmensberatung Miebach Consulting. „Nordeuropa ist ein wichtiger Markt, der durch geschickte Netzwerkgestaltung sowie Bestands- und Serviceplanung deutliche Potenziale bietet“, sagte er. Eine Herausforderung sind vor allem die Transportkosten, die aufgrund der anspruchsvollen Geografie Nordeuropas rund 40 Prozent der Distributionskosten ausmachen. „Dadurch ist eine flächendeckende Same-Day-Versorgung insbesondere in Nordeuropa nicht wirtschaftlich, allerdings ist ein Same-Day-Service gerade in der Ersatzteilversorgung ein wichtiges Wettbewerbsargument“, erklärte Thorsten Gensmer. „Eine innovative Lösung ist ein ‚Metropolen-Same-Day’, bei der die Regionen um die größten Städte am selben Tag versorgt werden. Diese Lösung kann sowohl über normale Läger als auch über Satellitenläger umgesetzt werden.“
Zum Abschluss bereicherte „Wortakrobat“ Dr. Oliver Tissot das Programm mit geistreichen und humoristischen Interpretationen aus dem Logistikleben.













