(openPR) Die diesjährige 61. FIA-Formel-1-Weltmeisterschaft geht im Herbst in ihre entscheidende Phase. Dabei ist der Kampf um die WM-Krone offen und spannend wie selten zuvor. Nach 14 Grand Prix-Läufen gehören derzeit noch fünf Piloten zum Kreis der Topfavoriten auf den Titel. Unter ihnen befindet sich auch der bereits vor Saisonbeginn hoch gehandelte deutsche Sebastian Vettel. Trotz einiger für einen solch jungen Fahrer nachvollziehbaren – aber im Falle des ehrgeizigen Heppenheimers dennoch untypischen – Fehler, liegt er weiterhin in Schlagdistanz zum WM-Führenden Mark Webber. Neben kleineren Missgeschicken, wie der leichten Berührung mit Lewis Hamilton in der Startphase des Rennens in Silverstone, sowie einer Durchfahrtstrafe aufgrund eines Vergehens in der Safetycar-Phase beim Ungarn-Grand Prix ist als Negativ-Höhepunkt der große Preis der Türkei in Istanbul zu erwähnen: Dabei riskierte Vettel während eines Überhohlversuchs ausgerechnet gegen seinen eigenen Teamkollegen Mark Webber zu viel und verursachte eine Kollision, weshalb ein sicher geglaubter Doppelsieg der beiden RedBull-Piloten leichtfertig verschenkt wurde. Nicht zuletzt deshalb mehren sich erstmals in dieser Saison kritische Stimmen, die die gewohnte Lockerheit durch eine neue Verbissenheit verdrängt sehen, wodurch nach Meinung vieler Experten erst derartige Missgeschicke entstehen. Der gleichen Ansicht sind auch die von promit im Rahmen des SID SportMonitors befragten Personen, denn 53% geben an, dass der junge Deutsche zu ungestüm agiert bzw. zu viele Fehler begeht.
Nichtsdestotrotz zeichnet sich der sympathische Heppenheimer durch eine ausgeprägte Kämpfernatur aus und weiß darüber hinaus ebenfalls durch taktische Meisterleistungen zu glänzen, wie er spätestens beim vergangenen Grand Prix in Monza unter Beweis stellte. Nach einer denkbar schlechten Ausgangslage aufgrund von Motor-Problemen an seinem Rennboliden zögerte Vettel seinen letzten Boxenstopps bis zur finalen Runde hinaus und gelangte damit völlig unerwartet doch noch auf den vierten Platz, während die Konkurrenz wie im Falle von Lewis Hamilton teilweise komplett leer ausging. Nach einem kleinen Durchhänger zur Mitte der Saison scheint der Hesse nun offensichtlich wieder auf dem aufsteigenden Ast zu sein. Mit ihm glauben auch die Befragten des SportMonitors an seine Chance: Über die Hälfte der deutschen Bevölkerung (53%) traut Sebastian Vettel den WM-Sieg 2010 noch zu. Ganz im Gegensatz zum Rekordweltmeister Michael Schumacher, der diese Saison noch nicht einmal mehr rechnerische Chancen auf den Titel hat. Über drei Viertel (77%) der Befragten räumen dem Formel-1-Rückkehrer aus Kerpen noch nicht einmal für die nächste Saison im kommenden Jahr eine Chance auf den Titelgewinn ein.
Letztlich hat Schumacher bei noch fünf ausstehenden Rennen in dieser Saison noch ein paar Gelegenheiten seine Kritiker von seinem noch vorhandenen Können zu überzeugen. Sebastian Vettel dagegen hat für den Rest der Saison noch etwas höhere Ziele: Schließlich möchte er für das Vertrauen der Befragten zurückzahlen und die letzten Gelegenheiten nutzen, Boden auf die Konkurrenz gutzumachen und somit den Sprung an die Spitze zu erreichen. Die nächste Chance dazu besteht am kommenden Sonntag bei dem als spektakuläres Nachtrennen ausgetragenen großen Preis von Singapur.






