(openPR) Außer Geldscheinen liefert Schmaus fast alles, was in einer Bank täglich gebraucht wird. Papier, Briefumschläge, Vordrucke, Stifte, Toner, Kaffee und 30.000 andere Artikel fürs Büro. Würde das Unternehmen aus Hartmannsdorf in der Nähe von Chemnitz auch mit Wertpapieren handeln, es würde glatt auf Zinsen und Dividenden verzichten. Denn die Schmaus GmbH hat den Handel mit Großkunden wie Banken und Versicherungen neu definiert. Geliefert wird bedarfsgerecht und immer in der richtigen Menge. Stapel gehorteten Papiers in der Ecke neben dem Kopierer gehören der Vergangenheit an, ebenso wie die Ungewissheit über die Kosten.
Die Hartmannsdorfer hatten vor einigen Jahren die Idee, nicht nur Bürobedarf zu liefern, sondern auch den Bedarf selbst zu überwachen. „Jeder normale Händler versucht möglichst die Absatzmenge zu erhöhen. Wir haben den Spieß umgedreht und senken gemeinsam mit den Kunden sogar den Verbrauch“, sagt Geschäftsführer Adalbert Schmaus bei einem Rundgang durch sein Logistikzentrum in Hartmannsdorf bei Chemnitz. Er lädt regelmäßig Organisationsleiter und Vorstände seiner Kundschaft ein und zeigt ihnen Diagramme, die an „Quotes & Charts“ aus dem Trading erinnern. „Wir sind nicht mehr abhängig von Margen oder Mengen, sondern konzentrieren uns auf eine Dienstleistung im Interesse der Kunden.“ Sein Dienstleistungsmodell ist einfach, aber trotzdem komplex. Durch den Verzicht auf Margen erreicht Schmaus die Unabhängigkeit, die er braucht, um als Dienstleister Vorteile für seine Kunden heraus zu finden. Komplex ist die Mathematik dahinter. Damit die Rechnung aufgeht, analysiert er Verbrauchskennzahlen, vergleicht Einkaufspreise, durchforstet Kostenstellen, untersucht Arbeitsabläufe und Logistikwege. Inzwischen weiß er genau, was Banken wollen, wenn es um den täglichen Bürobedarf geht. „Wir liefern auch den Kaffee und Sahne dazu, wenn es gewünscht wird.“ Und es wird von immer mehr Banken gewünscht.
In der Krise haben Banken gelernt, dass auch Verbrauchsmittel ein Kostenfaktor sind. Das Unternehmen aus Hartmannsdorf bei Chemnitz hatte das richtige Konzept. Bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die die Schmaus GmbH schon heute über das Dienstleistungsmodell versorgt, ergeben sich Einsparungen von 10 bis 30 Prozent. Die höchste bisher erzielte Ersparnis einer Bank lag bei 51 Prozent ihrer Verbrauchsmittelkosten. Das fällt in der Gewinn- und Verlustrechnung dann tatsächlich auf. „Banken kümmern sich naturgemäß um das Geldgeschäft. Viele haben gar keine Einkaufs- oder Logistikabteilung, wodurch die Kosten in diesem Bereich zur Falle werden können“, argumentiert Schmaus: „Da ist strukturell niemand, der Verbrauchsmittel planen und kontrollieren kann. Diese Aufgabe übernehmen wir und unsere Kunden honorieren das“. Die Sparkasse Chemnitz war 2001 die erste, die ihre rund tausend Verwaltungsarbeitsplätze der neuen Logik des Lieferanten anvertraute.
Seitdem wurde das Dienstleistungsmodell ständig weiter entwickelt. Reiner Grimm, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Chemnitz, vertritt die Einstellung: „Wer den Wandel will, muss vor allem sich selbst bewegen. Das eigene Handeln immer wieder in Frage stellen und neue Wege gehen. Lösungen zu suchen genügt nicht. Es kommt darauf an, Lösungen zu finden und umzusetzen. Dabei konnte uns die Schmaus GmbH mit ihrem Know-how über die Jahre unterstützen.“ Inzwischen werden bundesweit mehr als 30.000 Arbeitsplätze in Banken und bei Industriekunden nach diesem Modell versorgt.
Um das Dienstleistungsmodell weiter zu optimieren, unterstützt Schmaus die Promotion einer Diplomwirtschaftsmathematikerin. Anita Gläser sucht in der Datenbank des Unternehmens nach Wegen zur Optimierung: „Ich rechne nach, wie viel Geld in jeder einzelnen Bankfiliale oder Abteilung gespart werden kann. Das betrifft Büro- und andere Hilfsartikel aber auch den effektivsten Weg der Anlieferung.“ Dass sie drei Jahre lang in Ruhe rechnen und forschen kann, erleichtert der Freistaat Sachsen. Er übernimmt die Hälfte der Kosten. Die Bedingung dieser ersten Industriepromotion in Sachsen war, dass die junge Akademikerin nach der Doktorarbeit eine feste Stelle im Unternehmen bekommt. Adalbert Schmaus hat sofort erkannt, dass er seiner Firma so einen entscheidenden Wissensvorsprung verschaffen kann. Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit sollen das Dienstleistungsmodell der Schmaus GmbH patentfähig machen.
Anita Gläser ist davon überzeugt, dass sich Dank ihrer Arbeit weitere Banken, Sparkassen und bald auch Großbanken von der Schmaus GmbH betreuen lassen werden: „Banker haben andere Aufgaben als sich mit Preisen, Lieferung und Abrechnung von Verbrauchsmaterialien herumzuschlagen“, und ihr Chef ergänzt: „Dabei profitieren sie nicht nur von günstigen Preisen und pünktlichen Lieferungen, sondern von hundertprozentiger Transparenz. Die bei uns gewonnenen Verbrauchskennzahlen werten wir mit Bereichs- und Filialleitern aus und finden Optimierungsmöglichkeiten für die Zukunft“. Was auf den ersten Blick unmöglich scheint, könnte gerade im Bankensektor und in großen Verwaltungen das Handelsgeschäft revolutionieren. Die Preissensibilität ist in den letzten Monaten jedenfalls deutlich größer geworden. Dass der Bedarf an schwarzer und roter Tinte den Konjunkturverlauf widerspiegelt, hält Schmaus zwar für möglich, schmunzelt aber: „Soweit reichen unsere Benchmarks leider nicht. Vielleicht ist dieser Zusammenhang wirklich messbar. Die Krise hat vielen Banken allerdings gezeigt, dass Kostenoptimierung so oder so ein Thema ist.“











