(openPR) In einer als E-Book veröffentlichten Fallstudie mit dem Titel „Der Fall Sarrazin“ wird der Versuch einer Analyse der Persönlichkeitsstruktur des umstrittenen Bundesbankvorstands und früheren Berliner Finanzsenators unternommen. Der Autor, ein Arzt, stellt Ähnlichkeiten in Verhaltensmerkmalen Sarrazins und historischer Personen dar. Es wird das Prinzip der Überkompensation eines "Minderwertigkeitskomplexes" erkennbar, das sowohl Sarrazins Äußerungen zu Sozialleistungsempfängern und Migranten, McCarthys Verfolgung potentiell Andersdenkender, Himmlers Organisation von Massenmorden als auch die Psychopathologie Hitlers und des KZ-Kommandanten Amon Göth zu erklären scheint. Im Zusammenhang damit wird die Resonanz Sarrazins, McCarthys und Hitlers in der Bevölkerung massenpsychologisch erklärt.
Äußerst irritierend daran ist, dass der Autor diese spontan völlig überzogen und diffamierend wirkenden Vergleiche auf grafisch dargestellte Übereinstimmungen von Planetenstellungen zu den Geburtszeitpunkten der Personen stützt. Die astrologische Bedeutung dieser Faktoren wird zu einer psychologischen Interpretation des Verhaltens der Personen in Beziehung gesetzt. Ein Blick auf die Leseproben anderer von ihm publizierter Texte, in denen er unter anderem die Motivation des Amokschützen von Winnenden 2009 „astropsychologisch“ begründet und eine partielle strukturelle Ähnlichkeit der Persönlichkeiten Friedrich Schillers und Andreas Baaders beschreibt, verstärkt die Irritation.
Insgesamt entsteht der Eindruck, dass möglicherweise Zusammenhänge zwischen Astrologie und menschlichem Verhalten bestehen könnten, die sich dann aber nicht in einer Entwicklung bestimmter Eigenschaften auswirken, sondern nur als Betonung von Auseinandersetzungen mit bestimmten Lebensthemen. Der Autor behauptet, dass die kombinierte Anwendung von Psychologie und Astrologie sowohl Rückschlüsse auf nicht offensichtliche Handlungsmotivationen und Reaktionsneigungen eines Menschen als auch auf sein zukünftiges Verhalten zulässt. Das erscheint zwar völlig unmöglich, da eine Beeinflussung menschlichen Verhaltens durch Planetenstellungen in keiner Weise physikalisch zu erklären ist. Die sehr sachlich-rational gehaltenen Ausführungen dieses Autors, Bernt Hunze, sind aber geeignet, einige Zweifel an dieser Unmöglichkeit aufkommen zu lassen.
Das E-Book ist zugänglich über http://www.xinxii.com/der-fall-sarrazin-p-323252.html








