(openPR) Ein typisches Einstellungsgespräch: Der Bewerber berichtet über seine bisherige Laufbahn und die Qualifikationen, die er erlangt hat. Während er spricht, untermauert er seine Schilderungen gestenreich. Der Personalchef neigt währenddessen den Kopf leicht nach rechts, die Stirn zeigt waagerechte Falten. Und verrät so en passant das große Interesse an diesem Bewerber.
Wohl kaum eine Sprache spricht so deutlich wie die Körpersprache. Wer sie beherrscht, hat's bei Bewerbungsgesprächen leichter. Doch wie genau hat der Personalchef sich eigentlich verraten? Seine Kopfhaltung war's, die Bände sprach. Wer seinen Kopf nach rechts neigt, drückt Wohlwollen und Beziehungsbereitschaft aus, Querfalten auf der Stirn künden von Aufmerksamkeit. Schlechter hätte es da für den Kandidaten ausgesehen, wenn der Personalchef den Kopf nach links neigt. Denn das bedeutet in der Regel, dass man seinem Gegenüber eher kritisch gegenübersteht. Wer sich für die Reaktionen seines Gesprächspartners sensibilisiert, kann sofort reagieren – und dem Gespräch möglicherweise eine positive Wendung geben. Wie hält es der Personalchef zum Beispiel mit den Füßen? Hat er die Beine übereinander geschlagen und lässt den oberen Fuß unbewusst kreisen, läuft es gut für den Bewerber. Hebt er den Fuß jedoch so weit an, dass der Bewerber freie Sicht auf die Besohlung hat, ist der Personalchef in Abwehrhaltung.
Körpersprache ist die älteste Form der Kommunikation. In der Frühzeit der menschlichen Entwicklung, als die verbale Sprache noch in den Kinderschuhen steckte, kommunizierte man mit Gesten. Wem etwas stank, der hielt sich die Nase zu. An die Nase greifen wir uns noch heute, wenn uns etwas nicht gefällt. (Das „stinkt" uns dann.) Auch umgekehrt finden wir in unserer Verbalsprache viele Hinweise auf körpersprachliche Reaktionen: die Nase voll haben, sich die Haare raufen, jemanden schief anlächeln. Und nicht umsonst sagt der Volksmund: „Das schmeckt ihm nicht“. Der Ursprung dieser Redewendung kommt aus einer körperlichen Reaktion. Jeder weiß, wie man den Mund verzieht, wenn man etwas probiert, was nicht schmeckt. Diese Mundbewegungen vollführen wir auch, wenn wir etwas hören, das uns nicht gefällt.
Wenn sich der Personalchef also beim Bewerbungsgespräch an die Nase fasst oder den Kiefer spielen lässt, ist Vorsicht geboten. Jetzt gilt es zu überlegen, was man gesagt hat, dass diese Reaktion hervorrief. Vielleicht eine abfällige Bemerkung über den vorherigen Arbeitgeber oder Ausbilder? Oder hat man es bei der Schilderung der Qualifikationen und Kenntnissen ein wenig übertrieben? Höchste Zeit jedenfalls, den schlechten Eindruck zu korrigieren. Schließlich soll sich am Ende des Gesprächs der Kopf des Personalleiters nicht nach links, sondern nach rechts wenden.











