(openPR) focusconsult.net –Raif Özalan, Hamburg - Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen bezeichnet nachhaltige Partnerschaften zwischen Wirtschaft und gesellschaftlichen Gruppen (z.B, Sozial- und Bildungseinrichtungen, Umweltbewegungen, Selbsthilfegruppen, regionale Bürgerinitiativen etc.), die mit der Zielsetzung eingegangen werden, sich gemeinsam wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen, die die gesamte Gesellschaft betreffen. Dabei ist es notwendig, gemeinsame win-win Potenziale für Unternehmen und Gesellschaft zu finden und gemeinsame Initiativen zu realisieren.
Im anglo-amerikanischen Raum ist es längst zur Selbstverständlichkeit geworden, dass Wirtschaftsunternehmen Investitionen in die Gesellschaft als wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Wirtschaften erachten. Die Kernargumentation ist dabei, dass Unternehmen an die Gesellschaft, die ihnen wirtschaftliche Erfolge ermöglicht, etwas zurückgeben sollen. In den vergangenen Wochen hat das Thema der gesellschaftlichen Verantwortungsübernahme von Unternehmen auch in Deutschland an Bedeutung gewonnen.
Wie kann das Spannungsverhältnis zwischen Unternehmen und Gesellschaft gelöst werden?
- Die Gesellschaft ist gewöhnt, bei Problemen jeweder Art, die nicht den unmittelbaren Privatbereich betreffen, nicht nach einer Problemlösung, sondern nach Institution, die für die Lösung des Problems verantwortlich ist, oder aber die eigenen Interessen am besten vertritt, zu suchen. Anstelle des persönlichen Engagements zur Lösung eines Problems tritt also die Erwartungshaltung, dass eine Institution dies übernimmt.
- Die Wirtschaft hat den Auftrag, möglichst erfolgreich zu sein und viele Arbeitsplätze zu schaffen. Die Verantwortung für soziale Belange überlässt sie dem Staat. Das Konfliktpotenzial liegt darin begründet, dass Unternehmen von Natur aus grundsätzlich nur aus opportunistischen, egoistischen Gründen Engagement in sozialen Belangen anstreben.
- Ein Unternehmen braucht gute, qualifizierte Mitarbeiterinnen, diese wiederum brauchen ein entsprechend positives Lebensumfeld, das kulturell attraktiv und sicher sein muss. Neben dem Zugang zu materiellen Ressourcen, den Produktionskosten und Märkten, ist das positive soziale Umfeld ein entscheidender Faktor bei Standortentscheidungen. Bewegen wir uns aber auf eine Gesellschaft zu, in der der Staat mehr Eigenverantwortung der übrigen Gesellschaft übelässt, müssen Unternehmen in ihrem Eigeninteresse für ein den Erhalt des positiven sozialen Umfeldes Sorge tragen.
- Die Unternehmen in Deutschland müssen ihre Rolle in der Gemeinschaft neu definieren und ausgestalten. Langfristig gesehen können Unternehmen und andere gesellschaftlichen Gruppen bedürfen der Öffnung von beiden Seiten, der Bereitschaft, die gegenseitigen Bedürfnisse und Denkweisen zu verstehen und zu akzeptieren. Unternehmen müssen lernen, mit ihrem Eigeninteresse produktiv für Interessen der Gemeinschaft umzugehen und gemeinnützige Einrichtungen dürfen Unternehmen nicht als reine Ersatzgeldquelle für rückläufige staatliche Förderung betrachten, die sich aber ansonsten nicht in ihre Angelegenheiten einzumischen haben.
- Die Wirtschaft muss als mitgestaltende Bestandteil und Partner mit eigenen Interessen der Gesellschaft gesehen werden, aber man muss sie auch mit eigenen Ressourcen integrieren und ernst nehmen..













