openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Out Now-Florian Ross: Mechanism VÖ 20.8.2010 (Pirouet/Edel:Kultur)

19.08.201008:37 UhrFreizeit, Buntes, Vermischtes
Bild: Out Now-Florian Ross: Mechanism VÖ 20.8.2010 (Pirouet/Edel:Kultur)
Out Now-Florian Ross: Mechanism VÖ 20.8.2010 (Pirouet/Edel:Kultur)
Out Now-Florian Ross: Mechanism VÖ 20.8.2010 (Pirouet/Edel:Kultur)

(openPR) Der deutsche Pianist Florian Ross ist nicht nur Pianist, sondern vor allem auch Komponist, Gestalter von Klängen. Als solcher hat er sich in den letzten zehn Jahren mindestens europaweit einen Namen gemacht. Nicht von ungefähr wurde der 1972 in Pforzheim geborene Musiker bereits im Jahr 2000 mit dem ersten Preis des Thad-Jones-Wettbewerbs der Danish Radio Big Band ausgezeichnet. 2006 erhielt er den WDR-Jazzpreis für Komposition. Das Goethe-Institut schickte ihn als vorbildlichen deutschen Kulturexport nach Asien, Südafrika und Mittelamerika, an renommierten Musikhochschulen in sechs deutschen Städten unterrichtet er. Florian Ross ist ein Meister der Stimmführung, versteht es, viele Instrumentenstimmen außergewöhnlich raffiniert miteinander zu kombinieren. Ob für das Vancouver Jazz Orchestra, das BMI Jazz Orchestra oder das Metropole Orkest - wenn es darum geht, Jazz für große Klangkörper schlank und besonders vielfarbig klingen zu lassen, dann ist Florian Ross eine gesuchte Adresse.



Dies ist seine erste CD als Solo-Pianist. 2004 hatte er zum ersten Mal ein Solo-Programm im Beethovenhaus in Bonn gespielt und immer mehr Gefallen an dieser völligen Gestaltungsfreiheit gefunden, gleichzeitig wuchs aber auch, wie er bekennt, der Wunsch, "solo zu spielen und doch nicht gänzlich allein zu sein". Das Ergebnis hört man nun hier. Zum einen Piano solo - ganz traditionell mit einem einzigen Pianisten zur selben Zeit. Und zum anderen "Solo-Piano plus Solo-Piano". Und diese letztere musikalische Versuchsanordnung - also die Doppelung des Klaviers - nimmt Ross als Chance, "am Klavier live zu komponieren und zu orchestrieren". Doch kam dabei kein Ego-Trip mit sich türmenden Tasten-Effekten heraus, sondern es entstanden Aufnahmen von poetischer Schönheit. Man kann sich in den betreffenden Stücken manchmal an ein mögliches Vorbild erinnert fühlen, das Ross aber aus Bescheidenheit nicht nennen würde: die Conversations with Myself, die 1963 der große Kammermusiker des Klavierjazz, Bill Evans, einspielte - allerdings noch mit klassischer Mehrspurtechnik, da ein Loop-Sampler noch nicht erfunden war. Selbst-Dialoge und Monologe voller Intimität und feiner Besonnenheit sind jedenfalls Florian Ross' Aufnahmen für die vorliegende Pirouet-CD. Und der Titel dazu ist ein besonders subtiles Understatement: Mechanism.

Mechanism, das klingt nach seelenloser Kälte mechanischer Abläufe - was dann durch die Aufnahmen Stück für Stück widerlegt wird. Das Titelwort lässt sich auch als hintersinniger Querverweis auf zeitgenössische Werke für sogenannte "mechanische Klaviere" lesen, also selbst- spielende Klaviere, die mit Hilfe von Lochstreifen in Gang gesetzt werden. Komponisten wie György Ligeti und Conlon Nancarrow haben faszinierende Stücke für solche Klaviere geschrieben, deren Präzision eben nicht zu kalter Glätte, sondern zu besonderer Intensität führte: Musik, die man denken, aber nicht mit herkömmlichen Mitteln realisieren konnte. Und Letzteres trifft auch auf die Stücke dieser CD zu - von denen eines den Titel György trägt und in vorwärtstreibend dichter Tonsprache wie eine gewitzte, nur eine Minute und drei Sekunden kurze und hinreißend beiläufige Hommage an den Ungarn klingt.

Auf dieser CD hört man Klaviermusik von erstaunlicher Vielfalt, die zugleich verblüffend homogen ist. Als Hörer kann man sich hineinversenken und die 17 Stücke wie eine lange Reise ins eigene Innenleben genießen. Da gibt es viele ungemein schöne Momente - ob in der fast schwindelerregenden Klangwelt des Titelstücks, in dem eine hohe, verfremdete Stimme mit schnellen Motiven Tänze wie in einer verschwommenen Traumsequenz vollführt. Oder in den Choral-artigen Stimmverläufen des Stücks Bridges, die sich dann allmählich auffächern im pianistischen Dialog. Oder auch: die kantigen Intervallsprünge in dem Stück Catflap, die einen faszinierenden Groove gerade durch scheinbar stockende Grundmotive entfalten; wie ein Ausdruckstanz der Tasten-Töne in langsamen, zackigen Bewegungen mutet die Musik dabei an - und plötzlich beginnen die Töne auch noch rückwärts zu erklingen.

Gerade der Wechsel zwischen Solo-Spiel und Doppel-Solo ist hier spannend - schöne Hör-Rätsel, die immer neuen Reiz entwickeln. Im Eingangsstück Round About, das wie ein Präludium dahintreibt und eine zeitgenössische Art wohltemperierter Klaviermusik einleitet, hört man Ross noch nicht in zweifacher Ausführung - das kommt dann erst im zweiten Track. If at All, Paying the Bill, Moment's Notice, Sometime Ago, Mangroove und Quiet of the Evening sowie - der Titel sagt es - Better Alone sind ohne Loop. Ein Stück wie Nice to Meet You natürlich wieder mit.

Florian Ross, das merkt man nicht zuletzt an diesen Stücktiteln, ist ein ernsthafter Musiker mit viel hintergründigem Humor. Zu diesem Humor gehört es auch, dass ausgerechnet diejenigen Stücke, die sich auf Bill Evans beziehen lassen, eben keine Conversations with himself sind, sondern einfache Solo-Einspielungen. Etwa die zart hingehauchten Motive und fein ineinandergleitenden Harmonien des Stücks Paying the Bill: Sie lassen sich als raffinierte Reminiszenz hören, ebenso wie das Stück Sometime Ago, ein Standard, den zwar der Argentinier Sergio Mihanovich geschrieben hat, den aber eben Evans in vollendete Klavierform brachte - und dessen zart-impressionistischen Ton Florian Ross hier fortführt.

Sometime Ago und der John-Coltrane-Standard Moment's Notice, der hier nicht kraftvoll voranstürmt, sondern nachdenklich innezuhalten scheint - wie ein festgehaltener Augenblick eben - sind die einzigen Standards auf dieser CD. Alle anderen Stücke sind Eigenkompositionen. In allen Stücken, den eigenen wie den beiden geliehenen, zeigt Florian Ross, wie groß sein musikalisches Vokabular ist und wie viele musikalische Idiome er überzeugend zu seinen eigenen machen kann. Sie klingen dann wie eine individuelle Sprache.

Das ist auch - und vielleicht sogar besonders - bei den Stücken für vier Hände und einen Kopf der Fall. Diese Aufnahmen bleiben eben nicht im Labor-Experiment stecken - es sind übrigens Kompositionen, die auch live solo von Ross aufführbar sind -, sondern entfalten eine faszinierende Natürlichkeit. Es sind Einspielungen, die in ihrer Form und Anlage höchst selbstverständlich wirken; so, als würden Solo-Pianisten schon immer allein zu zweit mit einem Sampler dialogisieren. Und so wird eine Erweiterung durch Live-Sampling, die bei einem Instrument wie der Gitarre schon fast zu einem Standard-Ausdrucksmittel des heutigen Jazz geworden ist, auch hier absolut sinnfällig. Bei Florian Ross' zweifachem Solo-Piano entsteht keine Note zuviel. Es gibt kein "erstes" und kein "zweites" Klavier, sondern einfach eine fesselnde Klangwelt aus zugleich organisch und höchst spannend miteinander verwobenen Stimmen. Und: Es entsteht eine Homogenität der Gestimmtheit, die wiederum mit zwei unterschiedlichen Pianisten so kaum möglich wäre.

Die Musik von Florian Ross ist eine Musik mit vielen Schichten. Die Stücke mit nur einem Klavier haben oft eine aphoristische Leichtigkeit, unter der stets ein ganz tiefer Grund zu vermuten ist. Und wenn er zwei Klaviere überlagert, dann ist das eine konsequente Umsetzung des jeweiligen kompositorischen Reichtums. Ross gelingt es in diesen siebzehn Takes, den Hörer in sinnliche Schönheiten voller Hintergründigkeit zu entführen. Es ist immer eine Dimension mehr dahinter, als man aufs erste ahnt. Und trotzdem wirkt kein Takt anstrengend. Es ist ein Vergnügen, diesen Monologen und Dialogen zu folgen - und ein Genuss, eine Musik zu hören, die so wenig Wind macht und doch so viel in sich hat. Mechanism voller Substanz und Seele.

+++Besetzung+++
Florian Ross piano, loops

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 458136
 1782

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Out Now-Florian Ross: Mechanism VÖ 20.8.2010 (Pirouet/Edel:Kultur)“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Marion Hölczl Presse & Promotion

Bild: Out Now-Christian Weidner: Dream Boogie VÖ 16.11.2012 (Pirouet/Edel:Kultur)Bild: Out Now-Christian Weidner: Dream Boogie VÖ 16.11.2012 (Pirouet/Edel:Kultur)
Out Now-Christian Weidner: Dream Boogie VÖ 16.11.2012 (Pirouet/Edel:Kultur)
Er ging nach innen und fand einen ganz eigenen Ton. Die 2010 bei Pirouet erschienene CD The Inward Song des Altsaxophonisten Christian Weidner wurde gefeiert: CD des Monats in unterschiedlichen Fachzeitschriften, vier oder sogar fünf Sterne in Medien in den USA, Italien, Österreich und Deutschland. Gelobt wurde ein „traumwandlerisches Miteinander“ und eine „große Kraft“, Rezensenten beschrieben einen „farbenprächtigen Abenteuerraum“ und priesen Musik, die so klingt, als spreche man „eine tiefgreifende Wahrheit“ aus, „ohne laut oder dabei dekl…
Bild: Out Now-Pablo Held: Trio Live VÖ 16.11.2012 (Pirouet/Edel:Kultur)Bild: Out Now-Pablo Held: Trio Live VÖ 16.11.2012 (Pirouet/Edel:Kultur)
Out Now-Pablo Held: Trio Live VÖ 16.11.2012 (Pirouet/Edel:Kultur)
Konventionelles wird man von ihm so schnell nicht vorgesetzt bekommen. Der Pianist Pablo Held, 25 Jahre alt und dennoch schon beinahe ein Arrivierter im internationalen Jazzgeschehen, sucht stets die Herausforderung. Einen „Hoffnungsträger“ nannte diesen Musiker die hochseriöse Wochenzeitung „Die Zeit“, die „Jazzzeitung“ schwärmte von ihm als einem, der die „lebendige deutsche Jazz-Szene zum Glühen“ bringe, der Schweizer „Kulturtipp“ stellte in Aussicht: „Da bahnt sich was Großes an“. Weitere Kritiker attestierten Held, dass er mit seiner in …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Bacteria have a sense of touchBild: Bacteria have a sense of touch
Bacteria have a sense of touch
… a sense of touch. In their recent publication in “Science”, the researchers demonstrate how bacteria recognize surfaces and respond to this mechanical stimulus within seconds. This mechanism is also used by pathogens to colonize and attack their host cells. --- Be it through mucosa or the intestinal lining, different tissues and surfaces of our body …
Bild: New study: Why European winters were so cold during the Little Ice Age
New study: Why European winters were so cold during the Little Ice Age
In a new study, scientists propose a mechanism to explain the winter amplification of the Little Ice Age cooling in Europe by connecting it to the changes in the oceanic circulation of the subpolar North Atlantic. --- Our common conception of the Little Ice Age (LIA), the relatively cold climate period that climaxed in the 16th–18th centuries, is strongly …
Stabilizing TREM2 – a potential strategy to combat Alzheimer’s disease
Stabilizing TREM2 – a potential strategy to combat Alzheimer’s disease
Heidelberg, 30 August 2017 – Uncovering the molecular mechanism behind a rare genetic risk factor of Alzheimer’s disease points to a new therapeutic target. --- A gene called triggering receptor expressed on myeloid cells 2, or TREM2, has been associated with numerous neurodegenerative diseases, such as Alzheimer's disease, Frontotemporal lobar degeneration, …
Bild: Tag Heuer Formula 1 Calibre S Chronograph 200M CAH7010.BA0854 Mens WatchBild: Tag Heuer Formula 1 Calibre S Chronograph 200M CAH7010.BA0854 Mens Watch
Tag Heuer Formula 1 Calibre S Chronograph 200M CAH7010.BA0854 Mens Watch
… 1/10th and 1/100th of a second. This brings in ultra precision to its chronograph function. Tag Heuer Formula 1 Mens Watch stands as the first watchmaker with a chronograph mechanism of unsurpassed precision that is equal to that of a digital watch. Once the chronograph functions are disengaged, the watch reverts to its time-telling mode. This is when …
Bild: How receptors for medicines work inside cells
How receptors for medicines work inside cells
… persistent phase of cAMP production in the cell interior," said Davide Calebiro. In fact, this phenomenon was shown to be "biologically relevant". However, the exact mechanism was largely unknown. With their latest study, the researchers of the University of Würzburg, together with colleagues from the University of Birmingham, have succeeded in deciphering …
Bild: Nanomagnets Levitate Thanks to Quantum Physics
Nanomagnets Levitate Thanks to Quantum Physics
… an external static magnetic field owing to quantum mechanical principles. The quantum angular momentum of electrons, which also causes magnetism, is accountable for this mechanism. --- Already in 1842, British mathematician Samuel Earnshaw proved that there is no stable configuration of levitating permanent magnets. If one magnet is levitated above another, …
Bild: Das Münchner Musikunternehmen Enja Records bei der Jazzahead in BremenBild: Das Münchner Musikunternehmen Enja Records bei der Jazzahead in Bremen
Das Münchner Musikunternehmen Enja Records bei der Jazzahead in Bremen
… Schwidewski, Milena Albrecht sowie Marion Hölczl. Am Samstag dem 25.4. um 14.30 Uhr spielt das luxemburgische Pascal Schumacher Quartet im Rahmen des European Jazz Meeting (CD "Here We Gong" VÖ 17.4.). Am Sonntag dem 26.4. spielt Susi Hyldgaard mit der NDR Bigband (CD "It's Love We Need" VÖ 27.3.). Neben dem Pascal Schumacher Quartet und Susi Hyldgaard stehen …
Synaptic disorder
Synaptic disorder
A Würzburg research team describes a hitherto unknown pathogenic mechanism of motor neuron disorders. This should lead to a rethinking in drug development. --- Motor neurons are the nerves that send impulses to the muscles to generate movement. Damage of these neurons can cause very diverse diseases, for example spinal muscular atrophy in children or …
Bild: Treatment for Brain Disorders - Alpha Theta CenterBild: Treatment for Brain Disorders - Alpha Theta Center
Treatment for Brain Disorders - Alpha Theta Center
… applicable for people of all age categories. There are specialized techniques now available that will help medical experts to perform a complete analysis of the basic brain functioning mechanism. The results of brain mapping are further refined through LORETA Z score training. The advantage of this training is that • Various areas of issue in the brain …
Bild: Hamilton Automatic Khaki X-Wind Chronograph H77616133 Mens WatchBild: Hamilton Automatic Khaki X-Wind Chronograph H77616133 Mens Watch
Hamilton Automatic Khaki X-Wind Chronograph H77616133 Mens Watch
… the watch its extra mojo. That helps the timekeeper stand out as a classic from the rest of the pilots’ chronographs. Instead of an ETA Valjoux 7750 mechanism, the Hamilton American Classic Jazzmaster houses a Caliber H-21 automatic chronograph movement. This redecorated version of the industry work-horse movement is found in more expensive watches …
Sie lesen gerade: Out Now-Florian Ross: Mechanism VÖ 20.8.2010 (Pirouet/Edel:Kultur)