(openPR) Schwarz-Gelb will Atomenergie wieder massiv fördern – Tschernobyl lässt grüßen
Paderborn, 25. April 2005
Morgen, am 26. April 2005 jährt sich der Beginn der nuklearen Katastrophe im Atomkraftwerk in Tschernobyl zum neunzehnten Mal. Angesichts der grausamen Bilder von Verwüstung und Elend und dem inzwischen fundierten Wissen über die potenziellen Gefahren von Atomkraftwerken ist es nicht nachvollziehbar, das die Oppositionsparteien im Landtagswahlkampf lauthals den Wiedereinstieg in die Atomenergie fordern. Eine im Auftrag der AG Erneuerbare Energien angefertigte Studie kommt zum Ergebnis, dass Mitte dieses Jahrhunderts in Deutschland 60 Atomkraftwerke am Netz sein müssten, wenn eine CO2-freie Energieerzeugung ohne erneuerbare Energien gesichert werden soll. Allein im Energieland Nr. 1 Nordrhein-Westfalen würden acht Kernkraftwerke neu gebaut und in Betrieb genommen werden. Günter Benik, Mitautor der Studie und Geschäftsführer der EWO Energietechnologie GmbH Lichtenau, stellt dazu fest: „Es genüge nicht, theoretische politische Forderungen zu erheben, sondern man müsse auch die damit verbundenen Konsequenzen darstellen. Das kommt im Wahlkampf aber bekanntermaßen zu kurz.“
Bereits im Bericht der Enquente-Kommission des Bundestages zur zukünftigen Energieversorgung haben CDU/CSU und FDP in einem Sondervotum gefordert, die Atomenergie als Option der Energieversorgung neu zu beleben und das Erneuerbare Energien Gesetz zu ersetzen. Gleichzeitig sprechen sich beide Parteien in einem Sondervotum dafür aus, die Klimagasemissionen um bis zu 80 Prozent in den nächsten 50 Jahren zu abzusenken. Die Forderung der FDP, die Steinkohle-Subventionierung zu streichen, weist noch darüber hinaus.
Vor diesem Hintergrund bleibt nur der Weg, fossile Energien durch Kernenergie zu ersetzen. Das bedeutet aber, dass in Deutschland in der Mitte dieses Jahrhunderts 60 Atomkraftwerke am Netz sein müssten. Um das zu verwirklichen, müssten vielfach neue Standorte ausgewiesen werden. Unter den Kriterien Kühlung, Infrastruktur und Besiedelung wurden zahlreiche Standorte geprüft. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass allein in Nordrhein-Westfalen acht Standorte für den Neubau von Atomkraftwerken in Frage kommen würden: Grohnde, Paderborn, Würgassen, Datteln, Gelsenkirchen-Scholven, Rees, Leverkusen und Hamm-Uentropp. Die individuelle Eignung der Standorte muss aber noch in einem entsprechenden Verfahren geprüft werden.
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