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GFB zur Nachwuchsproblematik der Fachärzte

05.08.201016:27 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Nach Ansicht der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) wird in den kommenden Jahren nicht nur der jüngst prognostizierte Hausärztemangel, sondern auch ein dramatischer Rückgang der Fachärzte die medizinische Versorgung in Deutschland erschüttern.



Nach Aussage von Dr. Siegfried Götte, Präsident der GFB, zeichne sich der Altersgipfel der Fachärzte bereits jetzt in allen Fächern ab. Bis 2015 betrage der Ersatzbedarf aller niedergelassenen Ärzte, sowohl Haus- als auch Fachärzten 40.000. Bis zum Jahr 2020 liege er bei 50.000. Schätzungsweise dürften Fachärzte bis 2015 mit 30 % an der Gesamtzahl beteiligt sein. Bis 2020 wird sogar ein Anteil von 40 % prognostiziert.

Als Folge des fehlenden Nachwuchses sieht die GFB die jetzige Versorgungsqualität gerade unter dem Aspekt, dass das Knowhow des Facharztes gleichsam als Versorger und Spezialist in der komplementären Versorgung ambulant und stationär unverzichtbar ist und ganz wesentlich zum niedrigen BIP-Anteil der Kosten des Gesundheitssystems im internationalen Vergleich beiträgt, in Gefahr. Die Ursache dieser Entwicklung ist insbesondere in der zunehmend mangelhaften Attraktivität des Arztberufs durch gesellschaftliche Akzeptanz- und Vergütungsdefizite zu sehen. Das Ansehen eines freien Berufsstands wird in Anbetracht der gesundheitspolitischen Querelen und Restriktion nicht mehr wahrgenommen.

Deshalb suchen immer mehr junge Medizinstudenten Arbeitsbedingungen, Aufstiegsmöglichkeiten und Verdienstchancen in der Industrie oder wandern in europäische Nachbarländer mit wesentlich attraktiveren Arbeitsbedingungen, wie Norwegen und die Schweiz, ab.

Die GFB sieht daher dringenden Korrekturbedarf der deutschen Gesundheitspolitik, um die Patientenversorgung auch in der Zukunft sicherzustellen, und fordert Förderungsprogramme nicht nur für Hausärzte, sondern auch für Fachärzte sowie eine finanzielle Unterstützung der Weiterbildung in Facharztpraxen. Während die Kosten für die Weiterbildung im Krankenhaus in den DRG’s enthalten sind, werden sie bei ohnehin vielen defizitär arbeitenden Facharztpraxen nicht berücksichtigt. Doch nur mit Geld allein lasse sich das Problem nicht lösen. Es müsse vielmehr durch die Politik ein mit allen Betroffenen abgestimmter Masterplan erarbeitet werden. „Wir müssen uns endlich wegbewegen von kurzfristigen Detaillösungen hin zu langfristigen gesundheitspolitischen Perspektiven unter Berücksichtigung einer nachhaltigen Versorgung auf hohem Niveau und der Verhinderung von Kostenverlagerungseffekten in Rente und Pflege“, so der Präsident der GFB.

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