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GFB fordert neue Versorgungsabläufe statt Honorarkürzungen

18.06.201017:14 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Statt das gesundheitspolitische Heil weiterhin in Rationierungsmaßnahmen zu suchen, empfiehlt die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB)
den Abbau von Folgekosten durch die Stärkung der primären Versorgung. Dadurch werde die direkte Versorgungsqualität verbessert und Kostenverlagerungen in nachgeordnete Sozialsysteme wie Rente und Pflege verhindert. Rationierung und Honorarkürzungen der primären Versorgung würden eher das Gegenteil bewirken.

Steigerungen bei Arzthonoraren und Klinikausgaben, eine „doppelte Facharztschiene“, sowie steigende Kosten für immer älter werdende Patienten sollen die Ursache dafür sein, dass den Kassen im nächsten Jahr mindestens 11 Mrd. Euro fehlen. In Wirklichkeit sind nach Ansicht der GFB die mutlosen Kompromisse der bisherigen Gesundheitsreformbestrebungen gescheitert. „Deshalb müssen wir Visionen einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Gesundheitswirtschaft entwickeln“, meint Dr. med. Siegfried Götte, Präsident der GFB und fordert, die kompetenzgestützte Allokation der ärztlichen Leistungen und die Stärkung der Versorgung in jeder Behandlungsphase (nach Leitlinien).

Dr. Götte verweist auch auf die Stärke und Kosteneffizienz des deutschen Gesundheitssystems durch die flächendeckende, wohnortnahe, fachärztliche Versorgung in komplementärer Ergänzung zur stationären Versorgung. Die Flexibilität ärztlicher Freiberuflichkeit und die kompetente fachärztliche Versorgung in Wohnortnähe sind nach seiner Überzeugung Garanten für ein kostengünstiges Gesundheitssystem in Deutschland im internationalen Vergleich.

Auf 1.000 Einwohner kommen in Deutschland 0,9 Fachärzte an Kliniken – die in Weiterbildung befindlichen Assistenten ohne Facharztstatus mitgerechnet - und 0,7 in der Facharztpraxis. Mit zusammen 1,6 Fachärzten auf 1.000 Einwohner liegt Deutschland im unteren europäischen Mittelfeld. Dementsprechend hat das deutsche Gesundheitssystem keine übermäßige Facharztdichte. Im Gegenteil garantiert die ambulante wohnortnahe fachärztliche Versorgung eine überwiegend unmittelbare Diagnosefindung und eine dementsprechend zielgerichtete Therapie der Patienten. „ Mit Kürzungen im Gesundheitssystem werden sich die Herausforderungen an ein effizientes System mit hoher Versorgungsqualität und der Kostenverlagerung in Rente und Pflege aufgrund restriktiver Primärversorgung nicht lösen lassen“, unterstreicht der Präsident der GFB.

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