(openPR) LEIPZIG. (Ceto) Nach einer leichten Schwäche am Vormittag hat sich der Rohölpreis im Tagesverlauf bei rund 82,50 Dollar behauptet. Die Referenzsorten Brent (Nordsee) und Western Texas Intermediate (US-Leichtöl) lagen dabei in etwa gleichauf.
Ob der aktuelle Ausbruch der Notierungen aus dem lange stabilen Preisgefüge von 70 bis 80 Dollar von Dauer ist, muss sich zeigen. Berechtigt ist er aus fundamentaler Sicht jedenfalls nicht. Das Bild von hohen Vorräten und geringer Nachfrage hat nach wie vor Bestand. Davon kündeten auch gestern einmal mehr die US-Lagerdaten gemäß American Petroleum Institute (API); die Amerikaner verbrauchten weit weniger Benzin als angenommen. Zudem ist der Tropensturm Colin schwächer als erwartet, er hätte womöglich Produktionsstilllegungen im Golf von Mexiko verursachen können.
Und kommen positive und negative Nachrichten aus der Wirtschaft, so scheinen sich die Anleger derzeit nur die herauszupicken, die als Rechtfertigung für Preissteigerungen taugen. „Gute Nachrichten sind gut für den Ölpreis, schlechte derzeit aber offensichtlich auch“, sagt Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Heute Abend veröffentlicht die US-Energiebehörde DOE weitere Zahlen zu den Rohölvorräten; Analysten erhoffen sich davon neue Impulse für den Markt.
Die Vorgaben der Märkte bleiben freilich nicht ohne Auswirkungen auf den hiesigen Heizölpreis. Nach Erhebung des Fachmagazins BRENNSTOFFSPIEGEL und mineralölrundschau legten die Preise im Bundesdurchschnitt erneut zu. Die 100-Liter-Partie Heizöl EL kostete 18 Cent mehr als gestern und damit 68,04 Euro. Der relativ starke Euro mildert den Aufschlag etwas ab. Für den Monat August steigt der durchschnittliche Preis damit auf 67,23 Euro. Das ist zwar mehr als im Vorjahr (57,71 Euro), aber deutlich weniger als im August 2008 (87 Euro).
Die Entwicklung der einheimischen Heizöl-Endverbraucherpreise im Bundesdurchschnitt und in den einzelnen Bundesländern zeigen die Grafiken auf dem Energieportal www.brennstoffspiegel.de in der Rubrik Marktdaten. Regionale Abweichungen sind marktbedingt jederzeit möglich.
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