(openPR) Köln - Inhabergeführte Familienbetriebe sowie kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) beginnen sich zunehmend aus „Enttäuschung über die Politik“ zu vernetzen, um ihre Kompetenzen zu bündeln und global wettbewerbsfähig zu sein. Die Politik rede zwar „häufig und gebetsmühlenartig“ über die Bedeutung des Mittelstands, setze aber die Unterstützungsankündigungen selten oder gar nicht um, heißt es in einer am Dienstag in Köln vorgelegten Untersuchung der studentischen Unternehmensberatung OSCAR GmbH.
So könne zum Beispiel der diskutierte gleitende Erlass der Erbschaftssteuer bei Übernahme des elterlichen Betriebes ein „Schritt in die richtige Richtung“ sein, um den gewachsenen Bestand an Familienunternehmen zu erhalten. Hinzu komme die Tatsache, dass die KMU nicht nur in der Politik unterrepräsentiert seien, sondern auch von den Medien nicht ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung entsprechend wahrgenommen würden. OSCAR-Geschäftsführer Kolja von Westerholt: „Den Medien ist es offenbar wichtiger, über senile Schlagerstars zu berichten statt über Themen wie die KMU, die 66 Prozent aller Arbeitnehmer und 80 Prozent der Auszubildenden beschäftigen.“
Während Großunternehmen lohnintensive Produktionslinien in Niedriglohnländer mit einhergehendem Arbeitsplatzabbau verlagerten, sei die Beschäftigungsquote bei Klein- und Mittelunternehmen vergleichsweise stabil geblieben. Nach Angaben des Bonner „Instituts für Mittelstandsforschung“ (IfM) gibt es in Deutschland rund 3,38 Mio. KMU mit insgesamt 19,98 Mio. Beschäftigten. Generell würden die KMU stärker belastet als große Konzerne, die über entsprechende personelle Ressourcen verfügten, um bürokratische Vorgaben umzusetzen.
Zudem optimieren Großunternehmen durch eine verstärkte Reduzierung ihres direkten Zulieferstammes ihre Supply Chains. Um diesem Trend erfolgreich begegnen zu können, „müssen mittelständische Anbieter mit einem begrenzten Portfolio virtuelle Verbünde bilden und neue, hochflexible Kooperationsformen entwickeln“. Ziel soll es sein, vorhandene Kompetenzen zu konzentrieren und zeitnah in ein gemeinsames Angebot umzusetzen. Vor allem kleinen Unternehmen soll es so ermöglicht werden, sich in formierte Supply Chain Netzwerke der Großabnehmer einzugliedern und damit ihre Marktpräsenz zu sichern.











