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Modernes Prostata-Krebsmittel im Endspurt: Fortgeschrittene klinische Studie am Universitätsklinikum Aachen

29.07.201017:11 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Patienten zur Teilnahme eingeladen

Aachen, 29. Juli 2010 – Heute gab die Klinik und Poliklinik für Urologie am Universitätsklinikum Aachen den Beginn der Patientenaufnahme für eine neue klinische Studie bekannt. Die Studie der klinischen Phase III wird die Effizienz und Sicherheit eines innovativen Medikamentenkandidaten untersuchen, der zur Behandlung des fortgeschrittenen hormon-resistenten Prostatakarzinoms dient. Prostatakrebs-Patienten, die zuvor mit dem Krebsmedikament Docetaxel behandelt wurden, könnten in die Studie aufgenommen werden. In Aachen können bis zu 75 Patienten teilnehmen. Interessenten wird die Kontaktaufnahme mit dem Koordinationsbüro (Frau Svenja Lensing, T +49 (0)241 80 35 358) zur Klärung ihrer Eignung für die Teilnahme empfohlen.

Eine Therapie, die derzeit die klinische Studienphase durchläuft, wird nun am Universitätsklinikum Aachen untersucht und könnte Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom erneute Hoffnung bieten. Die Untersuchung folgt erfolgreichen Studien der klinischen Phasen I – II am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York, USA (Leitung: Dr. Howard Scher).

Prof. Axel Heidenreich vom Universitätsklinikum Aachen zählt in Europa zu den Hauptleitern dieser Studie und sagt: "Wir sind von dieser Studie sehr angetan. Denn wir erleben Patienten, bei denen die derzeitig verfügbaren Hormon- und Chemotherapien versagen und die mit dieser jetzt zu prüfenden Hormontherapie aber eine Behandlungsmöglichkeit bekommen könnten. Für Patienten, bei denen die Chemotherapie versagt hat, und deren Therapieoptionen begrenzt sind, bietet diese Studie neue Aussichten. Die Medikamente in dieser Studie wurden in den Vorgängerstudien gut vertragen und werden oral als Tablette eingenommen, so dass insgesamt mit einer geringeren Belastung als unter der bereits erfolgten Chemotherapie zu rechnen ist.
Im Falle einer Prostatakrebs-Erkrankung können männliche Sexualhormone (Androgene, wie Testosteron) das Wachstum der Krebszellen anregen. So genannte Hormontherapien reduzieren oder blockieren diese Androgene, um die Krebszellen abzutöten. Doch können die Prostatakrebszellen im Laufe der Zeit eine Resistenz (Unabhängigkeit) gegenüber der Hormontherapie entwickeln und dann trotz der Behandlung erneut wachsen. Diese Art Krebs wird als Hormon-Resistenter-Prostatakrebs (HRPC) bezeichnet.

Der jetzt untersuchte innovative Medikamentenkandidat ist ein oral eingenommener Androgenrezeptor-Antagonist. In Krebszellen, die auf einige andere Medikamente nicht mehr ansprechen, bewirkt dieser ein verlangsamtes Wachstum und den Tod – und das auf drei unterschiedlichen Wegen: Er blockt die Bindung von Testosteron an den Androgen-Rezeptor, behindert die Bewegung des Androgen-Rezeptors in Richtung des Kerns von Prostatakrebszellen (nukleäre Translokation) und hemmt die Bindung an DNA.


Die aktuelle Studie ist eine Phase III Studie und wird die Wirkung des Therapeutikums auf das Überleben und andere Faktoren, inklusive der Lebensqualität, untersuchen. Die Studie wird in Deutschland und weiteren europäischen Ländern sowie in den USA, Kanada, Südamerika, Australien und Südafrika durchgeführt. Bis zu 1.200 Männer werden an der Studie teilnehmen. Zwei Drittel der Patienten, die die Teilnahmekriterien erfüllen, werden nach dem Zufallsprinzip ausgesucht und erhalten den Medikamentenkandidaten (zur täglichen oralen Einnahme). Ein Drittel der Patienten wird Placebo erhalten. Prednison, das im allgemeinen unter diesen Bedingungen verwendet wird, kann an alle Patienten dieser Studie verabreicht werden.

Prostatakrebspatienten in Deutschland, die zuvor mit dem Krebsmedikament Docetaxel behandelt wurden und deren Prostatakrebs fortschreitet, könnten den Teilnahmekriterien entsprechen. Sie sind aufgerufen mehr über die mögliche Teilnahme zu erfahren, da klinische Forschung von fundamentaler Bedeutung für das bessere Verständnis der Behandlungsmöglichkeiten von Prostatakrebs – und damit der Verbesserung der Überlebenschancen der Patienten – ist. Interessierte Patienten sind eingeladen sich an Frau Svenja Lensing (T +49 (0)241 80 35 358; E-Mail: E-Mail) in der Studienzentrale der Urologischen Klinik zu wenden oder die Webseite http://www.affirmtrial.de zu konsultieren.

Folgende drei Fragen helfen Patienten ihre Chance auf eine Teilnahme einzuschätzen, da eine Teilnahme nur bei Beantwortung aller drei Fragen mit "Ja" möglich ist:

1. Ist Ihr Prostatakrebs in einem fortgeschrittenen Stadium?
2. Wurden Sie mit einem Chemotherapeutikum behandelt?
3. Ist der Krebs seit der Chemotherapie weiter gewachsen?



1 Ferlay, J., et al., Estimates of the cancer incidence and mortality in Europe in 2006 Ann Onc 2007; 18(3):581-92

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