(openPR) Was hat es mit dem Schlagwort des 'Berliner Mehrwerts' auf sich, das gegenwärtig in Feuilletons und politischen Kommentaren die Runde macht ? Dem mit diesem sarkastischen Begriff einhergehenden Vorwurf, den Hauptstädtern ginge es – da sie faktisch 'mehr Wert' seien - auf Kosten der restlichen Republik finanziell zu gut, widmet sich eine Diskussion am 21. Juli.
Seit einiger Zeit ist der sogenannte 'Berliner Mehrwert' Gegenstand der Diskussion um Verteilungsgerechtigkeit in der Bundesrepublik. Es wird suggeriert, die Hauptstädter seien dank der für die Spreemetropole segensreichen Auswirkungen des Länderfinanzausgleichs de facto 'mehr wert' als Bürgerinnen und Bürger in anderen Teilen der Republik, die die Wohltaten für Berlin mit Steuergeldern finanzieren müssen. Die Initiative 'Wir-sind-wichtig' hält den Unmut über die vermeintliche Privilegierung der Hauptstädter für ungerechtfertigt, plädiert aber dennoch dafür, mögliche Konflikte beim Namen zu nennen und intelligent zu moderieren, damit sie eines Tages nicht eskalieren.
Die gesellschaftliche Vorreiterrolle Berlins ist durch die Konzentration postmoderner Lebensstile in der Hauptstadt besonders augenfällig: Die Angleichung der Geschlechter sowie die endgültige Überwindung traditioneller Familienstrukturen bringen die Metropolenbewohner einerseits zwar der angestrebten weitestgehenden Selbstverwirklichung näher, sie verlangen ihnen andererseits jedoch auch nicht zu unterschätzende Opfer ab, was Lebensfreude, Gesundheit und nachhaltige soziale Bindungen anbelangt. Als Ausgleich hierfür ist es gerechtfertigt, dass die Hauptstädter weniger hart für ihren Wohlstand arbeiten müssen als Bürger in anderen Teilen der Republik. Um den gesellschaftspolitischen Pionierstatus Berlins weiterhin sicherzustellen, ist es darüber hinaus sogar überlegenswert, die ökonomische Unterstützung durch die anderen Bundesländer, die früher oder später allesamt von den Erfahrungen der Spreemetropole profitieren werden, weiter auszubauen.
Über das Phänomen des 'Berliner Mehrwerts' diskutieren am 21.07. ab 20 Uhr im 'goldenen Salon' des 'Kunsthauses Tacheles' (Oranienburger Str. 54-56a, 10117 Berlin) Daniel Fallenstein (e pluribus unum) mit Sonja Peters (BBEH) und dem Gastgeber. Der Eintritt ist frei.
www.berliner-mehrwert.de













