(openPR) Integration muss Bürger erreichen und einbeziehen
- Kommunikationsfähigkeit im Rahmen von Nachbarschaften verbessern
- Sprachkenntnisse für Integration nicht ausreichend
- Nachbarn unterschiedlicher Nationalitäten kommen sich beim gemeinsamen Backen und Zubereiten von Desserts aus ihren Heimatländern näher
Gemeinsames Projekt der Wetzlarer Wohnungsgesellschaft mbH (WWG) mit dem Caritasverband Wetzlar / Lahn-Dill-Eder e.V. im Rahmen einer Aktion des Verbandes der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südwest); Oberbürgermeister Wolfram Dette gibt „Startschuss“
Beim Wohnen treffen die Kulturen unterschiedlicher Nationalitäten unmittelbar aufeinander. Im Rahmen der nachbarschaftlichen Begegnungen ist dies unvermeidbar. „Die interkulturelle Integration ist ein zentrales Anliegen der Wohnungswirtschaft“, unterstrich Dr. Rudolf Ridinger, Vorstandssprecher des Verbandes der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft, am Mittwoch vor Vertretern der Presse in Wetzlar. „Die Herausforderung wird dabei gerade dadurch potenziert, da in unserer Gesellschaft der Trend der Vereinsamung und Ausgrenzung eher zu- als abnimmt. Wie soll eine Integration von Menschen mit Migrationshintergrund gelingen, wenn unsere Gesellschaft insgesamt ein Problem des gesellschaftlichen Zusammenhalts aufweist?“, brachte Ridinger die Herausforderungen auf den Punkt.
„Die Herausforderungen können nur bewältigt werden, wenn es gelingt, die Menschen im Rahmen ihrer Nachbarschaften wieder näher zusammenzubringen. Es geht uns dabei nicht darum, die Bürger quasi in mehr gelebte Nachbarschaften zu zwingen, viel ist schon erreicht, wenn die Kommunikationsfähigkeit zunimmt. Und im Bereich der interkulturellen Integration wird dabei besonders deutlich, dass dies eine Bereicherung der Nachbarschaften darstellen kann“, sagte Ridinger. „Dies unterstreichen wir auch mit unserem neuen Projekt ‚Süße Integration im Wohnquartier‘, das wir in Wetzlar starten und das in weiteren Städten unseres Verbandsgebietes in den nächsten Wochen seine Fortsetzung finden wird.“ In der Politik und der öffentlichen Debatte sei die Notwendigkeit der verbesserten Kommunikationsfähigkeit erkannt, werde aber verkürzt durch die Konzentration auf die Sprachkenntnisse. Eine nachbarschaftliche Kommunikation geht weit darüber hinaus. Wenn es gelinge, die Vorteile interkultureller Nachbarschaften für die Bewohner von Wohnquartieren erlebbar zu machen und die Bewohner dabei aktiv einzubinden, dann sieht Ridinger gute Chancen für eine erfolgreichere interkulturelle Integration.
Das Projekt „Süße Integration“ bringt Nachbarn zu einem gemeinsamen Erlebnis am Herd und am Backofen zusammen. Da die Beteiligten bei der Aktion neue Süßspeisen beziehungsweise Desserts kennenlernen, wird durch den hierbei stattfindenden Austausch das Leben bereichert, oder bildhaft gesprochen: versüßt. Die nächsten Stationen des Projektes sind Kassel und Ludwigshafen. Ende August werden dann im rheinland-pfälzischen Frankenthal einige Teilnehmer der Aktionen mit Maria Böhmer, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung und Ministerin im Bundeskanzleramt, im Rahmen des Verbandstages des VdW südwest zusammentreffen. „Wir wollen damit die Politik noch stärker für die ‚Integration von unten‘, also unter unmittelbarer Beteiligung und Gestaltung der Bürger, sensibilisieren“, so Ridinger.
Auch Oberbürgermeister Wolfram Dette und Harald Seipp, Geschäftsführer der Wetzlarer Wohnungsgesellschaft mbH, unterstrichen die Notwendigkeit der „Integration von unten“. Deshalb hätten Sie die Initiative des Wohnungsverbandes gerne aufgegriffen. Wetzlar sei dann als Ort für den Startschuss des Projektes ausgewählt worden. Wir haben, so Harald Seipp, bewusst die Silhöfer Aue / Westend als Ort für den Startschuss des Projektes ausgewählt. Die Silhöfer Aue / Westend ist in das bundesweite Programm „Soziale Stadt“ einbezogen. Hier seien in den vergangenen Jahren bereits einige Maßnahmen zur Verbesserung der Nachbarschaften gestartet worden, wie auch Heinrich Arndt, Geschäftsführer des Caritasverbandes Wetzlar / Lahn-Dill-Eder e.V. unterstrich. Durch das neue Projekt wolle man weitere Impulse vor allem in Richtung der Verständigung der Menschen unterschiedlicher Nationalität setzen. Hier seien die Hemmschwellen der Kommunikation und die Quelle für negative nachbarschaftliche Auseinandersetzungen immer noch sehr groß.
Oberbürgermeister Dette, der den offiziellen Startschuss für das Projekt gab, unterstrich ergänzend, dass das Projekt zeige, dass die Integration nur dann gelingt, wenn bürgerschaftliches Engagement und mehr Bereitschaft zur Kommunikation entwickelt wird. In diesem Zusammenhang freue er sich besonders über das große Engagement und die offensichtliche Begeisterung der Teilnehmer an dem ersten Back- und Dessert-Event. Er gab vor diesem Hintergrund seine Hoffnung zum Ausdruck, dass viele dem Beispiel durch eigene Aktionen folgen, etwa im Rahmen von Vereinen, oder auch durch spontanes Engagement der Bürger in Wetzlar.








