(openPR) Integration muss Bürger erreichen und einbeziehen
• Kommunikationsfähigkeit im Rahmen von Nachbarschaften verbessern
• Sprachförderung für Integration allein nicht ausreichend
• Nachbarn unterschiedlicher Nationalitäten kommen sich beim gemeinsamen Backen und Zubereiten von Desserts aus ihren Heimatländern näher
Start des Projekts durch Hand in Hand e.V. - Nachbarschaftshilfeverein der Vereinigten Wohnstätten 1889 - im Rahmen einer Aktion des Verbandes der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südwest); Stadträtin Brigitte Bergholter gibt „Startschuss“.
Beim Wohnen treffen Kulturen unterschiedlicher Nationalitäten unmittelbar aufeinander. Im Rahmen der nachbarschaftlichen Begegnungen ist dies unvermeidbar. „Die interkulturelle Integration ist ein zentrales Anliegen der Wohnungswirtschaft“, unterstrich Dr. Rudolf Ridinger, Vorstandssprecher des Verbandes der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft, am Donnerstag vor Vertretern der Presse in Kassel. „Die Herausforderung wird dadurch potenziert, dass in unserer Gesellschaft der Trend der Vereinsamung und Ausgrenzung eher zu- als abnimmt. Wie soll eine Integration von Menschen mit Migrationshintergrund gelingen, wenn unsere Gesellschaft insgesamt ein Problem des gesellschaftlichen Zusammenhalts aufweist?“, brachte Ridinger die Herausforderungen auf den Punkt.
„Die Herausforderungen können nur bewältigt werden, wenn es gelingt, die Menschen im Rahmen ihrer Nachbarschaften wieder näher zusammenzubringen. Es geht uns dabei nicht darum, die Bürger quasi in mehr gelebte Nachbarschaften zu zwingen, viel ist schon erreicht, wenn die Kommunikationsfähigkeit zunimmt. Und im Bereich der interkulturellen Integration wird dabei besonders deutlich, dass dies eine Bereicherung der Nachbarschaften darstellen kann“, sagte Ridinger. „Dies unterstreichen wir auch mit unserem neuen Projekt ‚Süße Integration im Wohnquartier‘, das wir in mehreren Städten unseres Verbandsgebietes durchführen werden.“ In der Politik und der öffentlichen Debatte sei die Notwendigkeit der verbesserten Kommunikationsfähigkeit erkannt, werde aber verkürzt durch die Konzentration auf die Sprachkenntnisse. Eine nachbarschaftliche Kommunikation geht weit darüber hinaus. Wenn es gelinge, die Vorteile interkultureller Nachbarschaften für die Bewohner von Wohnquartieren erlebbar zu machen und die Bewohner dabei aktiv einzubinden, dann sieht Ridinger gute Chancen für eine erfolgreichere interkulturelle Integration.
Das Projekt „Süße Integration“ bringt Nachbarn zu einem gemeinsamen Erlebnis am Herd und am Backofen zusammen. Da die Beteiligten bei der Aktion neue Süßspeisen beziehungsweise Desserts kennenlernen, wird durch den hierbei stattfindenden Austausch das Leben bereichert, oder bildhaft gesprochen: versüßt. Ende August werden dann im rheinland-pfälzischen Frankenthal einige Teilnehmer der Aktionen mit Maria Böhmer, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung und Ministerin im Bundeskanzleramt, im Rahmen des Verbandstages des VdW südwest zusammentreffen. „Wir wollen damit die Politik noch stärker für die ‚Integration von unten‘, also unter unmittelbarer Beteiligung und Gestaltung der Bürger, sensibilisieren“, so Ridinger.
Auch Karl Heinz Range, Vorstandsvorsitzender der Vereinigte Wohnstätten 1889, unterstrich die Notwendigkeit der „Integration von unten“. Die Genossenschaft setze in dieser Frage auf eine langfristige Quartiersentwicklung, zu der soziales Management und vielfältige Angebote für Jung und Alt gehören. Zentrales Instrument der sozialen Netzwerkentwicklung in den Quartieren sei der 2001 gegründete genossenschaftliche Nachbarschaftshilfeverein Hand in Hand e.V.. Rund 2000 Veranstaltungen von Nachbarn für Nachbarn pro Jahr schaffen Anlässe für Begegnung aller Kulturen. Deshalb hätten sie die Initiative des Wohnungsverbandes gerne aufgegriffen. Durch das neue Projekt wolle man weitere Impulse vor allem in Richtung der Verständigung der Menschen unterschiedlicher Nationalität setzen. Hier seien die Hemmschwellen der Kommunikation immer noch vergleichsweise hoch.
Stadträtin Brigitte Bergholter, die den offiziellen Startschuss für das Projekt gab, unterstrich ergänzend, dass das Projekt zeige, dass die Integration nur dann gelingt, wenn bürgerschaftliches Engagement und mehr Bereitschaft zur Kommunikation entwickelt werden. In diesem Zusammenhang freue sie sich besonders über das große Engagement und die offensichtliche Begeisterung der Teilnehmer an dem ersten Back- und Dessert-Event. Sie gab vor diesem Hintergrund ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass viele dem Beispiel durch eigene Aktionen folgen, etwa im Rahmen von Vereinen, oder auch durch spontanes Engagement der Bürger in Kassel.









