(openPR) Much, 29.06.2010. Rund 200 Tierfreunde haben am vergangenen Wochenende in Dorsten gemeinsam unter dem Motto „Wühltischwelpen – nein Danke!“ demonstriert. Initiiert wurde die Demonstration vom Europäischen Tier- und Naturschutz e.V. (ETN), dem Tierregister TASSO e.V und dem Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt), die gemeinsam das Jahr 2010 zum „Jahr gegen den unseriösen Welpenhandel“ ausgerufen haben. Geografisches Ziel der Aktion war das „Welpenkaufhaus“ im Dorstener Stadtteil Ulfkotte, dessen Besitzer sich schon seit vielen Jahren im Fokus tierschützerischer und behördlicher Aktivitäten befindet.
„Gewinnspannen von bis zu 1000 Prozent sind keine Ausnahme, sondern die Regel“, so Dieter Ernst, Geschäftsführer des ETN. „Dieser Profit lockt natürlich skrupellose Geschäftemacher an, die leider nach wie vor Käufer finden, für die offenbar nur eines gilt: Hauptsache, billig!“
„Wir wollen mit dieser Demo ein weiteres Zeichen gegen den profitorientierten Handel mit Welpen setzen“, so Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale, gegenüber den Medien.
Petra Zipp, stellvertretende Bundesvorsitzende des bmt, verwies auf die zu „Gebärmaschinen“ degradierten Hündinnen, die überwiegend in Osteuropa unter „absolut tierschutzwidrigen Bedingungen kontinuierlich Welpen produzieren müssen“. Schon im Alter von drei bis vier Wochen würden die jungen Hundebabys den Müttern entrissen, oft mit gefälschten Papieren versehen und für weniger als 50 Euro hiesigen Händlern übergeben. Nach stundenlangen Transporten, dank offener Grenzen und ohne jegliche Kontrollen, landeten die Welpen schließlich bei deutschen Anbietern – die sie für etwa die Hälfte des marktüblichen Preises anbieten.
Dass ein großer Teil der Schnäppchen-Welpen schon nach wenigen Wochen schwer erkranken und viele die Strapazen nicht überleben, sei den Kunden beim Kauf gar nicht bewusst: „Dabei genügt ein Blick auf die Homepage des Welpenhändlers hier in Dorsten“, meint Petra Zipp. „Da steht wörtlich: Frisch eingetroffen! Als ob es sich um Bananen und nicht um lebende Tiere handelt. Und was mit den immer älter werdenden Welpen passiert, die mangels Nachfrage nicht gekauft werden, kann sich wohl jeder ausrechnen …“.
Ziel der drei Tierschutzvereine ist einerseits die erhebliche Drosselung der Nachfrage nach „Billigwelpen“, andererseits ein generelles Verbot des gewerblichen Welpenhandels. Dazu soll im Rahmen der gemeinsamen Kampagne „Wühltischwelpen - nein Danke!“ eine Petition „auf höchster Ebene“ eingereicht werden. „Unsere Tierheime sind voller Hunde“, meinte Dieter Ernst. „Hier findet sich bestimmt ein dankbares und vor allem gesundes Tier Und wer unbedingt einen reinrassigen Welpen haben will, kann sich ja an einen seriösen Züchter wenden. Unterm Strich kommt das immer noch preiswerter.“












