(openPR) Friedrichshafen, 22. Juni 2010 - "Freiheit für Fernbusse" fordern drei junge Studenten / Die neue Internetplattform DeinBus.de nutzt eine Gesetzeslücke in dem 80 Jahre alten Personenbeförderungsgesetz aus - und revolutioniert so den Fernbusverkehr / Am 24. Juni spricht das Bundesverwaltungsgericht ein wegweisendes Gerichtsurteil in Sachen Liberalisierung des Fernbusmarktes
Wen das Fernweh packt, der nutzt für seine Reise den Zug, sein Auto oder das Flugzeug. Engländer, Spanier, Schweden und viele andere Europäer können in ihren Ländern zudem auf eine Beförderungs-Alternative zurückgreifen, die in Deutschland nahezu unbekannt ist: Fernbusse. Hierzulande sind regelmäßige Busverbindungen über längere Strecken kaum vorhanden - verhindert wird dies vor allem durch das Personenbeförderungsgesetz, das in seiner ersten Fassung aus dem Jahr 1934 stammt. Die Politik streitet seit Jahren über eine Liberalisierung des Busfernverkehrs. Drei junge Studenten wollten nicht länger warten und haben mit ihrer Internetplattform DeinBus.de das Gesetz auf clevere Weise umgangen.
"Unfair und veraltet": Als die Studenten Christian Janisch (28), Alexander Kuhr (26) und Ingo Mayr-Knoch (25) herausgefunden hatten, warum es in Deutschland kaum günstige Fernbusse gibt, beschlossen sie, an dieser Stelle "die Welt verbessern zu wollen". Denn in ihren Auslandssemestern hatten die drei angehenden Wirtschaftswissenschaftler den Fernbus als günstige und sichere Reisemöglichkeit kennen- und schätzen gelernt. Zurück in Deutschland wurde ihnen bewusst, dass es diese Möglichkeit des Reisens hierzulande kaum gibt: Das veraltete Personenbeförderungsgesetz verhindert de facto Wettbewerb auf der Fernstrecke.
"Der Gesetzgeber verhindert seit Jahren eine flächendeckend verfügbare günstige Beförderung mit dem Fernbus", ärgert sich Alexander Kuhr. "Doch statt für Wettbewerb und Deregulierung und damit für günstigere Preise im Fernverkehr zu sorgen, schiebt die Politik die Liberalisierung des letzten staatlichen Monopols seit Jahren vor sich her."
Dass sie sich mit der vorgegeben Situation nicht zufriedengeben wollten, war den drei jungen Kreativen, die sich an der Zeppelin Universität Friedrichshafen kennengelernt hatten, schnell klar. Doch wie sollte man mit den gesetzlichen Beschränkungen umgehen? "Als das Gesetz geschrieben wurde, gab es das Internet nicht", schmunzelt Christian Janisch, "deswegen können wir mit unserem internetbasierten Geschäftsmodell eine Gesetzeslücke ausnutzen."
Die Idee ist ebenso clever wie einfach: In Deutschland darf sich jeder Mensch einen Reisebus mieten und damit von Stadt zu Stadt fahren. Dieses Prinzip macht sich DeinBus.de zunutze: Jeder DeinBus.de-Kunde kann über das Portal einen Reisebus für seine Wunschverbindung reservieren. Die Fahrt wird dann auf DeinBus.de sowie über soziale Internetnetzwerke wie Facebook und Twitter bekanntgemacht, sodass sich Mitfahrer problemlos anschließen können - ähnlich einer Mitfahrgelegenheit. Ist die jeweilige Mindestauslastung erreicht, findet die Fahrt garantiert statt. Mit steigender Nachfrage entsteht so ein verlässliches Stadt-zu-Stadt-Beförderungssystem.
Eineinhalb Jahre, viel Kopfarbeit und jede Menge Erspartes investierten die DeinBus.de-Gründer in juristische Ausarbeitungen, Genehmigungen durch Behörden und die Programmierung der Internetseite. Ingo Mayr-Knoch und Alexander Kuhr absolvierten sogar die vorgeschriebene "Fachkundeprüfung zum Omnibusunternehmer". Aus einem studentischen Projekt wurde so mit der Zeit ein kleines Unternehmen. Ingo Mayr-Knoch: "Wir haben eine GmbH gegründet, unser Verkehrsangebot ist behördlich genehmigt, und mit jeder Woche fahren wir mehr Fahrgäste in Reisebussen quer durch Deutschland!"
Zwar ist die Liberalisierung des Fernverkehrsmarktes im Koalitionsvertrag der Bundesregierung für 2011 vorgesehen, doch womöglich kommt die Justiz der Politik zuvor. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entscheidet am kommenden Donnerstag (24. Juni) über die Erteilung einer Genehmigung für die Strecke Frankfurt am Main-Köln. Das letztinstanzliche Urteil könnte als Präzedenzfall schon vor der eigentlichen Liberalisierung die Genehmigungspraxis für Linienanträge merklich verändern - worauf die drei DeinBus.de-Gründer sich freuen: "Wir fahren schon längst auf genau jenen Strecken, über die sich andere seit Jahren streiten." Tatsächlich führt DeinBus.de bereits seit geraumer Zeit ebenso zuverlässig wie preisgünstig Fahrten unter anderem auf der Strecke Frankfurt-Köln durch.










