„Die Regierung geht davon aus, dass rund 1,3 Mio. Rentner in Deutschland durch das neue System belastet werden und wieder Steuern zahlen müssen“, erklärt Steuerberater Bernd Streckmann. Der Experte hat seit einem Jahr in Ratingen eine eigene Kanzlei und kann den Unmut mancher Kunden verstehen. „Wenn ich davon berichte, dass der steuerpflichtige Anteil ab diesem Jahr ohne Berücksichtigung des Alters bei Rentenbeginn immer 50 Prozent beträgt, dann verschlägt es doch so manchem die Sprache“, so Streckmann. Aus diesen Reaktionen hat sich der Finanzwirt dazu entschlossen, einen kostenlosen Informationsabend zu diesem Thema anzubieten. Denn: Rentner, die jetzt denken, sie fallen nicht unter dieses Gesetz, können später unangenehm auffallen. Die BfA (Bundesversicherungsanstalt für Angestellte) und alle anderen Rentenkassen melden nämlich die Daten ihrer Rentner an die Finanzämter, so dass diese ab 2006 auf die Rentner zukommen und Steuererklärungen fordern. „Auch eine vorhandene, noch gültige Bescheinigung über Nichtveranlagung ist keine Garantie, dass es nicht zur Besteuerung kommt“, rät Streckmann. Auf der Bescheinigung sei vermerkt, dass Änderungen der persönlichen Situation dem Finanzamt gegenüber zu erklären sind und die neuen Regelungen führen gegebenenfalls zu einer solchen anzeigepflichtigen Änderung. Problematisch werden die Fälle, in denen die Finanzämter feststellen, dass auch in den Jahren 2004 und früher eine Steuerpflicht bestanden hat. Im schlimmsten Fall können Erklärungen bis 1992 zurückgefordert und entsprechende Nachzahlungen festgesetzt werden. Weitere Informationen dazu mit Beispielen erläutert der Steuerexperte Bernd Streckmann am Montag, 18.April um 18.30 Uhr im Haus Birkenhof, Bruchstraße 40, Ratingen-Ost. Die Teilnahme ist kostenlos.