(openPR) Laut internationaler TARGIT Studie hat gezielte intraoperative Radiotherapie Potenzial für neuen Therapiestandard
Mannheim, 07. Juni 2010 – Die Ergebnisse der internationalen TARGIT-A-Studie, der größten randomisierten klinischen Studie im Bereich der intraoperativen Radiotherapie, belegen die Wirksamkeit der hochdosierten gezielten Einmalbestrahlung mit INTRABEAM®. Das TARGIT Verfahren verkürzt und vereinfacht die Strahlentherapie für Brustkrebspatientinnen auf der ganzen Welt. Die Studienergebnisse wurden jetzt erstmals im Rahmen der 46. Jahreskonferenz der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago präsentiert.
Die internationale klinische Studie (TARGIT-A)1 startete im Jahr 2000 unter Beteiligung von 28 Therapiezentren in neun verschiedenen Ländern, um die Wirksamkeit und Sicherheit der neuen brusterhaltenden Therapie2,3 mit INTRABEAM® von Carl Zeiss mit klinischen Daten zu belegen. Die Forschergruppe verglich die gezielte intraoperative Einmalbestrahlung mit der herkömmlichen, sechswöchigen Radiotherapie bei der brusterhaltenden Behandlung des Mammakarzinoms im Frühstadium. Eingeschlossen wurden ältere Patientinnen mit einem kleinen Tumor. Der Forschungsschwerpunkt lag dabei auf der Lokalrezidivrate und der Nebenwirkungsrate1. TARGIT-A ist die bisher einzige multizentrische Studie zur einmaligen gezielten intraoperativen Teilbrustbestrahlung. Bis zum Abschluss der Studie im April 2010 wurden 2232 Patientinnen therapiert.
Die ersten Studienergebnisse4,5 belegen, dass das TARGIT Verfahren bei ausgewählten Patientinnen zu gleichwertigen Ergebnissen wie die konventionelle externe Bestrahlung führen kann. Die Lokalrezidivrate in der Brust lag bei beiden Armen bei nur ca. 1 Prozent nach 4 Jahren. Auch die Nebenwirkungsrate war vergleichbar. Während im TARGIT Arm etwas mehr Serome punktiert werden mussten, trat im Standard Arm die bestrahlungsbedingte Hautreaktion häufiger auf. Das Durchschnittsalter der Kandidatinnen lag bei 63 Jahren, 83 Prozent waren jünger als 70 Jahre. Die durchschnittliche Größe des Tumors lag bei 12 Millimetern, während bei 17 Prozent der Patientinnen die Lymphknoten betroffen waren.
„Ich freue mich sehr, meinen geschätzten Kollegen, der Fachwelt und den Millionen Menschen, die von einer verbesserten Behandlungsmethode im Kampf gegen Brustkrebs profitieren werden, ein solch positives Studienergebnis präsentieren zu können“, so Michael Baum, emeritierter Professor für Chirurgie am University College London und Vorsitzender des TARGIT Komitees. „Wir von der TARGIT Studiengruppe hoffen sehr, dass unsere Erkenntnisse einen Paradigmenwechsel bei der Behandlung geeigneter Patientinnen einleiten werden – vom Ansatz der herkömmlichen Strahlentherapie hin zu einer mehr individualisierten Bestrahlungstherapie.“
Dr. Jayant S. Vaidya ist ebenfalls Mitglied des TARGIT Komitees und hat das TARGIT Verfahren gemeinsam mit Professor Michael Baum und Professor Jeffrey Tobias entwickelt: „Die Daten aus der Studie verändern zwei grundsätzliche Prinzipien der Brustkrebstherapie für selektionierte Patientengruppen: Zum einen könnte das TARGIT Verfahren die zeitaufwendige Ganzbrustbestrahlung als geeignete Therapieform teilweise ablösen. Zum anderen könnte schon eine wesentlich geringere Dosis ausreichen, um zu den gleichen Ergebnissen zu kommen, dabei aber die Toxizität und Nebenwirkungen wie kosmetische Folgen reduzieren.“
Das TARGIT Verfahren mit dem INTRABEAM® System bedeutet eine signifikante Entlastung für die Patientinnen: Durch die einmalige, 30-minütige Behandlung direkt nach der Entfernung des Tumors noch während der Operation kann ihnen eine mehrwöchige Nachbestrahlung erspart werden. Gleichzeitig kann die gezielte intraoperative Radiotherapie mit dem mobilen INTRABEAM® System die Behandlung von Patientinnen in jenen Regionen der Welt ermöglichen, die derzeit noch nicht ausreichend über Strahlentherapien verfügen, etwa in Entwicklungsländern.
„Durch die einmalige intraoperative Bestrahlung wird das umliegende Gewebe während der Behandlung geschont und die Dosis an der Haut minimiert. Für ältere Frauen mit einem im Frühstadium befindlichen Brustkrebs könnte somit bald die über die sechs Wochen andauernde tägliche Strahlentherapie durch eine einzige Bestrahlung mit INTRABEAM® während der operativen Entfernung des Tumors ersetzt werden“, so Professor Frederik Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Mannheim und Mitinitiator der Studie.










