(openPR) Freitag, 10 Uhr, Hamburg Sternschanze. Die Sonne lacht das erste Mal in diesem Jahr kraftvoll vom Himmel. Ziel ist die REWE-Filiale Altonaer Straße. An der Kasse tummelt sich ein Knäuel gut gelaunter Menschen aus dem Viertel oder hier arbeitend, der Kühlnebel dampft über duftendem Obst und Gemüse und zwischen den Regalen herrscht emsiges Treiben. Wir sind mit Marcel Pusch verabredet – Auszubildender, ehrenamtlicher Kicker-Spieler und GOAL-Teilnehmer. GOAL ist ein Projekt von PlusPunkt, das junge Erwachsene beim Weg in Ausbildung unterstützt – absolut notwendig in Zeiten, in denen der Arbeitsmarkt immer unübersichtlicher wird und die meisten Erwerbsbiografien von Brüchen gekennzeichnet sind.
Pusch, groß, schlaksig, mit rotblondem Haar und rot-weißem Karo-Hemd wirbelt vor den Kühlregalen. Mit geübten Handgriffen verstaut er die MoPros, die Molkereiprodukte, die gerade geliefert wurden. Den Bereich kennt er wie seine Hosentasche und ist stolz darauf, dass er sofort Bescheid weiß, wenn ihn ein Kunde nach etwas fragt. Die MoPros waren Marcel Puschs erster Verantwortungsbereich – und heute, nach einem knappen halben Jahr und bestandener Probezeit? „Alles – alles hier!“ Christian Seidel, der hinzu gekommene Marktmanager, macht ein ausladende Geste, die die gesamte Filiale umfasst. Sein Ziel ist es, seine Auszubildenden fit für Führungspositionen zu machen. Seidel ist fest davon überzeugt, dass seine Jugendlichen eine Zukunftsperspektive brauchen, um motiviert, mit Spaß und hundert Prozent bei der Sache zu sein. Und dazu gehöre die Sicherheit, später einmal eine Familie ernähren zu können. Der Marktmanager weiß, wovon er spricht: Er selbst ist seit 13 Jahren beim Unternehmen, Einstieg als Aushilfe, Ausbildung, Aufstieg. Zu seiner Philosophie gehört es auch, seine jungen Erwachsenen für den Einzelhandel zu begeistern, aus einer zweiten Wahl einen Traumjob zu machen. „Es ist wichtig, dass die Einstellung stimmt.“ Seidel setzt dabei auf Transparenz: „Die Jugendlichen müssen wissen, worauf sie sich einlassen.“ Schon im Bewerbungsprozess macht er seinen angehenden Azubis klar, dass die Tätigkeit Arbeitszeiten mit sich bringt, die es manchmal schwer machen Freunde zu treffen oder eine Beziehung zu pflegen. So gibt es kein böses Erwachen – und keine Ausbildungsabbrüche.
Auch für Marcel Pusch war der Einzelhandel nicht die erste Wahl, inzwischen würde er aber nicht mehr tauschen: Die Ausbildung bei dem Lebensmittelkonzern sei viel besser als ein Bürojob. Sie mache Spaß, sei kurzweilig und „man kommt mit vielen coolen Leuten in Kontakt“. Im Nachhinein ist er froh, dass Johanna Lüdemann-Ravit, sein GOAL-Ausbildungs-Coach, ihm riet, seinen Suchradius zu erweitern. Der Rest war ein passgenaues Zusammenspiel zwischen GOAL und REWE: Nach einem Gespräch mit der für Hamburg zuständigen Ausbilderin der REWE Markt GmbH, Sabine Steiner, war klar, dass kurzfristig ein Ausbildungsplatz frei geworden war. Mit den von ihr genannten Anforderungen im Hinterkopf wusste Lüdemann-Ravit sofort: Pusch ist der ideale Bewerber! Dank der unkonventionellen Herangehensweise von Steiner und des beidseitigen intensiven Austausches konnte Marcel Pusch seine Ausbildung vier Wochen später starten.
Und weil er etwas zurückgeben will, ließ sich Pusch Anfang 2010 für das GOAL-Team beim St. Pauli-Kickerturnier zu Gunsten von Hinz & Kunzt nominieren. Trotz diverser Übungseinheiten in den Räumen von PlusPunkt war dem Team am Tag der Tage das Glück nicht hold, aber ein St. Pauli-Trikot bei der Tombola war trotzdem drin. „Und es passt!“ Pusch grinst verschmitzt. Das tut er häufig, was ihn noch sympathischer macht.
Und wie geht’s weiter? Da sind sich Marktmanager und Auszubildender einig. „Wer es hier schafft, kann in jedem Markt arbeiten“, so Seidel. Da die Filiale Altonaer Straße schon älter ist, stellt sie viel höhere Ansprüche an das logistische Können ihrer Mitarbeiter als die neueren großzügigeren Märkte. Eine gute Schule also, um später die außerordentlich guten Aufstiegschancen im Unternehmen zu nutzen. Für Pusch ist klar: Er will noch mehr lernen! Später in der Ausbildung wird es um die Bereiche Büro, Warenwirtschaft und Personal gehen – eine Herausforderung, auf die sich der quirlige junge Mann freut: „Ich schaffe das!“









