(openPR) Potsdam, 1. Juni 2010. Welche Entwicklungschancen hat der neue Flughafen Berlin Brandenburg International BBI in Schönefeld und welche Erwartungen verbinden die Logistiker mit dem neuen Airport? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der hochkarätigen LNBB | Logistik-Konferenz „aviation meets logistics“ am 8. Juni im Rahmen der ILA. Fest steht bereits jetzt: Der Berlin Brandenburg Airport – so die internationale Bezeichnung nach Inbetriebnahme – wird steigende Passagierzahlen verzeichnen. Auch die Luftfrachtabwicklung soll deutlich zulegen: Das Stichwort „Beiladung“ lässt Logistiker-Herzen höher schlagen.
Warum ist mehr Passagieraufkommen gut für die Luftfracht? Weil neben dem Gepäck der Reisenden auch Handelswaren im Frachtraum mitfliegen: Beim Export sind das hauptsächlich Maschinen- und Elektronikprodukte sowie Pharmazeutika aus der Hauptstadtregion. Beim Import handelt es sich beispielsweise um Textilien aus China oder Frischeprodukte aus Thailand. Steigt die Anzahl der Passagierflüge, steigen auch die Beilade-Kapazitäten. „Pro neuem Langstreckenziel und Jahr kommen rund 1.000 bis 3.000 Tonnen Luftfracht hinzu“, erklärt Torsten Jueling, Senior Consultant Air Cargo bei den Berliner Flughäfen und Luftfrachtexperte im LNBB | LogistikNetz Berlin-Brandenburg.
Angebot schafft Nachfrage
Erweiterte Luftfrachtkapazitäten, neue Destinationen und höhere Abflugfrequenzen auf ausgewählten Strecken – das sind kurz gefasst die Erwartungen von Logistikern und Verladern an den neuen Hauptstadt-Flughafen. „Als Spezialisten für Perishables wie Blumen und Früchte finden wir die neuen Afrika- und Amerika-Destinationen mit dem zusätzlichen Raum für Beiladungen besonders attraktiv“, führt Dr. Reinhardt Töpel von ReiCo, Mitglied des LogistikNetzes Berlin-Brandenburg, aus. „Wir rechnen hier mit Mengensteigerungen von bis zu 15 Prozent.“ Horst Stiegler, Geschäftsführer Rieck Holding und LNBB-Vorstandsmitglied, ergänzt: „Einer unserer Schwerpunkte ist der Export von Maschinenbau- und Technikprodukten nach China. Die Volksrepublik zählt neben den USA und Japan zu den wichtigsten Ausfuhrdestinationen von Berlin-Brandenburg. Durch die optimierten Abläufe am neuen Flughafen gehen wir von einer deutlichen Zunahme der Passagierflüge und den entsprechenden Beiladekapazitäten aus – ein großer Gewinn für unsere Kunden und die gesamte Region.“
Rolls-Royce und die MTU Aero Engines erwarten innovative Logistiklösungen für die Luftfrachtindustrie; beide Unternehmen haben Standorte in Brandenburg. „Der Berlin-Brandenburg Airport wird die Weichen dafür stellen, unsere Transportprozesse noch flexibler zu gestalten, kürzere und einfachere Transportwege zu ermöglichen sowie mit mehr internationalen Direktanbindungen einen Innovationsschub auszulösen. Wir rechnen damit, dass sich die Umschlagquote von Rolls-Royce Deutschland vor der ‚Haustür‘ nachhaltig erhöht“, sagt Michael Kern, Geschäftsführer Operations Rolls-Royce Deutschland.
Der Neue bietet mehr
Den Erwartungen wird der Flughafen, der den Beinamen Willy Brandt tragen soll, gerecht: Wegen stark optimierter Umsteige- und Umladefunktionen erhöht sich die Zahl der Langstreckenflüge. So fliegt zum Beispiel Air Berlin noch in diesem Jahr drei neue Destinationen an: Dubai/Vereinigte Arabische Emirate dreimal pro Woche; Miami/Florida zweimal und Mombasa/Kenia einmal pro Woche. Weitere Langstreckenflüge bestehen bereits nach New York (zweimal täglich), Peking (viermal pro Woche), Ulan Bator/Mongolei (zweimal pro Woche), Bangkok/Thailand (dreimal pro Woche) sowie jeweils ein Abflug pro Woche in Richtung Phuket/Thailand, Varadero/Kuba und Punta Cana/Dominikanische Republik. Diese Angebote für Beiladungen führen nach Ansicht des LNBB zu wachsender Luftfracht-Nachfrage von Produktion und Handel.
Auch für Flüge nach Nord- und Ost-Europa ist der neue Flughafen eine interessante, weil wirtschaftliche Alternative: Im Vergleich zu anderen Relationen bedeutet der Transport ab Berlin eine Laufzeitverkürzung um bis zu einer Stunde. „Die Zeitersparnis ist dabei nicht alles – aufgrund hoher Kerosin- und Dieselpreise ist dies zugleich ein nicht zu unterschätzender Kostenvorteil“, so LNBB-Luftfrachtexperte Torsten Jueling. Generell ist die Bedeutung als Ost-West-Drehscheibe hoch: Bereits heute kommen zehn Prozent der Fluggäste aus Polen, kürzlich hat Air Berlin Danzig als neue Destination aufgenommen. Sechs Airlines fliegen von Berlin aus mehrmals täglich die drei Moskauer Flughäfen an.
Star ohne Allüren
In punkto Sicherheit hat der Flughafen Berlin Brandenburg International BBI Vorbildfunktion. Er verfügt als einziger Airport der neuen Bundesländer über eine Unterdrucksimulationskammer: Das Sicherheitspersonal kann die Fracht vor dem Transport in der Kammer auf Sprengmaterial untersuchen. Weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die Anbindung an die Mongolei – Berlin ist die einzige Metropole Europas mit Direktflügen in die mongolische Hauptstadt Ulan Bator. Last but not least: Der Flughafen in Schönefeld ist Sitz des Krisenreaktionszentrums des Deutschen Roten Kreuzes und damit 24 Stunden offen für Hilfsgüterflüge.









