(openPR) Madrid (wnorg) - Der IWF hat seine Formulierungen gegenüber Spanien verschärft. Die Tonart ist mittlerweile knallhart und kompromisslos. Experten rätseln über die Gründe für solch drastische Formulierungen. Danach ist nicht auszuschließen, dass der IWF der spanischen Regierung durch eine klare Sprache helfen will, einschneidende Maßnahmen gegenüber der eigenen Bevölkerung durchzusetzen.
Spanien ist seit 2008 in eine Rezession gerutscht. Das Land leidet nicht nur an den allgemeinen Folgen der weltweiten Konjunktur- und Finanzkrise, sondern auch unter dem Platzen der in den vergangenen Jahren entstandenen Immobilienblase. Zuletzt hatte Spanien 1993 eine Rezession erlebt. Jetzt hat der Internationale Währungsfonds (IWF) Spanien mit deutlichen Worten zu einer strengen Haushaltsdisziplin und weitreichenden Reformen aufgefordert. Es sei von "entscheidender Bedeutung", dass das Land seine Zielsetzungen bei der Verringerung des Haushaltsdefizits einhalte, erklärte der IWF nach seinen jährlichen Beratungen mit der spanischen Regierung in Madrid.
Die Wirtschaftserholung im Lande dürfte lediglich "schwach und anfällig" ausfallen. Mittelfristig werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur zwischen 1,5 und 2,0 Prozent jährlich steigen. Ferner drängte der Währungsfonds die Regierung zu umfassenden und weitreichenden Reformen. "Die Herausforderungen sind schwerwiegend: Ein dysfunktionaler Arbeitsmarkt, die zusammenfallende Immobilienblase, das große Haushaltsdefizit, die hohe Verschuldung, das blutleere Produktivitätswachstum, die schwache Wettbewerbsfähigkeit und der in Teilen schwache Bankensektor des Landes", hieß es in der IWF-Erklärung. Daher müsse der Konsolidierungskurs von strukturellen Reformen flankiert werden. Dabei sei vor allem eine "radikale und dringende" Arbeitsmarktreform geboten, doch auch Änderungen des Renten- und Bankensystems seien nötig. "Die Zeit drängt", betonte der IWF.
(mit Material von ddp)








