(openPR) Im Rahmen der Ausstellungsreihe „Junge Polnische Malerei“, die bereits in den Jahren 2008 und 2009 zu unterschiedlichen aktuellen Themen polnische Künstler aus den Medien Fotografie, Installation und Malerei zeigte, lädt Bestregarts zur Vernissage „Sommerreise – Winterreise“ am 26.05.2010, um 18 Uhr, ein.
Bestregarts präsentiert in den neuen spektakulären Ausstellungsräumen auf 600m² in der 14. Etage des Frankfurter Büro Centers, die neuesten Serien der jungen polnischen Künstler Hanna Sliwinska und Michal Zawada. Die Ausstellung kann vom 27.05.2010 bis 02.07.2010 besichtigt werden.
Die 26-jährige Hanna Sliwinska zeigt in ihrer Serie „Sommerreise“ großformatige, surrealistische Ölgemälde. Ihre Malerei ist narrativ. Sie erzählt in ihr, was für andere im ersten Moment vielleicht unbedeutend erscheint. Die Künstlerin beschreibt in ihrer Malerei Zufälle, Dinge die sie interessieren, nach denen sie sich sehnt – ihre Welt. Sie selbst sagt, dass ihre Welt sehr normal ist, da es in dieser keine überschwängliche Freude aber auch kein großes Leid gibt. In Folge dessen sind die Themen, die sie anschneidet, auch nicht außergewöhnlich. Ihr letzter Zyklus zeigt Landschaften, deren Entstehung eine Art Therapie für sie war und ein Versuch, dem Betrachter die Welt näher zu bringen. Diese kommt einem unerträglich schön vor; voll von Gerüchen, einsamer Leere, trügerisch und grausam. In ihr weht der Wind rücksichtslos und wild wuchert der Efeu. Grausam dunkel sind die Teiche und schonungslos die Naturgesetze. Diese Zustände beunruhigen sie sehr.
Sliwinska versucht in den von ihr dargestellten Landschaften das System der Welt zu akzeptieren und dem Betrachter das Unvorhersehbare sowie die Zerrüttung, die Wildheit und die Endgültigkeit näher zu bringen. Man soll sich mit der unvermeidlichen Dramatik und der positiven lyrischen Bitterkeit der Schönheit vereinbaren. Die Inspiration für ihre Gemälde findet die Künstlerin auf Zugreisen, bei denen sie durch Wälder, Dörfer und kleine Städtchen fährt und die vorüberziehende Welt vor ihren Augen verschwimmt. Es erfüllt sie mit Freude die aus schwarzen Büschen funkelnden Augen der Füchse, den rosaroten Qualm aus den Fabrikschornsteinen, die Kohlehaufen, die kleinen Häuser mit ihren überschaubaren Gärten und viele andere Details zu entdecken und ihre eigenen Eindrücke in Malerei umzusetzen.
In Michal Zawadas Zyklus „Winterreise“ bilden jeweils drei fertige Arbeiten aus den Bereichen Fotografie, Malerei oder Film, den Ausgangspunkt für jedes endgültige Bild. Die eigenständigen Werke die für die „Montage“ benutzt werden, verarbeitet der 25-jährige Künstler in drei Schichten mit den Grundfarben Magenta, Cyan, Gelb und setzt diese zusammen. Ihn interessiert die malerische Montage von Bildern, Fragmenten, Dokumenten und Urkunden, angetrieben von der Lehre des dialektischen Materialismus. „Die Montage ist das, was einem das Sehen erlaubt“. Er glaubt nicht an das Bild selbst, an dessen Eigenständigkeit. Aus diesem Grund reißt er einzelne Stücke aus der Wirklichkeit, der Malerei, der Fotografie und aus seinen Erinnerungen. Diese einzelnen Teile versucht er zusammen zu fügen, um zu sehen wie sie eine Synthese bilden, sich vermischen und wie die zusätzliche Berührung von Gelb, Rot und Blau eine dialektische Vorstellung bilden. Eine Berührung der Farben auf nur einer Fläche lässt er nicht zu. Durch diese Regeln kann keine Rezeption direkt am Bild entsteht, sondern an seiner Vielfältigkeit, an der Analogie und seinen Bezugspunkten. Zawada glaubt nicht an Interpretationen und lehnt diese auch ab. Er will kein Resümee aus seinem Werk ziehen, es weder abschließen noch untersuchen. Er sucht Bilder aus, deren Zusammensetzung eine Unruhe, Angst, Furcht und Erinnerung hervorruft und die Phantasie anregt. Aber darüber bestimmen die Bilder auf den Leinwänden selbst. Sie formen diese Emotionen. Unvorhersehbar eintretende Narrationen, angesichts derer man völlig vereinsamt.
Die Künstler bilden mit ihrem Schaffen Gegenpole zueinander. Die Titel ihrer Zyklen verbinden sie und stellen zugleich einen Gegensatz dar. Sliwinska bringt ihre eigenen Eindrücke auf die Leinwand und versucht das Bild selbst auf den Betrachter wirken zu lassen. Ihre eigene Welt entsteht. Zawada hingegen stellt das Bild selbst nicht in den Vordergrund, sondern die Vielfältigkeit aus der es geschaffen ist. Es soll eine objektive Wirklichkeit entstehen, die durch den Widerspruch des Geistes in sich entsteht. Zwei unterschiedliche Techniken versuchen den Betrachter auf ihre eigene Weise zu fesseln. In unseren neuen Ausstellungsräumen werden diese Gegensätze und Gemeinsamkeiten erfahrbar gemacht.













