(openPR) Stuttgart, 4. Mai 2010 - Kinder mit Behinderung brauchen die gleichen Chancen, ihre Persönlichkeit zu entwickeln, wie Kinder ohne Behinderung. Auf dieses Recht, festgeschrieben in der UN-Behindertenrechtskonvention, verweist der Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai. In dem jetzt veröffentlichten Positionspapier "Teilhabe-ABC" beschreibt der Verband, wie Inklusion von Menschen mit Behinderung von Anfang an umgesetzt werden kann. "Kinder mit Behinderung können ihre Potenziale dann optimal entfalten, wenn sie von klein auf in der Gemeinschaft ihres Stadtteils aufwachsen und dazugehören", erklärt Diözesancaritasdirektor Johannes Böcker. "Daher brauchen diese Kinder schon in Kindertageseinrichtungen und später in der Schule Rahmenbedingungen, die ihre Entwicklung ganzheitlich fördern."
Kinder mit Behinderung seien in erster Linie Kinder, erklärt der Caritasdirektor. "Sie haben Stärken und Schwächen, Wünsche und Abneigungen und sind mehr oder weniger erziehungs- und hilfebedürftig - so wie andere Kinder auch."
Egal ob ein Kind im Rollstuhl sitze, erblindet sei oder eine geistige Behinderung habe - es brauche ein Umfeld, in dem es sich mit seiner Behinderung gut zurecht finden kann. Die Caritas Rottenburg-Stuttgart hält es darum für eine Grundvoraussetzung, dass die Räumlichkeiten von Kindertageseinrichtungen und Schulen selbstverständlich entsprechend bedarfsgerecht ausgestattet sind.
"Kinder mit Behinderung sind zudem anders zu betreuen als Erwachsene mit Behinderung. Sie müssen speziell in ihrer kognitiven und persönlichen Entwicklung gefördert werden", so Böcker. Der Kontakt mit Gleichaltrigen spiele eine zentrale Rolle. Ebenso sei entscheidend, dass das Kind in seinem alltäglichen Wohn- und Lebensumfeld durch qualifizierte Personen begleitet und gefördert werde. Neben Erziehern und Lehrern benötigten darum auch Übungsleiter im örtlichen Sportverein oder Leiter von Jugendgruppen spezielle Schulungen, damit die Kinder und Jugendlichen gut in eine Gruppe integriert werden können.
Damit das Leben in einer Familie mit einem Kind mit Behinderung dauerhaft gut funktioniert, brauche die Familie Unterstützung und Entlastung. Der Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart fordert das Land und die Stadt- und Landkreise in seinem Positionspapier dazu auf, familienentlastende Hilfen noch besser zu fördern. Notwendig sei eine jährlich an die Kosten angepasste Rahmenförderung. Nur so könnten offene und ambulante Hilfen verlässlich und in ausreichender Zahl angeboten und ausgebaut werden.
Wachsen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam in Kindertageseinrichtungen, Schulen, Vereinen oder Kirchengemeinden auf, erhöhe dies die Lebensqualität aller Kinder und ihrer Familien, so Böcker. "Die Kinder können dann von Anfang an durch ihre Unterschiedlichkeit voneinander lernen. Dieses soziale Lernen ist für jeden persönlichen Lebensweg enorm bereichernd und fördert die soziale Kompetenz aller."
Das Positionspapier kann heruntergeladen werden unter http://www.dicv-rottenburg-stuttgart.caritas.de/9267.asp









