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Europäische Studie: Online-Finanzierung im Kommen

Bild: Europäische Studie: Online-Finanzierung im Kommen
Konsumentenkredite sind in Deutschland besonders gefragt.
Konsumentenkredite sind in Deutschland besonders gefragt.

(openPR) Rückgang des europäischen Kreditvolumens in der Krise
- Deutsche haben 2009 europaweit den höchsten Bestand an Konsumentenkrediten
- Zukunft gehört der Online-Finanzierung

München, 26. April 2010: Die Wirtschaftkrise hat in Europa einen Rückgang des Kreditbestandes von über zwei Prozent verursacht. Das geht aus dem Europa Konsumbarometer 2010 hervor, einer Studie der Dresdner-Cetelem Kreditbank in ausgewählten europäischen Ländern. „Durch die Krise wurde das Image von Krediten allgemein in Mitleidenschaft gezogen“, so Dr. Anja Welsch, Bereichsleitung Sales Support & Marketing der Dresdner-Cetelem Kreditbank. „Dies dürfte jedoch nur am Rande für das Minus am Markt gesorgt haben. Die Zurückhaltung gegenüber Konsumentenkrediten geht vielmehr mit einem zunehmend vorsichtigen Kaufverhalten der Europäer einher. Deutschland verzeichnet in diesem pessimistischen Umfeld erfreulich positive Ergebnisse.“



Wirtschaftlich schlechte Zeiten überbrücken die Europäer offenbar nur ungern mit Krediten. In Europa schrumpfte das Kreditvolumen um über zwei Prozent. Im Vergleich zu den vorherigen Jahren weist das europäische Marktvolumen erstmals ein negatives Vorzeichen auf. Analog herrschte in Europa auch hinsichtlich des Kaufverhaltens Zurückhaltung. Nur etwa jeder zweite Europäer plant in diesem Jahr mehr auszugeben als zuvor. Ein Drittel bevorzugt es, die Ersparnisse zu erhöhen, im Vorjahr waren dies noch 22 Prozent der Befragten. Hier dürfte die wichtigste Ursache für den rückläufigen Kreditbestand liegen. Gefragt nach allgemeinen Konsumabsichten will der Europäer 2010 weniger kaufen – und schon gar nicht auf Pump. In diesem Umfeld bildet der deutsche Markt für Konsumentenkredite eine Ausnahme. Neben Portugal und Ungarn ist Deutschland das einzige Land mit positiver Entwicklung – wenn auch das geschätzte Wachstum mit 1,2 Prozent auf 226,80 Mrd. Euro bescheiden ist.

Deutsche sind kreditfreudig
Mit Konsumentenkrediten von durchschnittlich 5.659 Euro stehen deutsche Haushalte bei den Kreditinstituten in der Pflicht. Damit belegen die deutschen Verbraucher Platz eins und liegen deutlich über dem europäischen Durchschnitt (4.552 Euro). Der Unterschied zum durchschnittlichen Kreditbestand von Spaniern (5.526 Euro) und Portugiesen (5.514 Euro) ist jedoch gering. Europaweit erfreut sich der Markt für Konsumentenkredite in Deutschland mit einem Anteil von über 40 Prozent mit Abstand der größten Beliebtheit. Daneben ist nur der Beitrag von Frankreich und Spanien zum europäischen Kreditbestand noch zweistellig. Verhältnismäßig wenig wird in der Slowakei per Kredit finanziert. Mit Krediten von nur 437 Euro pro Haushalt, beträgt der slowakische Anteil am Gesamtkreditvolumen nur 0,2 Prozent.

Innovation Online-Finanzierung
Eine zunehmend wichtige Rolle beim Abschluss von Krediten spielt das Internet: Die Internetdurchdringung in Europa steigt kontinuierlich, immer mehr Konsumenten entdecken die Vorteile des E-Commerce. Den Komfort des Online-Shoppings steigern Kreditinstitute durch zusätzliche Serviceleistungen: dank Kooperationen von Banken und Softwareanbietern für Shopsysteme können Internetkäufer die Produkte ihrer Wahl nun direkt im Online-Shop per Kredit finanzieren. Entsprechende Finanzierungsmodule stellt die Dresdner-Cetelem Kreditbank beispielsweise für die Shopsysteme Magento, Oxid oder xt:Commerce zur Verfügung. Das Zukunftspotenzial solcher Serviceleistungen geht auch aus dem Europa Konsumbarometer 2010 hervor. Europaweit ist schon ein Drittel der Konsumenten bereit, Finanzprodukte online zu erwerben. In Deutschland erwägt dies immerhin fast jeder Vierte. Eine konkrete Absicht für den Online-Erwerb von Finanzprodukten in 2010 äußern 16 Prozent der Deutschen und 18 Prozent der Europäer.

Konsum im Wandel – Was kommt nach der Wirtschaftskrise?

Allgemeine Stimmung: Moderate Zuversicht
Die Bilanz aus dem Krisenjahr 2009 könnte vernichtender sein. Mit 4,2 von insgesamt zehn möglichen Punkten bewerteten die Europäer Ende 2009 die Gesamtsituation ihres Landes um nur 0,1 Prozent schlechter als im Vorjahr. Die Zukunftsaussichten legten im Vergleich zum letzten Jahr in allen Ländern sogar leicht zu. Doch spurlos hat Europa die Wirtschaftskrise dennoch nicht überstanden. Die Erfahrungen mit der Rezession schlagen sich in unterschiedlichen Bereichen des Konsum-Alltags nieder.

Ausgabeverhalten: Sparen hoch im Kurs
Das Ausgabeverhalten der Europäer steht weiterhin klar im Zeichen der Krise. Mehr als jeder dritte Befragte will in diesem Jahr seine Ersparnisse erhöhen. Gleichzeitig äußert mehr als jeder zweite Befragte die Absicht, seine Ausgaben in diesem Jahr nicht zu erhöhen. Trotzdem stehen für die Hälfte der Europäer auch 2010 wieder 'Freizeit und Reisen' auf Platz eins der Konsumpräferenzen. Auch Haushaltsgeräte, Möbel und High-Tech-Produkte fürs Wohnzimmer rangieren ganz oben auf der Konsumliste.

Umdenken nach der Krise: Der Verbraucher von morgen
Nach der Wirtschaftskrise orientieren sich die europäischen Verbraucher neu. Fast zwei Drittel der Teilnehmer gaben an, dass die wirtschaftliche Talfahrt der letzten Jahre ihr Konsumverhalten nachhaltig verändern wird. In Deutschland hat rund die Hälfte der Befragten vor ihr Kaufverhalten zu ändern, um Kosten zu sparen. Im Vordergrund steht die Rückbesinnung auf Preis (96 Prozent) und Qualität (87 Prozent). Viele Service- und Zusatzleistungen verlieren in diesem Zusammenhang an Bedeutung. Für niedrigere Preise würden 82 Prozent der Befragten Europäer eine einfachere Produktpräsentation in Kauf nehmen. Rund die Hälfte würde auf Kassierer und Verkäufer verzichten und sich mit einer eingeschränkten Markenauswahl arrangieren.

Handel: klassische Konzepte auf dem Prüfstand
Das Discountkonzept erobert weitere Produktmärkte und findet auch bei besser situierten Berufsgruppen Zuspruch. Einzelhandelsketten reagieren mit drastischen Preissenkungen und abgespecktem Leistungsangebot nach dem Vorbild der Discountmärkte. „Die tiefgreifenden Veränderungen im Kaufverhalten sind eine große Herausforderung für den Einzelhandel“, so Dr. Anja Welsch, Bereichsleitung Sales Support & Marketing der Dresdner-Cetelem Kreditbank. „Traditionelle Handelskonzepte müssen vor diesem Hintergrund neu überdacht werden.“

„Grüner Konsum“: Das ökologische Gewissen kauft mit
Aus der Krise wächst offenbar auch ein neues Verantwortungsbewusstsein. Grüner Konsum und fair gehandelte Produkte sind gefragter denn je. Der europäische Konsument kauft verantwortungsvoll und vorausschauend, er achtet auf Umweltschutzkriterien, gesunde Erzeugnisse sowie einen gerechten Lohn. So geben knapp zwei Drittel aller befragten Europäer an, bewusst Recyclingpapier zu verwenden. 40 Prozent betreiben bereits aktiven Umweltschutz im eigenen Heim und mehr als jeder dritte Europäer hat schon öfters ins Bioregal gegriffen.
Geht es jedoch um Komfortverzicht oder größere Investitionen zugunsten der Umwelt, lässt die Begeisterung der Konsumenten nach. Nur jeder dritte europäische Befragte gibt an, schon einmal aus ökologischen Aspekten den Zug genommen zu haben, anstatt mit Auto oder Flugzeug zum Ziel zu gelangen.

Fairtrade-Produkte: Nachholbedarf bei der Vermarktung
Fairer Handel verzeichnet in Europa seit einigen Jahren deutliche Zuwachsraten. Der Befragung zufolge greifen allerdings bislang nur 44 Prozent der Europäer gelegentlich zu Waren aus fairem Handel. Als Hauptgründe gegen den Kauf nennen die Verbraucher zu hohe Preise (69 Prozent) sowie ein unzureichendes Angebot im „Non-Food-Bereich“ (64 Prozent). Mehr als jeder dritte Befragte empfindet Fairtrade lediglich als ein weiteres Marketinginstrument.
Im Gegensatz zu Bioprodukten fehlt im Fairtrade-Segment außerdem der Anreiz des persönlichen Vorteils. Der Kauf von fair gehandelten Gütern hilft den kleinbäuerlichen Erzeugern. Bioware hingegen kommt nicht nur der Umwelt zugute, sondern auch der eigenen Gesundheit. So nehmen Verbraucher bei Biowaren höhere Preise in Kauf, während sie sich dies bei Fairtrade-Erzeugnissen nicht gefallen lassen. Der faire Handel wird erst dann weitere Marktanteile gewinnen, wenn der Verbraucher intensiver informiert, die Glaubwürdigkeit gestärkt und die Attraktivität der Produkte gesteigert wird.

Gebraucht-Waren: Inbegriff einer neuen Konsummentalität
Der Gebraucht-Waren-Handel gewinnt stärker an Bedeutung. Secondhand-Produkte befriedigen die neuen Kundenbedürfnisse: Sie versprechen gute Qualität zu kleinen Preisen. Besonders gefragt sind Fahrzeuge: Rund zwei Drittel der befragten Europäer haben schon einmal einen Gebrauchtwagen erworben. Auf Platz zwei der Beliebtheitsskala rangieren mit 60 Prozent Bücher, CDs und Videospiele.

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