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Die Zukunft der Mobilität in Ballungsräumen

22.04.2010 • 15:48 Uhr • Tourismus, Auto & Verkehr

(openPR) „Nicht den Mainstream fortschreiben, sondern plausbile Entwick-lungsalternativen aufzeigen.“ Diesem Leitmotiv sind acht Unternehmen gefolgt und haben gemeinsam verschiedene Szenarien entwi-ckelt, wie die Mobilität in deutschen Ballungsräumen im Jahr 2030 aussehen könnte. Unterstützt von der ScMI AG wurde das Projekt vom Hamburger Verkehrsverbund, dem Innovationszentrum Niedersachsen, der Logistikinitiative Niedersachsen, der MAN Nutzfahrzeuge AG, der METRO AG, dem Market Research Service Center der Deutsche Post DHL, dem Rhein-Main-Verkehrsverbund und der Siemens AG durchgeführt.



Die Szenariostudie beschreibt die denkbaren Veränderungen im Mobilitätsumfeld deutscher Ballungsräume. Diese reichen von einem Verkehrskollaps in starren Strukturen über die Vernetzung verschiedener Verkehrsträger bis hin zu massiven Änderung der Einstellung zur Mobilität. „Die deutschen Ballungsräume stehen vor massiven strukturellen Veränderungen, mit denen sie sich frühzeitig und offensiv auseinandersetzen sollten“, resümiert ScMI-Vorstand Dr. Alexander Fink und verweist darauf, dass es häufig gerade die aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlichen Szenarien sind, mit denen sich erfolgreiche Unternehmen frühzeitig beschäftigen.

Die Entwicklung der Szenarien beruht auf 86 Einflussfaktoren, von denen 23 als Schlüsselfaktoren ausgewählt wurden. Die Kombination ihrer Entwicklungsalternativen führte zu 188 Billionen denkbarer Zukünfte, die durch den Ansatz des Szenario-Management zu insgesamt sieben Szenarien verdichtet wurden. Diese Zukunftsbilder zeigen auf, wie sich Mobilität in deutschen Ballungsräumen entwickeln kann:
- Kollaps des Straßenverkehrs (Szenario 1): Hier ist die Position des ÖPNV schwach und der auf traditionellen Fahrzeugkonzepten auf-bauende Individualverkehr stößt an seine Grenzen.
- Back to the roads (Szenario 2): Hier führt die Ausdehnung der Bal-ungsräume ebenfalls zu einer schwachen Position des ÖPNV, die der automobile Individualverkehr mit innovativen Angeboten ausnutzt.

Die Szenarien 3 bis 5 stellen jeweils eine spezifische Zukunft dar, in der dem ÖPNV eine hohe Bedeutung zukommt. Die Unterscheidung beruht vor allem auf der Stadtentwicklung der Ballungsräume:
- Wachstum der Speckgürtel (Szenario 3): Hier wachsen die Ballungsräume vor allem an den Rändern, was in einem privatwirtschaftlich geprägtem Umfeld zu einem effizienten Miteinander von Individual- und öffentlichem Verkehr führt.
- Breites Wachstum des Ballungsräume (Szenario 4): In diesem allgemeinen Wachstumsszenario bedarf es einer gezielten Steuerung, um Individual- und öffentlichen Verkehr miteinander zu verzahnen.
- Wachstum der Kerne (Szenario 5): Hier kommt es zu einem massiven Sog in die Zentren, was zu einer Bevorzugung des ÖPNV führt und vielfach den Verzicht auf eigene PKWs nach sich zieht.

Die zwei verbliebenen Szenarien sind jeweils durch eine Rückgang der Mobilität in deutschen Ballungsräumen gekennzeichnet:
- Abkehr vom Mobilitätsdenken (Szenario 6): Hier führt ein Wertewandel hin zu regionalen Strukturen, zu einem Verzicht auf materiellen Wohlstand sowie zu einem Rückgang von Straßenverkehr und Güterverkehrsaufkommen.
- Neue Geschäftsmodelle ( Szenario 7): Dieses Szenario – ebenso wie Szenario 1 – ist von einem schwachen ÖPNV gekennzeichnet. Allerdings liegt der Grund für die geringere Mobilität und die neuen Ansätze nicht in einem Infrastruktur-Engpass, sondern in einer massiven Verteuerung von traditioneller Mobilität.

Auch der häufig gestellten Frage nach der Eintrittswahrscheinlichkeit einzelner Szenarien haben sich die meisten Projektpartner durch Bewertung der Erwartung gestellt. Die Ergebnisse der Szenariostudie werden nun in die unternehmensspezifischen Strategieprozesse integriert. Als besonderen Pluspunkt dieses Szenarioprojektes werteten die Unternehmen den branchenübergreifenden Austausch zu verschiedenen Zukunftsthemen sowie die gemeinsame Erarbeitung einer „Landkarte der Zukunft“, die ihnen bei der Kommunikation weiterhelfen wird.

Unternehmen, Organisationen oder Kommunen, die Interesse an den Ergebnissen sowie der verwendeten Szenario-Methodik haben, können sich direkt an die ScMI AG wenden.

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