(openPR) Die regionalen Tarifverhandlungen für die 50.000 Beschäftigten in der chemischen Industrie in den ostdeutschen Bundesländern und Berlin-West wurden am Freitag, den 26. März, nach etwa zweistündigen Gesprächen zwischen Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie und dem Arbeitgeberverband Nordostchemie ohne Ergebnis vertagt.
IG BCE Verhandlungsführerin Petra Reinbold-Knape bekräftigte die Forderung der Gewerkschaft nach einer angemessenen Einkommenserhöhung:
"Wer den Fachkräftebedarf in den ostdeutschen Bundesländern und Berlin-West sichern will, der muss auch weiterhin gute Löhne zahlen. Die Beschäftigten haben einen großen Beitrag zur Bewältigung der Krise erbracht und erwarten mit Recht eine Erhöhung ihres Einkommens. Eine Nullrunde wird es mit uns nicht geben!"
Die Situation in den Betrieben sei differenziert, so Petra Reinbold-Knape. In der Pharmaindustrie, aber auch in anderen Betrieben, wurden auch in der Krise gute Zahlen geschrieben. Der Trend sieht durchaus positiv aus. Die Tarifverträge sind flexibel genug, bei schlechter wirtschaftlicher Situation reagieren zu können. Dies ist im letzten Jahr von rund 30 Betrieben genutzt worden. Die IG BCE hat sich Verhandlungen darüber nicht verschlossen, wenn es begründet war.
Petra Reinbold-Knape stellte in der Verhandlung am Freitag die Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen und die Weiterentwicklung des Tarifvertrages "Zukunft durch Ausbildung" in den Mittelpunkt: "Die Demografieanalysen machen klar, dass die Unternehmen junge, gut ausgebildete Leute brauchen. Die Arbeitgeber sind in der Pflicht, Ausbildungsplätze zu schaffen und Perspektiven nach der Ausbildung zu ermöglichen."
Die IG BCE überreichte den Arbeitgebern einen Schokotaler mit großem Euro-Zeichen zur Bekräftigung der gewerkschaftlichen Forderung nach einer angemessenen Einkommenserhöhung.
Die Tarifrunde wird nun am 20. April auf Bundesebene in Würzburg fortgesetzt.
Das Forderungspaket der IG BCE im Einzelnen:
· Arbeitsplätze erhalten und die Chancen für Beschäftigung nutzen – das sind die wichtigsten Aufgaben in der Krise. Betriebsbedingte Kündigungen sollen ausgeschlossen bleiben.
· Junge Menschen haben Anspruch auf einen guten Start in den Beruf. Die IG BCE fordert die Weiterentwicklung des Tarifvertrages „Zukunft durch Ausbildung“.
· Die IG BCE fordert eine angemessene Einkommenserhöhung. Die Arbeitnehmer haben mit ihrer Leistung erheblich dazu beigetragen, dass die Unternehmen die Krise bewältigen können. Diese Leistung muss im Tarifabschluss berücksichtigt werden.
· Die IG BCE fordert eine kurze Laufzeit, sie soll höchstens 12 Monate betragen.
Im Rahmen des Tarifgesprächs hat die IG BCE zudem dem Arbeitgeberverband am Freitag die Kündigung der für die ostdeutschen Bundesländer geltenden Regelungen hinsichtlich Jahresleistung, Entgeltgruppen E5 bis E8 und Arbeitszeit angekündigt. Verhandlungen dazu sollen in der zweiten Jahreshälfte 2010 erfolgen.









