(openPR) Interview mit Tübinger Leukämieexperten
Tübingen / München, 26. März 2010 – Der Tübinger Leukämieexperte Dr. med. Matthias Pfeiffer forscht in der Abteilung allgemeine Pädiatrie, Hämatologie und Onkologie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Tübingen. Zusammen mit seinen Kollegen sucht er seit Januar 2010 nach neuen Behandlungsansätzen für leukämiekranke Kinder mit kaum therapierbaren Leukämien.
Die José Carreras Leukämie-Stiftung ermöglicht das auf die Dauer von zwei Jahren angelegte Forschungsprojekt mit 180.800 Euro.
In diesem Interview erklärt der Leukämieexperte, wie er die betroffenen Mädchen und Jungen retten will.
Herr Dr. Pfeiffer, in der Öffentlichkeit wird allenthalben der Eindruck erweckt, zur Heilung eines Leukämiekranken müsse nur ein passender Knochenmarkspender gefunden werden; mit einer Knochenmarktransplantation könne jeder Leukämiepatient einfach geheilt werden. Doch tatsächlich können insbesondere leukämiekranke Kinder oft nicht mit einer Knochenmarktransplantation allein geheilt werden. Wieso nicht?
Leukämien stellen im Kindesalter die häufigste bösartige Erkrankung dar. Circa 25 Prozent der an Leukämie erkrankten Kinder sprechen auf eine Chemotherapie nicht an oder erleiden nach der Behandlung einen Rückfall der Leukämie. Diejenigen Kinder, bei denen die Bekämpfung der Leukämiezellen durch eine Chemotherapie vor der Transplantation nicht ausreichend gelingt, können bisher auch mit einer Knochenmarktransplantation nur selten geheilt werden. Bei vielen dieser Kinder tritt nach der Transplantation die Leukämie-Erkrankung erneut auf.
Sie suchen speziell nach neuen Behandlungsansätzen für diese betroffenen Kinder. Was ist das Ziel Ihres Forschungsprojektes?
Ziel unseres Projektes ist, das neue Immunsystem dieser Kinder nach der Transplantation in die Lage zu versetzen, die Leukämiezellen zu zerstören, um die Kinder so von der Leukämie zu heilen. Dazu erforschen wir, wie das Immunsystem gegen die Leukämie stimuliert werden kann.
Wie gehen Sie hier vor?
Wir setzen hierfür einerseits Substanzen ein, die die Immunzellen allgemein stimulieren, andererseits Antikörper, die gezielt die Leukämiezellen erkennen und den Zellen des Immunsystems helfen, die Leukämiezellen zu zerstören.
Wie sieht Ihr neuer Behandlungsansatz aus?
Unser Ansatz in der Kinderklinik Tübingen besteht darin, bei diesen Kindern zunächst eine Stammzelltransplantation mit Stammzellen eines Elternteils durchzuführen. Die Funktionsweise des transplantierten Immunsystems soll dann derart unterstützt werden, dass schließlich ein sogenannter „Transplantat-gegen-Leukämie-Effekt“ erzielt werden kann.
Das Interview führte Isabelle Henkel, Pressereferentin der José Carreras Leukämie-Stiftung, am Freitag, dem 26. März 2010.













