(openPR) 13. März 2010 in Düsseldorf:
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW lädt ein zur wissenschaftlich-politischen Konferenz
Psychosoziale Destruktion im Neoliberalismus
Experten und Expertinnen aus Psychologie, Philosophie, Sprachwissenschaft und Neurobiologie, aus Politik und Sozialverbänden, Psychiatrie-Erfahrene und Hartz IV-Betroffene diskutieren psychosoziale Veränderungsprozesse unter den sozioökonomischen Bedingungen des Neoliberalismus.
Die Konferenz thematisiert die Mechanismen psychosozialer Destruktion und versucht, Zusammenhänge zwischen aktuellen gesellschaftlichen Verhältnissen und psychosozialen Funktionen Betroffener herzustellen. Darüber hinaus sollen Möglichkeiten des Widerstands aufgezeigt und Gegenstrategien entwickelt werden.
11.00 bis 18.00 Uhr, Stadtteilzentrum Bilk, Bachstr. 145, 40217 Düsseldorf
Eine Anmeldung ist erwünscht unter ![]()
Kinderbetreuung Anmeldung spätestens eine Woche vor Konferenzbeginn
Weitere Informationen unter http://www.rls-nrw.de
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Zum Hintergrund:
Die Entwicklung der sozioökonomischen Verhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland ist seit über zwei Jahrzehnten verstärkt durch psychosozial destruktive Prozesse gekennzeichnet. Im Zuge permanenter Rationalisierungs- und Innovationsprozesse sowie Kostensenkungsstrategien werden mehr und mehr Arbeitsplätze vernichtet und immer mehr Menschen arbeitslos. Psychische Störungen und Störungen des sozialen Miteinanders breiten sich aus. Zentrale menschliche Bedürfnisse, z. B. nach sozialer Bindung und Zugehörigkeit, nach Leben und Arbeiten in Würde, nach sozialer Gerechtigkeit und nach demokratischer Partizipation, nach Anerkennung und nach verlässlichen Planungshorizonten werden für eine zunehmende Anzahl von Menschen massiv verletzt.
Die auf Teilhabe ausgerichtete ökonomisch-politische Ideologie des Sozialstaatsmodells wurde in den letzten Jahrzehnten fortschreitend abgelöst durch Merkmale einer sich wieder entwickelnden „Disziplinargesellschaft“. Dies wird insbesondere für die auf Transferleistungen Angewiesenen deutlich, die dem „Fordern und Fördern“ der Arbeitsagenturen ausgeliefert sind. Die vom sozialen Abstieg Betroffenen und im Verwertungsprozess nicht mehr Gebrauchten, die „Überflüssigen“, werden durch das System des Hartz IV-Fallmanagements gezielt Stressoren und Psychotraumen ausgesetzt.
Bei inhaltlichen Fragen für Sie da:
Dr. Burkhard Wiebel, 0254/ 81656
Dr. Gabriele Nintemann, 0251/ 777 90 30







