(openPR) Weiber und Wikinger auf der Waldbühne
Sigmaringendorf – Der clevere Wikingerjunge Wickie und seine tapferen Männer aus Flake werden in der kommenden Spielzeit die Sigmaringendorfer Waldbühne bevölkern – ebenso wie die feine englische Gesellschaft um Shakespeares lustige Weiber von Windsor.
Mit rund 60 jungen Schauspielern wird die Kinder- und Jugendgruppe des Sigmaringendorfer Naturtheaters das Stück „Mein Freund Wickie“ auf die Bühne bringen. Es basiert auf den Erzählungen des Norwegers Rune Jonsson, die Josef Göhlen für die Anfang der 70er Jahre entstandene Trickfilmserie „Wickie und die starken Männer“ als Vorlage dienten. Göhlen schrieb gemeinsam mit dem Musiker Christian Bruhn, von dem das bekannte Lied „Hey, Hey, Wickie“ stammt, auch diese Bühnenfassung.
Die Geschichte ist Generationen von Kindern bekannt – die Wikinger aus Flake sind tapfere Kämpfer, die keinen Konflikt scheuen und alle Krisen mit Faust und Schwert zu lösen trachten. Der kleine Wickie, Sohn des Häuptlings Halvar, passt hingegen nicht so recht in die Vorstellung von Männlichkeit, die bei den Wikingern herrscht: Er hat Angst vor Wölfen, vor Taifunen sogar noch mehr, und er ist wahrlich keine Kämpfernatur. Dafür aber ist er mit Abstand der schlauste Wikinger, den Flake je gesehen hat. Und die starken Männer müssen mit der Zeit erfahren, dass alle ihre Bärenkräfte ihnen manchmal ohne Wickies Ideen gar nichts helfen würden. So bewahrt er auf seiner ersten Fahrt mit dem Schiff die Wikinger vor einer Niederlage gegen den „schrecklichen Sven“ und kann die Männer seines Dorfes später sogar mit einer List aus der Gefangenschaft der furchterregenden Normannen befreien.
Listig ist aber im Sommer 2010 auf der Waldbühne nicht nur Wickie. Auch die lustigen Weiber von Windsor haben es faustdick hinter den Ohren: Den in die Jahre gekommenen Ritter Sir John Falstaff, mit zunehmendem Alter verarmt und fettleibig geworden, führen sie gehörig an der Nase herum. Nachdem er, um seine Geldnot und seine überbordende Libido gleichermaßen zu befriedigen, versucht hat, bei den verheirateten Damen Ford und Page zu landen, gehen diese zum Schein auf seine Avancen ein. In Wahrheit wollen sie sich aber an ihm rächen, denn er hat beiden einen exakt wortgleichen Liebesbrief zukommen lassen.
Die lustigen Weiber nutzen die rasende Eifersucht von Fords Ehemann, um Falstaff zunächst in der Themse landen zu lassen und ihm später noch eine Tracht Prügel zu verpassen.
Bei einem großen Finale zur Geisterstunde im Wald von Windsor soll Falstaff dann endgültig zum Narren gemacht werden. Die Nebenhandlung der Komödie, in der mit Dr. Caius ein recht skurriler Franzose um die schöne Anna freit, welche aber einen Anderen liebt, findet hier auf ungewöhnliche Weise ihre Auflösung. Falstaff aber stellt fest, dass, obgleich er selbst zum Narren gehalten werden sollte, eigentlich vielmehr die Spießigkeit der Bürger in Windsor (und nicht nur dort) entlarvt wird. So gipfelt das Werk in den Schlussworten: „Wir alle sind Narren, lauter Gefoppte. Doch wer zuletzt noch lachte, hat am besten gelacht!“
Während Wickie auf der Waldbühne erstmals zur Aufführung kommt, standen die lustigen Weiber von Windsor 1991 schon einmal auf dem Spielplan in Sigmaringendorf. Die Premieren sind am 12. Juni (Wickie) und am 3. Juli (Die lustigen Weiber). Der telefonische Vorverkauf startet in der Woche nach Ostern, im Internet können Karten unter der Adresse www.waldbuehne.de bereits ab dem 20. März bestellt werden.













