(openPR) Viele sind dem Aufruf der dbb jugend nrw gefolgt und am 6. Februar zur Demo nach Köln gekommen. Meist mit Ärger und Wut im Bauch, denn bislang sieht es bei den Tarifgesprächen zur Einkommensrunde 2010 nicht so aus, als würde insbesondere für die jungen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen viel erreicht.
Rund 160 Demonstranten hatten sich deshalb auf der Domplatte versammelt und in die magentafarbene Solidaritätskluft gehüllt. Die eisige Kälte schreckte dabei die jungen Leute aus NRW nicht, denn schließlich kämpfen sie für ihre Zukunft im Öffentlichen Dienst. Magenta, das ist die Farbe auf die sie setzen, um bei ihrem Protestmarsch von der Domplatte aus durch die Kölner Altstadt, über die Hohenzollernbrücke nach Deutz die Medien und die Öffentlichkeit auf ihre Situation aufmerksam zu machen.
Schon am Dom fragen die ersten Passanten nach, worum es hier geht. „Um unsere Übernahme nach der Ausbildung. Wir wollen nicht arbeitslos werden“, ist die Antwort der Azubis. Und damit stoßen sie auf Verständnis. „Die Bevölkerung scheint mehr Verständnis für die Situation der jungen Menschen aufzubringen als die Arbeitgeber, die sich bislang am Verhandlungstisch taub zeigen“, sagt Markus Schallenberg, Vorsitzender der dbb jugend nrw am Rande des Protestzuges.
Hunderte Milliarden Euro seien in die Rettung der Banken geflossen, weil die Politik dies als systemrelevant einstufe. „Der Öffentliche Dienst ist das auch. Herr de Maizière, Herr Böhle legen Sie sich in den nächsten Tagen doch mal in ein kommunales Krankenhaus. Wir veranstalten dann gerne auch extra für Sie einen kleinen Warnstreik und zeigen Ihnen einmal wie systemrelevant der Öffentliche Dienst für die Menschen in Deutschland ist“, mit diesen Worten machte Schallenberg auf die tragende Rolle der jungen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst aufmerksam und bekam von den Protestierenden vor der Bühne laute Zustimmung. Er forderte Sicherheit für die jungen Beschäftigten und darum neben 100 Euro mehr im Portemonnaie auch die Übernahme nach der Ausbildung.
Sandra Hennig, Vorsitzende der dbb jugend, wies auf die mittlerweile katastrophale Situation durch viel zu wenig Personal hin. Der Öffentliche Dienst sei durch unattraktive Einkommens- und Beschäftigungsbedingungen zum morschen Kahn geworden, der durch die demografischen Wellen drohe, Schiffbruch zu erleiden. „So kann es nicht weitergehen. Auf der Suche nach Arbeitsplätzen sind junge Menschen heute gezwungen, weit weg von zu Hause zu ziehen. In der fremden Stadt müssen sie eine Wohnung finanzieren, meist ein Auto unterhalten, Essen und Kleidung bezahlen. All das ist von 687,34 Euro brutto im ersten Ausbildungsjahr nicht möglich!“
„Öffentliche Dienstleistungen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Soziales, Verkehr und Umwelt sind essentiell und von überragender Bedeutung für das gesamte Land“, so brachte die stellvertretende Bundesvorsitzende Astrid Hollmann die Wertigkeit der Arbeit aller Beschäftigten im öffentlichen Sektor auf den Punkt.
In Köln haben die jungen Demonstranten alles daran gesetzt, um die Öffentlichkeit auf ihre Situation aufmerksam zu machen und so auch für die nächste Verhandlungsrunde ihre Position zu stärken. Am kommenden Mittwoch wird sich zeigen, was die Arbeitgeber daraus machen.













