(openPR) Kasachstan leidet unter der Wirtschaftskrise. Sobald die Rohstoffpreise steigen, wird es aufwärts gehen.
Als der Komiker Sascha Baron Cohen den kasachischen Reporter Borat spielte, kam es zu diplomatischen Unstimmigkeiten. Präsident Nursultan Nazarbayev beschwerte sich persönlich bei seinem amerikanischen Amtskollegen George W. Bush über Cohens satirisches Porträt von Land und Leuten. Tatsächlich entspricht deren Darstellung als hinterwäldlerisch längst nicht mehr der Realität. Das zentralasiatische Land ist ein besonders rohstoffreicher Emerging Market, allerdings mit den typischen Schwierigkeiten. Dazu zählen die starke Abhängigkeit von Rohstoffen, insbesondere Öl und Gas, unsichere politische Verhältnisse mit autokratischen Strukturen, verbreitete Korruption, hohe Staatsverschuldung und hoher Inflationsrate.
Im Zuge der Finanzkrise hat auch das kasachische Bankensystem stark gelitten. „Die Banken schieben Verluste vor sich her und wollen teilweise ihren Verpflichtungen, auch gegenüber deutschen Partnern, nicht mehr nachkommen“, sagt Jan Triebel, Kasachstan-Experte bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Germany Trade & Invest in Köln. „Anleger sollten daher den Finanzsektor besser meiden“, so Triebel.
Aufgrund der wirtschaftlichen Turbulenzen bekämpfen sich die Eliten des Landes; führende Manager wurden verhaftet. Allerdings prognostizieren die volkswirtschaftlichen Experten der RBS, dass Nazarbayev sich weiter an der Macht halten wird. Auch wegen der prestigeträchtigen Ratspräsidentschaft in der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OSZE) würden demokratische Reformen forciert. Im Jahr 2010 beginnt ein Fünfjahresplan zur Entwicklung und Diversifikation der Industrie. Sie wird vor allem von steigenden Rohstoffpreisen profitieren.
Um nicht denselben Fehler zu begehen wie viele andere Emerging Markets, setzt die Regierung außer auf Rohstoffe auch auf Tourismus. Er wurde bereits vor Jahren als strategisch wichtiger Wirtschaftszweig definiert. Am rechten Ufer des 80 Kilometer von der früheren Hauptstadt Almaty entfernten Kaptschagaisees soll eine komplett neue Stadt mit 70 000 Einwohnern als Spielerzentrum im Stile von Las Vegas entstehen. Chinesische und koreanische Unternehmen wollen in den nächsten Jahren zweistellige Milliardenbeträge investieren. Fazit: Kasachstan ist ein Investitionsstandort mit großem Potenzial für risikobereite Anleger. Allerdings sollten Kasachstan-Papiere nur als Beimischung im Depot dienen.











