(openPR) Tübingen/München, 08. Januar 2010 – Die Wissenschaftler der Universitätsklinik Tübingen suchen seit dem 1. Januar 2010 unter der Leitung von Dr. med. Matthias Pfeiffer nach neuen Behandlungsansätzen für leukämiekranke Kinder mit kaum therapierbaren Leukämien, bei denen eine Knochenmarktransplantation allein nur eine geringe Chance auf Heilung verspricht. Bei ihnen tritt nach der Transplantation in aller Regel die Leukämie-Erkrankung erneut auf.
Die José Carreras Leukämie-Stiftung ermöglicht das auf die Dauer von zwei Jahren angelegte Forschungsprojekt mit 180.800 Euro.
Ziel des Projektes ist, das neue Immunsystem dieser Kinder nach der Transplantation in die Lage zu versetzen, die Leukämiezellen zu zerstören, um die Kinder so von der Leukämie zu heilen. Dazu erforschen die Wissenschaftler, wie das Immunsystem gegen die Leukämie stimuliert werden kann. Hierfür setzen die Forscher einerseits Substanzen ein, die die Immunzellen allgemein stimulieren, andererseits Antikörper, die gezielt die Leukämiezellen erkennen und den Zellen des Immunsystems helfen, die Leukämiezellen zu zerstören.
„Wir beschäftigen uns in der Kinderklinik mit der Erforschung eines neuen Behandlungsansatzes bei Kindern, die an schwer behandelbaren Leukämien leiden. Bei diesen Kindern bietet auch eine Knochenmarktransplantation bisher nur eine geringe Chance auf Heilung. Deshalb benötigen wir für diese Kinder dringend neue Behandlungsansätze“, sagt Dr. Pfeiffer. Der Ansatz in der Kinderklinik Tübingen besteht darin, bei solchen Kindern zunächst eine Stammzelltransplantation mit Stammzellen eines Elternteils durchzuführen. Die Funktionsweise des transplantierten Immunsystems soll dann derart unterstützt werden, dass ein sogenannter „Transplantat-gegen-Leukämie-Effekt“ erzielt werden kann.
Leukämien stellen im Kindesalter die häufigste potentiell tödliche Erkrankung dar. 25 Prozent der an Leukämie erkrankten Kinder sprechen auf eine Chemotherapie nicht an oder erleiden nach der Behandlung eine erneute Leukämie-Erkrankung. Diejenigen Kinder, bei denen die Bekämpfung der Leukämiezellen durch eine Chemotherapie nicht gelingt, können bisher äußerst selten mit einer Knochenmarktransplantation geheilt werden. Denn bei fast allen dieser Kinder tritt nach der Transplantation die Erkrankung erneut auf.
















