(openPR) (Köln) - Tiere in der Altenpflege oder im Krankenhaus sind längst kein ungewöhnlicher Anblick mehr. Immer öfter werden Vierbeiner in Pflegeeinrichtungen eingesetzt, denn Tiere entspannen, motivieren und aktivieren die Sinne für mehr Wohlbefinden. Gerade Menschen mit Demenz ermöglichen sie eine besondere Art der Kommunikation und Kontaktaufnahme zu ihrer Umwelt, so dass auch Angehörige und Pfleger leichter einen Zugang zu Erkrankten finden.
Meistens ist Freitag der Tag, den die Bewohner des St. Josefsheims in Köln-Weiden mit großer Spannung erwarten: Dann nämlich kommt Esel Pedro in Begleitung seiner Besitzerin Chris Kulinna, die sich als Freizeitpädagogin auf die Aktivierung von Demenzerkrankten mit einer Ausbildung in der tiergestützten Therapie spezialisiert hat. Im Sommer bei gutem Wetter erwarten die Senioren Pedro im Garten, bei schlechtem in einem Gemeinschaftsraum. Einige Bewohner haben zuvor schon etwas Futter zubereitet, Äpfel und Möhren klein geschnitten oder geschrotetes Futter in Plastikschüsseln bereitgestellt. Überall hört man: „Wann kommt der Esel?“ Dann endlich steigt Pedro aus seinem Anhänger: Mit großen Augen, etwas pummelig, tapst er unbeholfen auf die Senioren zu, lässt sich füttern und streicheln. Dann legt er seinen Kopf zum Schmusen auf den Schoß eines älteren Mannes. Der Herr im Rollstuhl strahlt und streichelt ausgiebig den Esel. Obwohl Pedro ein großes Tier ist, haben die Senioren keine Angst vor ihm, sondern verspüren das Bedürfnis, sich ihm anzunähern, sein weiches Fell zu streicheln und sich mitzuteilen.
„Es ist schwierig, demenzkranke Menschen zu erreichen, wenn der kognitive Zugang durch die Krankheit verwehrt bleibt“, sagt Ute Schumacher, Leiterin des St. Josefsheims in Köln-Weiden. Hierbei habe sich der Einsatz eines Tiers als Medium als sehr hilfreich erwiesen. „Wir nutzen die positive Wirkung von Esel Pedro als Türöffner zu Menschen, die sonst in ihrer eigenen Welt versinken und locken sie aus ihrer Versunkenheit in unsere Welt“, erläutert Ute Schumacher.
Demenzkranke spüren Stimmungen oder Veränderungen – auch wenn sie es sprachlich nicht mehr mitteilen können. Tiere kommunizieren anders als Menschen. Daher finden sie Zugang zu Demenzerkrankten, die Menschen verschlossen bleiben. Einen Weg zu demenzkranken Menschen finden die Mitarbeiter des St. Josefheims in Köln-Weiden über den speziell ausgebildeten Esel Pedro. Mit Hilfe des freundlichen, geduldigen Tiers bieten sie den Senioren Sinnesaktivierung, Anregung, Mobilisierung, wecken Emotionen und ermöglichen eine Steigerung des Wohlbefindens und der Lebensqualität. Dann ergeben sich manchmal wunderbare Begegnungen, wie beispielsweise diese zwischen einer Eselfreundin und Pedro: „Komm her lieber Jung, du bist der einzige Freund, der mir geblieben ist“, sagt sie und reicht die Futterschüssel an ihre Nachbarin im Rollstuhl, die an ihrer Freude Anteil haben soll.
Weitere Informationen: St. Josefsheim, Ute Schumacher, Aachener Str. 1312, 50859 Köln, Tel.: 02234/7010-0 www.sankt-josefsheim.de











