(openPR) Die diesjährige Preisträgerin des NORD/LB Artist Award ist die Pianistin Martha Argerich. Die Künstlerin erhält die Auszeichnung im Rahmen ihres Konzertes beim Braunschweig Classix Festival am Sonntag (17. Januar 2010) in der Braunschweiger Stadthalle. „Es ist uns eine große Ehre und Freude, mit Martha Argerich eine weltbekannte Musiker-Persönlichkeit auszuzeichnen, die dank ihrer einzigartigen Virtuosität die klassische Musik nicht nur einem breiten Publikum eröffnet sondern ihre Kunst an wiederum erfolgreiche Nachwuchstalente weiter gegeben hat“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Braunschweigischen Landessparkasse Christoph Schulz, der zugleich stellvertretender Vorstandsvorsitzender der NORD/LB Norddeutsche Landesbank ist.
Seit der Geburtsstunde des Braunschweiger Musik-Festivals im Jahr 1988 wird es von der NORD/LB und der Braunschweigischen Landessparkasse als Hauptsponsor und verlässlichem Partner begleitet. Mit dem NORD/LB Artist Award zeichnet die Bank international renommierte Solistinnen und Solisten aus, die sich durch ihre außergewöhnlichen, unkonventionellen und herausragenden künstlerischen Leistungen oder ihr Lebenswerk besonders verdient gemacht haben. Individualität und künstlerische Grenzgänge, aber auch die Vielfältigkeit dieser Künstlerpersönlichkeit stehen als Auswahlkriterien an oberster Stelle. Als Preis wird eine hochwertige historische Commedia dell’Arte-Figur aus der Porzellanmanufaktur Fürstenberg verliehen, die von dem Celler Künstler Frank Schult individuell-modern bemalt wurde.
Martha Argerich ist bereits die neunte Musiker-Persönlichkeit, die mit dem NORD/LB Artist Award ausgezeichnet wird. Seit Martha Argerich 1957 mit nur 16 Jahren die Klavierwettbewerbe in Genf und Bozen und 1965 den Warschauer Chopin-Wettbewerb gewann, prägt sie in beispielloser Weise das internationale Musikleben. Sie zählt zu den ganz großen Interpretinnen unserer Zeit und gilt als die wildeste, die virtuoseste aller Pianistinnen.
Geboren in Buenos Aires, gab sie bereits im Alter von acht Jahren ihr Konzertdebüt in ihrer Heimatstadt. Schon früh stand sie als gefeiertes Wunderkind im Rampenlicht. 1955 zog die Familie nach Wien, um ihrer Tochter den Unterricht bei herausragenden Klavierpädagogen zu ermöglichen. Friedrich Gulda wurde zu ihrem wichtigsten Mentor. Weitere Lehrer waren Arturo Benedetti Michelangeli, Nikita Magaloff und Stefan Askenase.
Martha Argerich hat als Solistin mit den bedeutendsten Dirigenten und Orchestern der Gegenwart konzertiert. Ihr vielseitiges Repertoire reicht von Bach bis Bartók, von Schumann bis Schostakowitsch. Viele ihrer Konzerte gingen via Fernsehübertragung rund um die Welt; ihre Einspielungen wurden mit zahlreichen renommierten Preisen – darunter dem Grammy Award – ausgezeichnet. Besonders ihre Chopin-Klaviersonaten und -Preludes gelten als Referenzaufnahmen.
Seit Mitte der 80er Jahre hat Martha Argerich sich ganz auf die Kammermusik konzentriert: „This harmony within a group of people gives me a strong und peaceful feeling.“ Die Pianisten Lilya Zilberstein, Nelson Freire und Alexandre Rabinovitch, der Cellist Mischa Maisky und der Geiger Gidon Kremer gehören hier zu ihren bevorzugten musikalischen Partnern. Außerdem setzt sich die argentinische Pianistin für die Förderung der jungen Musikergeneration ein: Seit 1999 findet in Buenos Aires ihr International Piano Competition and Festival Martha Argerich statt und in Projekten wie „Martha Argerich & Friends“ und dem „Progetto Martha Argerich“ musiziert sie mit hochbegabten Nachwuchskünstlern.
In Braunschweig wird Argerich gemeinsam mit Lilya Zilberstein Mozarts Fantasie für eine Orgelwalze f-Moll KV 608 für zwei Klaviere und die Sonate D-Dur KV 448 für zwei Klaviere, Schumanns Andante und Variationen B-Dur op. 46 für zwei Klaviere, Schostakowitschs Concertino a-Moll op. 94 für zwei Klaviere, Brahms’ Variationen über ein Thema von Haydn op. 56b für zwei Klaviere und Rachmaninoffs Suite Nr. 1 op. 5 für zwei Klaviere spielen. Was eher zufällig aus einer musikalischen Laune bei den Luzerner Festspielen heraus entstand, ist mittlerweile auf den europäischen Konzertpodien zu einem Geheimtipp geworden: das Duo der beiden „Tastenköniginnen“ Lilya Zilberstein und Martha Argerich. Eines haben die Russin aus Hamburg und die Argentinierin aus Brüssel gemeinsam: Sie sind Claudio Abbados Lieblingspianistinnen. Während die Zilberstein gerne und immer wieder in aller Welt solistisch auftritt, bevorzugt die Argerich seit Jahren das Ensemblespiel; Trioaufnahmen oder auch Klavierduos mit Mikhail Pletnev sind das brillante Resultat.
Vor Martha Argerich erhielten den NORD/LB Artist Award die deutsche Klarinettistin Sabine Meyer (2001), der englische Organist, Komponist und Dirigent Wayne Marshall (2002), die amerikanische Geigerin Leila Josefowicz (2003), der deutsche Pianist Lars Vogt (2004), der schwedische Trompeter Håkan Hardenberger (2005), der chinesische Pianist Yundi Li (2006), der Violin-Virtuose Gidon Kremer (2007) und die Pianisten-Legende Alfred Brendel (2008).
Das vollständige Programm ist unter www.classixfestival.de aufgeführt.









