(openPR) Es sind Ultra-Verfahren, die die Reinigung von Industrieabwasser wie beispielsweise der Textilindustrie revolutionieren könnten. Mit Ultrafiltration werden Partikel und Trübstoffe auf rein physikalische Art im Nanometer-Bereich aus dem Wasser herausgefiltert. Technologieführer ist hier die deutsche inge watertechnologies AG. Ihre Ultrafiltrationstechnik wird bereits weltweit zur Aufbereitung von Trink-, Prozess-, Meerwasser und Abwasser eingesetzt. In dem von der EU-Kommission geförderten Projekt PURIFAST wird nun untersucht, ob die Kombination von Ultrafiltration und Ultraschall anstelle der aufwändigen Umkehrosmose dafür sorgen kann, dass auch organische Wasserbestandteile wie Farbstoffe nach der Ultrafiltration aus dem Wasser gelöst werden können. Ziel ist die Etablierung eines sowohl ökologisch als auch ökonomisch optimalen Verfahrens zur Wiederaufbereitung von Textilabwasser.
Im Rahmen des Projektes PURIFAST stellt die EU-Kommission 2,2 Millionen Euro zur Verfügung, um die Entwicklung eines innovativen und effizienten Verfahrens zur Wiederaufbereitung von problematischem Abwasser wie in der Textilindustrie zu unterstützen. Projektpartner sind neben dem Ultrafiltrationsspezialisten inge watertechnologies und dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wasserforschung IWW aus Deutschland der Wasseraufbereiter GIDA und die Next Technology Tecnotessile sowie die Firmen LAVO und Tintoria King Colour aus Italien, die Universität Florenz und Polymem aus Frankreich.
Ultrafiltration kann das Wasser auf rein physikalische Art von Trübstoffen, Partikeln und Bakterien reinigen. Der hohe Verschmutzungsgrad von Textilabwasser stellt dabei besondere Anforderungen an die Ultrafiltrationsmembran. Die inge watertechnologies AG hat im Rahmen des Projektes PURIFAST geforscht, um sowohl ihre patentierte Multibore-Membran als auch die Anlagensteuerung optimal an die Projekterfordernisse anzupassen. Dazu gehört z.B. die Porengröße und -geometrie, die Membranhydrophilität, das Herausfinden der besten Flux, die optimale Rückspülrate, der Einsatz von Reinigungschemikalien sowie deren Einsparung etc.
Zum Praxistest des Verfahrens wurde in der toskanischen Textil-Metropole Prato eine Anlage gebaut, die das dort stark von der Textilindustrie verschmutzte kommunale Abwasser wieder aufbereitet. Dabei wurden gleich drei Membranstrassen installiert, die unabhängig voneinander gesteuert werden können, um möglichst schnell die optimalen Einstellungen zu finden. Im nächsten Jahr erfolgt dann der Härtetest bei der italienischen Textilfärberei Tintoria King Colour.
Dr. Peter Berg, Vorstand für Technik und Produktion bei der inge watertechnologies AG sagt: „Wenn wir es schaffen, mit Ultrafiltration und Ultraschall Textilabwasser kosteneffizient zu reinigen, wird dies zu einem Boom im Abwasserrecycling von Industrieunternehmen führen. Bislang war die Klärung von organischen Substanzen - wie Farbstoffen - im ultrafiltrierten Wasser ein Fall für die Umkehrosmose. Allein schon wegen des hohen Energiebedarfes ist dies ein teures Verfahren. Wenn Ultrafiltration und Ultraschall nun zu besseren Return on Investment-Werten führen, steht dem weltweiten Einsatz dieses neuen Systems nichts mehr im Wege.“












