(openPR) Jede vierte Frau in Deutschland erlebt im Laufe ihres Lebens körperliche Gewalt durch einen Beziehungspartner. Dies ist kein Problem „sozialer Brennpunkte“, sondern findet in allen gesellschaftlichen Schichten statt. Häusliche Gewalt gilt als eines der größten Gesundheitsrisiken für Frauen und Kinder. Folgen dieser Gewalt sind nicht nur sichtbare Verletzungen, sondern oft auch schwer heilende seelische Verwundungen.
„Betroffenen müssen flächendeckend Beratungsangebote zur Verfügung stehen. Sie müssen sich darauf verlassen können, schnell Hilfe zu bekommen, wenn sie über das Geschehene und die daraus folgenden Probleme und Ängste reden wollen. Sie brauchen Informationen über medizinische und juristische Fragen und – wenn notwendig – auch Kontakt zu Ärztinnen, Anwältinnen und Therapeutinnen“, sagte Dr. Gisela Notz, Vorsitzende des pro familia-Bundesverbands anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen.
Gewalttätigen Männern und Jugendlichen, die ihr Verhalten ändern wollen, sollte Unterstützung angeboten werden. Täterorientierte Anti-Gewaltarbeit und Beratung biete die Chance, nach Alternativen zu suchen, ohne erneut in eine Spirale der Gewalt zu geraten.
Der wichtigste Baustein, sexualisierte Gewalt vor allem bei Kindern und Jugendlichen einzudämmen, sei die Prävention. „Wir können Kindern und Jugendlichen Kompetenzen vermitteln, die ihnen helfen, sich gegen sexuelle Grenzverletzungen und Gewalt durch Erwachsene oder andere Kinder zu wehren oder sich in solchen Fällen Hilfe zu holen“, betonte Dr. Notz. „Kinder und Jugendliche sollen nicht verängstigt, sondern gestärkt werden, damit sie selbstbewusst agieren können, gerade auch in der virtuellen Welt der Chats und Foren“.
Viele pro familia-Beratungsstellen bieten neben diesen Angeboten für Betroffene auch pädagogischen MitarbeiterInnen und anderen Professionellen Unterstützung und Beratung zum Thema „Sexualisierte Gewalt“ und „Traumatisierung“ an.
Weitere Infomationen zum Beratungsangebot, die Adressen einer Beratungsstelle in Ihrer Nähe sowie Download von Informationsbroschüren sind auf der pro familia-Homepage www.profamilia.de zu finden.
Hintergrund: Der Internationale Tag gegen Gewalt gegen Frauen wurde erstmals 1981 von Feministinnen aus Lateinamerika und der Karibik ausgerufen. Sie erinnerten an die Schwestern Patria Mercedes, Minerva und María Teresa Mirabal, die 1960 in der Dominikanischen Republik aufgrund ihres Widerstandes gegen die Diktatur von Trujillo verschleppt, vergewaltigt und ermordet worden sind Der Mut der Schwestern Mirabal gilt inzwischen weltweit als Symbol die nötige Kraft zu entwickeln um gegen jegliches Unrecht einzutreten. In den Vereinten Nationen ist der 25. November seit 1999 als offizieller internationaler Gedenktag anerkannt.









