(openPR) pro familia und IPPF fordern verstärkten Einsatz für die Beseitigung von Diskriminierung und Gewalt gegen Mädchen und Frauen
Frankfurt, 7. März 2007. Gewalt und Diskriminierung bedrohen noch immer weltweit Gesundheit und Wohlergehen von Mädchen und Frauen – und das 12 Jahre nach der vierten Weltfrauenkonferenz in Peking. Die dort verabschiedeten Menschenrechte für Frauen beinhalten das Recht auf Gleichberechtigung und auf eine freie und verantwortliche Entscheidung über Sexualität und Fruchtbarkeit, und zwar „frei von Nötigung, Diskriminierung und Gewalt“. „Doch die Realität sieht vielfach anders aus“, betont pro familia anlässlich des Internationalen Frauentags.
Als Mitglied der International Planned Parenthood Federation (IPPF) unterstreicht pro familia die Forderung seiner Dachorganisation, die politischen und programmatischen Bemühungen global und auf allen Ebenen zu verstärken, damit Mädchen und Frauen überhaupt die Möglichkeit bekommen, ihre Rechte wahrzunehmen. „Während in einigen Teilen der Welt der Zugang zu reproduktiven Gesundheitstechniken und -dienstleistungen verbessert wurde, ist hinsichtlich der Umsetzung des Rechts auf Selbstbestimmung des sexuellen Lebens kaum ein Fortschritt erfolgt. Dieser Aspekt erhält nach wie vor zu wenig Aufmerksamkeit“, kritisiert die IPPF. Sie stellt mit Besorgnis fest, dass der direkte Zusammenhang zwischen der den Frauen nicht ermöglichten freien Entscheidung über Sexualleben und Fruchtbarkeit und ihrer Gesundheitsgefährdung durch Gewalt nicht gesehen werde.
Die geschlechtsspezifische Gewalt ist eine der weitest verbreiteten Formen der Diskriminierung von Frauen mit weit reichenden Folgen: Gewalt gegen Frauen – in Familie, Gesellschaft oder durch organisierten Menschenhandel – ist Hauptursache für viele sexuelle und reproduktive Gesundheitsprobleme, einschließlich einer erhöhten Anfälligkeit für sexuell übertragbare Krankheiten, HIV und Aids, ungeplante Schwangerschaften, unsichere Abtreibungen und Krebserkrankungen reproduktiver Organe. Darauf weist die IPPF in ihrer Erklärung zur Tagung der UN-Frauenrechtskommission hin, die sich bis zum 9. März in New York mit dem Thema befasst.
Die Rolle, die geschlechtsspezifische Gewalt bei der Zunahme von HIV und Aids bei Mädchen und jungen Frauen spielt, werde nicht ausreichend berücksichtigt. 50 Prozent von den heute nahezu 40 Millionen Menschen mit HIV sind Frauen. Mehr als 60 Prozent aller Neuinfizierten sind junge Frauen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren. In einigen Ländern ist die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, bei Frauen sechsmal höher als bei Männern. „Diese Zahl zeigt deutlich das katastrophale Versagen der internationalen Gemeinschaft, geschlechtsspezifische Ungleichheiten anzugehen, wozu die Gewalt gehört, die junge Mädchen und Frauen einem größeren Risiko einer HIV-Infektion aussetzt“, mahnt die IPPF.
„Regierungen, die UNO und entsprechende Organisationen müssen dafür sorgen, dass die erforderlicheren Maßnahmen realisiert werden, um Mädchen und Frauen vor allen Formen der Diskriminierung und Gewalt, einschließlich Vergewaltigungen, Menschenhandel und gesundheitsschädliche traditionelle Riten, zu schützen und die Zunahme von HIV-Infektionen bei jungen Frauen einzudämmen“, fordern pro familia und die IPPF. „Bestehende Gesetze müssen durchgesetzt und erweitert werden, den zahlreichen Bekundungen Taten folgen, damit Mädchen und Frauen weltweit frei von Angst und Gewalt leben können.“
pro familia engagiert sich seit 55 Jahren auf nationaler und internationaler Ebene für die Beseitigung von Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen. In ihren Beratungsstellen und spezialisierten Einrichtungen gegen sexuelle Gewalt bietet pro familia Betroffenen Rat und Hilfe an. Auch ist pro familia in einigen Bundesländern Kooperationspartner bei den so genannten Interventionsprogrammen gegen häusliche Gewalt. Ein weiterer Schwerpunkt von pro familia ist die Prävention gegen Gewalt vor allem in der Sexualpädagogik.
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