(openPR) Der Oktober war wieder geprägt von der amerikanischen Earnings Season für das abgelaufene 3. Quartal 2009, einhergehend mit dieser auch wieder die Wirtschafts- daten.
Beide zusammen genommen sollten Aufschluss über den Zustand der amerikanischen Wirtschaft geben.
Nachdem sich bereits in den letzten Monaten gezeigt hatte, dass sich die Wirtschaftsdaten ein wenig zu stabilisieren beginnen, konnte dieser Trend - mit Ausnahme der Arbeitslosenzahlen - anhalten.
Die Berichtssaison verläuft bisher überraschend positiv, allem Anschein nach ist es den meisten Unternehmen gelungen Kosten zu reduzieren. „Corporate America“ hat bewiesen, dass es auch in einer tiefen Krise möglich ist, sich schnell, effizient und flexibel an die neuen Gegebenheiten anzupassen - teilweise jedoch durch eine Verschlankung auf der Personalseite. Bei Betrachtung der Charts fällt jedoch auf, dass im Vergleich zu der Earnings Season für das 1. und 2. Quartal 2009 die bisherige Aufwärtsbewegung der 3. Earnings Season - trotz erstmals wieder positiver Wirtschaftsdaten - und guter Earnings, nicht so deutlich ausfällt.
Was soll die Märkte weiter bewegen, wenn nicht eine solch positive Kombination?
Eigentlich ein deutliches Warnsignal, wir mahnen deshalb zur Vorsicht. Die Lage an den Märkten hat sich sogar soweit wieder „normalisiert“, dass wir uns aktuell in einer deutlich überkauften Marktsituation befinden. Sämtliche Risikoindikatoren weisen darauf hin. Wir gehen davon aus, dass eine Korrektur zunehmend wahrscheinlicher wird.
Ähnlich sieht es der renommierte Professor von der New York University. In einem Interview mit Bloomberg sagte Professor Nouriel Roubini: „Markets have gone up too much, too soon, too fast“.
Bei den Rohstoffen konnten insbesondere Öl und Gold im vergangenen Monat deutlich zulegen. Gold schaffte zu Monatsbeginn den Ausbruch nach oben und notiert seitdem konstant über der $1.000 Marke. Ebenfalls deutlich zulegen konnte der Euro im Vergleich zum US Dollar.
Wirtschaftsdaten
Am Mittwoch, den 23. September 2009 erreichte der S&P 500 - kurz vor der Sitzung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve - noch ein neues Jahreshoch. Der Zinssatz wurde unverändert zwischen 0% - 0,25% belassen.
Der IWF (Internationale Währungsfonds) prophezeite ein weltweites Wachstum für kommendes Jahr von 3,1% nach einem Rückgang von 1,1% in diesem Jahr.
Am Mittwoch, den 07. Oktober begann die amerikanische Berichtssaison (Earnings Season) für das abgelaufene dritte Quartal. Den Auftakt machte Alcoa, Inc. (AA) und überraschte mit seinem ersten Gewinn nach drei Verlustquartalen, was wiederum die Märkte beflügelte.
Am Donnerstag, den 08. Oktober beschloss die Europäische Zentralbank den Leitzins unverändert bei 1,0% zu belassen. Ebenfalls unverändert ließ die Bank of England ihren Schlüsselsatz bei 0,5%. „Die Wirtschaft in der Euro-Zone stabilisiert sich“, sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet am Donnerstag.
Nur einen Tag später, sagte der amerikanische Notenbank Chef Ben Bernanke: “We will need to tighten monetary policy to prevent the emergence of an inflation down the road,“ was dem US-Dollar wieder ein wenig Rückenwind gab.
In der zweiten Woche der Earnings Season standen insbesondere die Unternehmensdaten der großen Banken im Fokus. Während die Zahlen von JP Morgan (JPM) und Goldman Sachs (GS) besser als erwartet waren, enttäuschten die Bank of America (BAC) und Citigroup (C). Hintergrund ist, dass sowohl JP Morgan als auch der Branchenprimus Goldman Sachs starke Investment Banking Abteilungen besitzen und von den Bewegungen der Aktienmärkte gut profitieren konnten, während Bank of America und Citigroup mehr Exposition im Bereich des schwächelnden Privatkundengeschäfts (Stichwort: hohe Arbeitslosigkeit) haben.
In der vergangenen Woche konnten nicht einmal bessere Unternehmensdaten, wie beispielsweise von Apple und Amazon, den Markt bewegen. Wir sehen dies als ein Warnsignal, nachdem sich der Markt auch noch in einem stark überkauften Zustand befindet. Das Gros der bisher veröffentlichten Unternehmensdaten ist als robust einzustufen, manche sogar als sehr gut.
Die sog. Non-farm payrolls geben einen Überblick über die Anzahl der neu geschaffenen, bzw. abgebauten Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 9,8%.
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