(openPR) Im Winters 2006 setzt die Fotografin Florence Bühr Aufnahmen ihres letzten Aufenthaltes auf Teneriffa in Montagen zusammen - es entstehen Orte und Scenen, die es in der Realität so gar nicht gibt - aber sie holen das Licht, die Wärme der erlebten Augenblicke zurück. So entstanden zum ersten Mal "Mindscapes" von Orten, die sie fasziniert oder angerührt haben.
Florence Bühr nennt ihre Bilder "Mindscapes". weil es Landschaften sind, die in ihrem Kopf entstehen. In der Psychologie gibt es diesen Begriff schon. Er wird als "Mentale oder psychologische Szene oder Areal in der Erinnerung" definiert.
„Der Ausschnitt meiner Kleinbildfotos war mir zu eng; ich wollte mehr Weitwinkel. Denn ein weiterer Winkel ist unserem Sehen ähnlicher. Also fing ich an meine Fotos aneinander zu reihen. Dass das Bild am Ende nicht genau der Wirklichkeit entsprach, war mir egal; mein Ziel war es die Stimmung dieser Orte fest zu halten."
2003 führt sie diese Idee weiter und verwendet ausschließlich analoge Mittelformataufnahmen als Bausteine für ihre Collagen. Die Bildteile sind meistens an unterschiedlichen Orten aufgenommen, zum Beispiel in der gleichen Stadt, aber nicht am gleichen Ort - oder zumindest nicht unmittelbar. Die Arbeiten sind also nicht mit Panoramafotos zu verwechseln, bei denen ein Motiv mehrmals in verschiedenen horizontalen Winkeln aufgenommen und dann zusammengesetzt werden.
„Anfangs wollte ich die Bilder perfekt machen, aber dann bemerkte ich, dass es für den Betrachter viel interessanter ist, wenn er Unstimmigkeiten oder Fehler entdecken kann. In einer Zeit der digitalen Perfektion, hat das nicht ganz Perfekte für mich einen gewissen Charme."
„Beim Zusammensetzen bin ich erst fertig, wenn ich eine Art Moment erreiche. Ich bin auf der Suche nach der Magie, die diese Orte für mich haben. Oft kommt die Atmosphäre einer Stadt, eines Landes, einer Insel oder einer Küste vom Licht oder von der Architektur der Häuser oder von den Menschen auf den Straßen. Alles lebt, strahlt, wirkt mal schön, mal bedrohend, für den einen mehr für den anderen weniger. Manche Orte faszinieren mich, manche weniger; manche haben das gewisse Etwas, aber ich kann nicht erklären warum. Ist es die Konstellation von Architektur und Landschaft, das Zusammenspiel der Farben? Oder ist es nur meine Stimmung, eine Projektion?
Florence Bühr hat die Erfahrung gemacht, dass diese Stimmungen manchmal auf den Betrachter „weitertransportiert" werden und bei ihm die Erinnerung an einen ganz anderen Ort auslösen können. Sie drückt mit ihren Mindscapes zwar ihre subjektive Sichtweise aus, doch diese bleibt für den Betrachter intersubjektiv nachvollziehbar, da es sich um universelle
Erfahrungen handelt: Ausgehend von dieser subjektiven Wahrnehmung, ist es für die Künstlerin unwichtig, ob das von ihr gestaltete Bild noch der ohnehin nur scheinbaren Wahrheit der Originalfotos entspricht oder nicht. Wichtig ist, dass es das enthält, was die Faszination ausgelöst hat.
Vom 4.10.2009 bis zum 18.10.2009 stellt die Fotografin ihre zumeist großformatigen Arbeiten in der Kunsthalle Kempten, Memminger Str. 5 in 87439 Kempten aus.
Die Werke wurden in Zusammenarbeit mit der Münchner Bilderwerkstatt Officina Fotografica aufwändig als hochwertige Giclée-Drucke oder als Aryl-Veredelung angefertigt.











