(openPR) Genau vor einem Jahr begann mit dem Zusammenbruch der damals 4. größten amerikanischen Investment Bank, Lehman Brothers, die Finanzmarktkrise. Im Zuge dessen kam es zu staatlichen Hilfsprogrammen in Milliardenhöhe, zu Übernahmen und Unternehmensinsolvenzen.
Primär jedoch zu einem Vertrauensverlust in die internationalen Finanzmärkte. Was im September und im Oktober 2008 noch die schiere Überlebensangst war, ist mittlerweile - nur ein Jahr danach - schon fast wieder zum Alltag geworden. Es hat sich anscheinend herumgesprochen, dass die Welt an den Finanzmärkten nicht untergehen wird.
Die Lage an den Märkten hat sich sogar soweit wieder „normalisiert“, dass wir uns aktuell in einer deutlich überkauften Marktsituation befinden. Sämtliche Risikoindikatoren weisen darauf hin. Wir gehen davon aus, dass eine Korrektur zunehmend wahrscheinlicher wird.
Im August ging die zweite Earnings Season des Jahres zu Ende. Das Gros der amerikanischen Unternehmen hat in ca. 2/3 der Fälle besser als erwartet berichtet. Einschränkend sollte gesagt werden, dass zum einen die Erwartungen an die Quartalszahlen und die Ausblicke nicht sonderlich hoch waren und zum anderen, dass durch gelockerte Bilanzierungsregeln das gesamte Bild ein wenig verfälscht wird.
Der Übernahmepoker um Opel scheint nun beendet. Magna wird sich mit seinem russischen Partner, Sberbank, voraussichtlich 55% der Anteile sichern. General Motors will 35% behalten und 10% soll die Opel Belegschaft übernehmen.
Wirtschaftsdaten
Besser als erwartet waren einige Wirtschaftsdaten. So zum Beispiel Daten aus Deutschland und Frankreich. Das Bruttoinlandsprodukt der beiden größten europäischen Volkswirtschaften wuchs im abgelaufenen 2. Quartal um +0,3%.
Überraschend positive Nachrichten kamen Mitte August aus Deutschland. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) gab bekannt, dass sich die Konjunkturerwartungen im August für Deutschland deutlich verbessert haben. Sie stiegen um 16,6 Punkte auf nun 56,1 Punkte im Vergleich zu 39,5 Punkten im Vormonat.
In der ersten Septemberwoche hellte sich die Stimmung unter den Einkaufsmanagern den sechsten Monat in Folge auf. Der Index ist von 47 im Juli auf 50,4 im August gestiegen, teilte das in London ansässige Markit Forschungsunternehmen mit. Damit ist der Wert erstmals wieder seit Mitte 2008 über dem „magischen“ Niveau von 50.
Grundsätzlich kann man sagen, dass sich die Lage an den internationalen Finanzmärkten zu stabilisieren scheint, ebenso wie die Lage am amerikanischen Immobilienmarkt.
Zusätzlich haben viele Unternehmen die eigene Produktion gekürzt und so „künstlich“ die Vorratsbestände gesenkt.
Abgesehen von den Arbeitsmarktdaten waren, in einer an Wirtschaftsdaten reichen Woche, fast alle Zahlen besser als erwartet. Die Arbeitslosenquote ist mit 9,7% allerdings so hoch wie seit 26 Jahren nicht mehr.
Besondere Beachtung fanden der ISM Mfg Index, der mit einem Wert von 52,9 nun auch wieder über der „magischen“ Marke von 50 notiert und auch die Pending Home Sales, die besser als erwartet waren.
Es hat den Anschein, dass die meisten Investoren mittlerweile davon ausgehen, dass wir uns in einer Übergangsphase von Rezession in Aufschwung befinden. Beflügelt durch Äußerungen wie diese: „...economic activity is leveling out...“ aus dem Statement zur Sitzung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve am Mittwoch, den 12. August. Oder: „ I am pretty sure we´ ve seen the bottom“, so der ehemalige Fedchef, Alan Greenspan, in einem Interview mit dem Fernsehsender ABC. Und nicht zu vergessen: „The global economy is now beginning to emerge from its worst crisis in generations, but the downturn might have been much worse if central banks hadn’t acted so forcefully last fall,“ sagte der Federal Reserve Chairman Ben Bernanke am Freitag, den 21. August.
Die mediale Berichterstattung ist zunehmend als freundlich, teilweise sogar euphorisch zu betrachten - eigentlich ein weiteres Warnsignal.
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