(openPR) Charttechnik & Analyse
Der S&P 500 Index zeigte sich im Mai und im Juni sehr unentschlossen und wies wenig Dynamik auf (siehe große Konsolidierungszone). Anfang Juli hatte er am unteren Rand der großen Konsolidierungszone einen Boden gebildet. Die Unterstützung bei 880 Punkten wurde einige Male getestet und zeitweise auch unterschritten.
Nach besser als erwarteten Earnings kam es zu einem starken Anstieg und einem Ausbruch aus der Konsolidierungszone. Der bisher hartnäckige Widerstand bei ca. 950 Punkten wurde mühelos überwunden und der S&P konnte aus der Konsolidierungszone (s. Chart) nach oben ausbrechen.
Charttechnisch ist der Durchbruch des S&P 500 Index durch den Widerstand bei ca. 950 Punkten und somit auch der Ausbruch aus der Konsolidierungszone als positiv zu werten.
Auf Wochenchart betrachtet sieht man, dass der S&P 500 Index nun wieder in etwa das Niveau von Ende 2008 erreicht hat. Sollte der Index auch diesen Widerstand nachhaltig überwinden können, wäre der Weg nach oben frei.
Freundlichere Wirtschaftsdaten gepaart mit besser als erwarteten Gewinnen (insbesondere Goldman Sachs & JP Morgan), bzw. kleiner als befürchteten Verlusten, beflügelten die Märkte.
Über die Nachhaltigkeit der Daten ist es jedoch schwer eine verlässliche Aussage zu treffen, da einerseits die Bilanzierungsrichtlinien in den USA gelockert wurden und andererseits - insbesondere Banken - durch staatliche Kredite besser gestellt erscheinen. Die positiven Überraschungen, gerade bei Goldman Sachs und JP Morgan lassen sich wie folgt erklären:
Zum Einen ist die Konkurrenz für Goldman Sachs und JP Morgan um über die Hälfte geschrumpft (Bear Stearns, Lehman und Merrill Lynch sind insolvent oder wurden übernommen) und zum anderen konnten die Trading Abteilungen durch staatliche Kredite in Milliardenhöhe und einem Leitzins von 0% - 0,25% überproportional profitieren.
Die aktuelle Stimmung am Markt scheint nun zunehmend wieder freundlich zu werden. Große staatliche Stimuluspakete, bisher besser als erwartete Earnings und eine wieder freundlichere mediale Berichterstattung tun ihr Übriges um - nach langer Zeit - ein freundlicheres Umfeld zu generieren.
Eindeutig richtungsweisend für die Märkte im Juli war die Earnings Season in den USA.
Wirtschaftsdaten & Earnings Season
Am 8. Juli läutete der weltgrößte Aluminiumhersteller Alcoa (AA) die Earnings Season in den USA ein. Die Zahlen waren weniger schlecht als erwartet, jedoch verzichtete Alcoa auf einen Ausblick für die kommenden Quartale.
In der darauf folgenden Handelswoche richtete sich das Augenmerk auf die Ergebnisse der ehemaligen Investmentbanken Goldman Sachs und JP Morgan - und diese überraschten mit viel besser als erwarteten Zahlen.
Von den bisher veröffentlichten Earnings Daten waren über die Hälfte besser als erwartet.
Besser als erwartete Daten kamen auch vom Immobilienmarkt - diese deuten auf eine langsame Stabilisierung auf niedrigem Niveau hin.
Rücksetzer gab es hingegen beim Consumer Confidence sowie beim Consumer Sentiment.
Die wöchentlichen Unemployment Claims liegen nun zum ersten Mal seit Februar 2009 konstant unter der Marke von 600.000.
Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 9,5%, die höchste seit 26 Jahren. Der neue Arbeitsmarktbericht wird am Freitag, den 07. August veröffentlicht.
Nach deutschem Vorbild wurde eine amerikanische Variante der Abwrackprämie („Cash for Clunkers“) eingeführt. Ende Juli wurde bereits eine weitere Aufstockung des Programms um $ 2 Mrd. vom Kongress genehmigt.
Ausblick
Obwohl die Stimmung an den Märkten zunehmend als positiv zu werten ist, bleibt unserer Meinung nach das Risiko weiterhin hoch. Eine Korrektur erscheint nach der zuletzt starken Aufwärtsbewegung zunehmend wahrscheinlich.
Wie auch zu Beginn der Earnings Season gilt weiterhin, dass die noch ausstehenden Unternehmenszahlen über die weitere Richtung des S&P 500 (und der anderen wichtigen amerikanischen Indizes) entscheiden werden.
Weitere Informationen unter:
http://www.lrt-finanzresearch.de










