(openPR) Der junge Salzburger Multiperkussionist Martin Grubinger gibt am 5. August sein lang ersehntes Debüt bei den Salzburger Festspielen 2009. Auf dem Programm seines in der ´Kontinent´–Reihe veranstaltetes Konzert stehen Werke von Iannis Xenakis (1922 - 2001), Giacomo Manzoni (1932) und Edgar Varèse(1883 -1965). Die ´Kontinent´–Reihe wird in diesem Jahr dem großen Vertreter der Musik-Avantgarde Edgar Varèse gewidmet. Neben Martin Grubinger wirken außerdem die basel sinfonietta unter Jonathan Stockhammer, das Ensemble The Percussive Planet und Nicolas Hodges, Klavier, mit. Außerdem gehört Martin Grubinger in diesem Jahr zu den wenigen Künstlern, die die Eröffnung der Salzburger Festspiele am 25. Juli musikalisch umrahmen dürfen.
Der Amerikaner französischer Abstammung Edgar Varèse betrat mit seinem 1933 uraufgeführten „Ionisation“ komplettes Neuland: Noch nie zuvor hatte ein abendländischer Komponist ein Werk ausschließlich für Schlaginstrumente komponiert. Wie in seinen anderen Werken, reizte er auch hier das – timbrale – Instrumentarium komplett aus und stellte die traditionelle instrumentale Hierarchie auf den Kopf. „Ionisation“ war die Initialzündung für viele andere Komponisten: Iannis Xenakis, als Grieche in Rumänien geboren und später nach Frankreich emigriert, gilt als einer der bedeutendsten Komponisten für Schlagwerk überhaupt. „Persephassa“, 1969 im Iran uraufgeführt, ist das erste seiner fünf Schlagzeugkompositionen. Seiner Leidenschaft für Raum folgend, positionierte er die Musiker sechseckig um das Publikum herum. „Metastaseis“, 1955 in Donaueschingen uraufgeführt, ist mit Orchester besetzt und lässt Glissandi so verschmelzen, das der Einzelton kaum mehr hörbar ist. Mit 109 Musikern ist „Jonchaies“ – Binsendickicht – sein aufwändigstes Orchesterwerk. Die Komposition wirkt wie ein machtvolles, über den Hörer hereinbrechendes Naturereignis und sorgte bei der Pariser Uraufführung 1977 für Furore. „Pléïades“ ist wiederum für sechs Perkussionisten bestimmt und experimentiert im Raum mit Klanggruppen der Fell-, Metallinstrumente und Stabspiele. Abgeschlossen wird das spannende Konzert mit „Masse. Ommagio a Edgar Varèse“, ein Werk für großes Orchester und Klavier.
Der 1983 in Salzburg geborene Martin Grubinger begeistert seit Jahre ein breites Publikum von jung bis alt. Das „Genie des Schlagzeugs“ (Le Jeudi) fasst sein musikalisches Credo auch politisch auf und will alle soziale Schichten insbesondere für zeitgenössische Musik begeistern. Mit dem Ensemble The Percussive Planet, eine Herzensangelegenheit des Künstlers, geht Martin Grubinger ebenfalls in der kommenden Saison 2009/10 auf Tour, so u. a. in Deutschland und Österreich sowie in Spanien, Italien, Brasilien, Taiwan und Hong Kong.
Salzburger Festspiele 2009
25. Juli 2009, Eröffnung der Salzburger Festspiele 2009
Iannis Xenakis (1922 - 2001)
„Okho“ für drei Perkussionisten
Martin Grubinger, Schlagzeug
Slavik Stakov, Schlagzeug
Leonhard Schmidinger, Schlagzeug
05. August 2009, Kontinent Varèse 1
1.Teil
Edgar Varèse (1883 - 1965)
„Ionisation” for Percussion
Iannis Xenakis (1922 - 2001)
„Persephassa“ für sechs Perkussionisten
2. Teil
Iannis Xenakis (1922 - 2001)
„Metastaseis“ für Orchester
„Jonchaies“ für Orchester
Giacomo Manzoni (1932)
„Masse. Omaggio a Edgar Varèse“ für Klavier und Orchester
3. Teil
Iannis Xenakis (1922 - 2001)
„Pléïades“ für sechs Perkussionisten
Martin Grubinger, Schlagzeug
The Percussive Planet Ensemble
Nicholas Hodges, Klavier
basel sinfonietta
Jonathan Stockhammer, Musikalische Leitung



