(openPR) Bildungskatastrophe! Skandal um Pisa-Studie! Pisa-Schock! – Das Medienecho war groß, als 2001 die ersten Pisa-Ergebnisse veröffentlicht wurden. Die weltweit größte Bildungsstudie belegte das Desaster schwarz auf weiß: Im internationalen Vergleich schnitt das „Land der Dichter und Denker“ weit unterdurchschnittlich ab. Was folgte? Unzählige Diskussionen über das deutsche Bildungssystem, Debatten und Reformen. Was änderte sich? Wenig! Fünf Jahre später schnitt Deutschland bei der Pisa-Studie 2006 nicht viel besser ab.
Die Deutschen lernen in der Schule zu wenig und zu schlecht, dabei sind sich Ökonomen einig: „In einer modernen Volkswirtschaft ist das Humankapital der wichtigste Produktionsfaktor“. In Deutschland hat sich in den vergangenen 30 Jahren wenig verändert. Nur knapp 22 Prozent eines Jahrgangs erreichen einen Hochschulabschluss. Immer mehr Länder überholen uns. Das dreigliedrige Schulsystem wird häufig als veraltet angesehen und der Wachstumstreiber Humankapital stagniert.
Sind die Deutschen wirklich so dumm und ungebildet wie gemeinhin angenommen wird oder wurde aus einer Mücke ein Elefant gemacht?
10.000 Internet-User haben insgesamt 15 Fragen bei einem Online-Test zum Allgemeinwissen auf www.der-grosse-wissenstest.de beantwortet. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Alle 15 Fragen wurden mehrheitlich (d.h. von mind. 5.000 Usern) richtig beantwortet. Andererseits ließe sich auch zutreffend formulieren: Keine Antwort war zu abwegig, als dass sie nicht von mindestens 152 Teilnehmern gewählt wurde.
Immerhin konnten noch 5.750 User die Frage, in welcher Einheit die Stromstärke gemessen wird, richtig beantworten. Stolze 94 % kannten dagegen die Antwort auf Frage Nummer elf: „Wie heißt das Stadion vom FC Bayern München?“. Der Fragencocktail war bunt gemixt und 62 % teilten Australien die richtige Hauptstadt zu (nein, es ist weder Sydney noch Melbourne, sondern Canberra), 79 % wussten, dass die Blechtrommel von Günther Grass stammt und 86 % aller Teilnehmer beantworteten die Frage nach der Einwohnerzahl der Bundesrepublik richtig.
Fazit: Die Ergebnisse überraschen durchweg positiv. Weniger überraschend war das Nord-Südgefälle. Die Leistungsunterschiede zwischen den Bundesländern wurden bereits in der Pisa-Studie deutlich. Ein Beispiel: 87 % der Teilnehmer aus Bayern und Baden-Württemberg beantworteten die Frage, in welchem Jahr die französische Revolution begann, richtig. Dagegen klickten nur 64 % der User aus den 14 übrigen Bundesländern auf die korrekte Antwort (1789).
Die Unterschiede zwischen den neuen und alten Bundesländern sind nicht gravierend. Zwar fiel das Testergebnis im Westen um knapp 7 % besser aus, allerdings ist diese Abweichung auch darauf zurückzuführen, dass in Westdeutschland mehr Großstädte zu finden sind. Denn: Grundsätzlich fielen die Testergebnisse in Städten ab 100.000 Einwohnern marginal besser aus.
Zu Guter letzt eine weitere interessante Zahl: der Vergleich zwischen Männer und Frauen: Das starke Geschlecht konnte nicht nur bei Frage 11 (Sie erinnern sich: Das Stadion vom FC Bayern München) punkten. Insgesamt schnitten die Männer um ca. zwölf Prozent besser ab als die Frauen.
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Robin Brünger



